In welche Richtung die Lawinenkunde künftig gehen könnte, diskutierte ein gutes Dutzend Experten auf Einladung des DAV. Zielsetzung war die Verbesserung der Ausbildung der verschiedenen Verbände.
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Dem Alpinisten bleibt die Entscheidung überlassen
Während die Alpinen Verbände klar auf Hilfsmittel der "probabilistischen" Lawinenbeurteilung setzten und an ihre Mitglieder Entscheidungshilfen wie die Methoden Stop or Go und SnowCard weitergeben, müssen die Bergführer die gesamte Palette der Beurteilung beherrschen und auch selbst die Schneedecke untersuchen können. Die Lawinenwarnzentralen versuchen ständig, ihr Informationsangebot über die Schnee- und Lawinensituation zu verbessern: Die Inhalte werden mit Piktogrammen leichter verständlich gemacht, dazu kommen weitere Infos wie Daten der Messstationen. Schneeberichte und Tendenz für Skibergsteiger, die sich selbst ein Bild der Lage vor Ort machen wollen. "Trotzdem", so Patrik Nairz vom Lawinenwarndienst Tirol, "kann er dem Einzelnen die Entscheidung nicht abnehmen, ob er nun einen Hang befahren kann oder nicht." Ferner wurde informiert über das Projekt „Check Your Risk“, bei dem jugendliche Freerider in Bayern sensibilisiert werden sollen.
Der "Faktor Mensch"
Um eben diese Entscheidungsfähigkeit künftig zu verbessern, werden verschiedene Ansätze diskutiert: Die Schweizer und Österreicher arbeiten an sogenannten Mustern, als Beispielfälle aus der Vergangenheit, die helfen sollen, sich eine bestimmte Lage besser vorstellen zu können ("heute ist es so, wie vor zwei Jahren, als besonders viele Schneebretter an Osthängen abgingen"). Bernhard Streicher, Psychologe an der Uni Salzburg, fordert eine stärkere Beachtung des "Faktor Mensch" in der Ausbildung: Wahrnehmung der Veränderung innerer Zustände, Kenntnis persönlicher Auslöser, korrekte Einschätzung der Auswirkung auf Wahrnehmung und Entscheidung. Martin Schwiersch wünscht die Überführung der derzeit vorhandenen verschiedenen Modelle in ein einfaches Modell der Entscheidungsfindung, mit einheitlichen Kriterien und einheitlicher Sprache.
Keine konkreten Beschlüsse
In der Kürze der Zeit konnte keine konkreten Projekte beschlossen werden. Die verschiedenen Organisationen arbeiten weiter an ihren Lawinenausbildungsinhalten und wollen sich zukünftig gegenseitig informieren.
Quelle:
- Karl Schrag, DAV Ressortleiter Ausbildung
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Wie gefährlich Lawinenabgänge sein können und wie schnell man sich als Bergsportler in Lebensgefahr bringt, zeigt diese Video!