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Bergportrait - Ampezzaner Dolomiten

M2b Redaktion am 24.09.2003 - 08:45 Uhr

Mit einer Gesamtfläche von etwa 250.000 Quadratkilometern sind die Alpen das größte Hochgebirge Europas. Innerhalb des Gebirges sind es die Dolomiten, die mit einer Fläche von rund 10.000 Quadratkilometern das eindrucksvollste Kalkgebirge auf unserem Kontinent darstellen.

Zur Lage:
Die Ampezzaner Dolomiten bilden den nordöstlichen Teil der Dolomiten, die südlich des Pustertals beginnen. Nach Nordosten schließen das Deferegger Gebirge sowie die Gailtaler und die Karnischen Alpen an.
Einer der bekanntesten Orte der Region ist Cortina d'Ampezzo - dort fanden und finden alpine Weltcuprennen statt; das nächste Mal im Januar 2004.
Die höchsten Gipfel in diesem Teil der Dolomiten sind:
- Tofane (3243m),
- Monte Cristallo (3216m),
- Drei Zinnen (2998m).
Die höchsten Bergspitzen überragen also 3200 Meter, sodass auf deren Nordseite einige kleine Gletscher Schutz finden.

Dolomit:
Der Kern der Ampezzaner Dolomiten besteht aus Hauptdolomit, ein im Trias (Erdmittelalter, Muschelkalk) entstandenes Sedimentgestein.

Charakteristische Felswände und Türme:
In den Gegenden dieser Region sind die Dolomitablagerungen bis zu 1000 Meter mächtig und bilden viele der höchsten der charakteristischen Felswände und Türme.
Graue Kalksteine, aus denen die Schichten über dem Hauptdolomit bestehen, bilden eindrucksvolle, senkrechte Felswände. Dort, wo Schichten schräg verlaufen, weisen die Kalksteine, die leichter verwittern als die Dolomitgesteine, tief eingeschnittene Erosionslinien auf und bilden weiße, flache Platten.

Eindrucksvolle Karsterscheinungen:
Eindrucksvoll sind die Karsterscheinungen im Dolomitgestein. Diesbezüglich sind die Tofana-Grotte und eine Grotte unterhalb der Cima Fanes di Mezzo besonders sehenswert.

Wanderwege und Klettersteige:
Um diese Region kennenzulernen, sind zahlreiche Wanderwege, gesicherte Steige und Klettersteige anzuempfehlen.

Naturkapital:
In den Ampezzaner Dolomiten wurde ein Naturpark eingerichtet - der 'Parco Naturale delle Dolomiti d'Ampezzo'.
Mit der Gründung des Parks am 22. März 1990 erlebten die Region einen kulturellen und wissenschaftlichen Aufschwung, und sowohl die ampezzaner Landschaft als auch die örtliche Kultur gewannen zusehends an Ansehen.
Das Gebiet wird einheitlich genutzt: es gibt dort weder Siedlungen noch Wintersportanlagen.
Die Europäische Gemeinschaft hat den Park zu einem Gebiet allgemeinen Interesses erklärt.

Die Tofaner Berge:
Innerhalb der geschützten Gebiete des Parkes befinden sich die Tofaner Berge, die Bergmassive der Fanes, des Col Bechei, der Hohen Gaisl und des Cristallo, die jeweils vom Travenanzestal, Fanestal, oberen Boitetal und Felizontal voneinander getrennt sind; die engen Täler laufen alle an einem Punkt zusammen, an dem sich auch der Haupteingang des Parks befindet. In den höheren Lagen weiten sie sich und gehen in ausgedehnte Hochgebirgsmatten über. Zwei andere Taleinschnitte bilden die Grenzen der beiden südlichen Ausläufer des Naturschutzgebietes: das Falzaregotal im Westen und das Padeontal im Osten.

Geschichte der Region:
Im südlichsten Teil der ampezzaner Talebene war schon in frühester Zeit das Hirtenwesen verbreitet.
Seit altem Herkommen gab es eine Straße nach Norden, die durch das Gebiet des heutigen Schutzgebietes ging und das Boitetal mit dem Pustertal verband. Sie lief das Boitetal hoch bis zur Mündung des Rio Felizon, den sie überquerte. Dann kletterte sie den Felsen empor, auf dem die Burg von Podestagno Castello di Podestagno thronte, und ging von dort weiter nach Toblach.
Seit dem Jahre 1200 waren auf dieser Straße, die damals die kürzeste Verbindung zwischen Deutschland und Venedig darstellte, Menschen und Waren unterwegs - von den Häfen am Adriatischen Meer bis nach Deutschland.

Klima:
In den Ampezzaner Dolomiten herrscht ein Gebirgsklima, das zwischen dem für die Adria typischen, südalpenländischen Meeresklima und dem kontinentalen, alpenländischen Klima liegt.

Ökologische Vielfalt:
In den unterschiedlichen Wäldern, Wiesen, Felsen und Gewässern, die die Landschaft der Ampezzaner Dolomiten prägen, ist eine reiche Vielfalt an ökologischen Lebensräumen entstanden, die eine große Zahl von natürlichen Lebensgemeinschaften beherbergen.
Dort, wo die Wälder allmählich die alpine Stufe der Hochgebirgsmatten erreichen, bilden Lärchen und Zirbelkiefern wunderschöne, mit ausgedehnten Lichtungen abwechselnde Baumgruppen, die nicht selten hundertjährige Pflanzenbestände vorweisen können. Die Lärchen- und Zirbelkieferwälder bei Lerósa, Gótres, Padeón und Ròzes gelten als Naturdenkmäler von unschätzbarem landschaftlichem Wert.

Pflege der kulturhistorisch gewordenen Landschaft:
Seit Jahrtausenden trieben die Hirten ihr Vieh zum Weiden auf die Hochgebirgsmatten und es sind sogar heute noch vier Almen im 'regolaner' Gebiet in Betrieb. So wird bis heute durch menschlicher Hände Arbeit eine Kulturlandschaft geprägt, gepflegt und erhalten, die ökologisch höchst bedeutsam und uns Menschen überaus wertvoll ist.

Quelle:
- www.weltderberge.de
- www.dolomitiparco.com/deutsch/


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