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Rote Wand

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Klettern in der Roten Wand im Lechquellengebirge

Walter Hölzler am 21.09.2006 - 11:00 Uhr

Der mächtigste Berg und gleichzeitig die zweithöchste Erhebung im Lechquellengebirge bei Lech am Arlberg ist die rote Wand. Fast zwei Kilometer breit und bis zu 400 Meter hoch ist das wuchtige Felsmassiv auf seiner Südseite, das seinen Namen der rötlichen Färbung im oberen Wandteil verdankt.

Felsbeschaffenheit
Der Fels ist bis zum zweiten Drittel Wandhöhe fest und griffig. Nur der Gipfelaufbau wird von einem teilweise brüchigen Mergelgürtel durchzogen, was den absoluten Genuss mancher Route etwas schmälert. Aus diesem Grund ist es etwa ratsam, nach den schweren Seillängen der Route "Zeit des reifen Mondes" wieder abzuseilen. Bei "Kanaan" und "Akrobat schöön" fanden die Erstbegeher eine Möglichkeit, den roten Schiefergürtel so zu umgehen, dass sich ein Gipfelaufstieg lohnt.

Alle drei in der Folge vorgestellten und von Walter Hölzler selbst gekletterten Wege kann man zu den wirklich empfehlenswerten alpinen Sportklettereien im weiten Umkreis zählen. Und das Schöne an der ganzen Sache ist, dass man in dieser Sonnenwand meist allein klettert, und die Natur so richtig genießen kann!

Lage
Rund zwölf Kilometer westlich von Lech und 13 Kilometer ost- nordöstlich von Bludenz in Vorarlberg/Österreich.

Zufahrt
Über den Arlberg und den Flexenpaß nach Lech oder von Reute durch's Lechtal, beziehungsweise über den Bregenzerwald und den Hochtannbergpass nach Lech am Arlberg.
In Lech zweigt man gegenüber dem Hotel "Post" nach Zug ab und folgt der Straße bis zur Mautstelle.
Zwischen 09:00 Uhr und 15:30 Uhr ist das Befahren der Mautstraße mit dem eigenen Pkw verboten. In dieser Zeit muss der öffentliche Wanderbus benutzt werden.
Fährt man mit dem eigenen Pkw auf der Mautstraße weiter, gelangt man nach circa fünf Kilometern zu einer Gabelung; dort nach rechts der Ausschilderung "Freiburger Hütte/Formarinsee" (Übernachtungsmöglichkeit) folgen, bis zum Ende der geteerten Straße.
Natürlich kann man die Strecke auch mit dem Fahrrad bewältigen. Fahrzeit der rund zehn Kilometer langen Strecke: Etwa eine Stunde bei 300 Metern Höhenunterschied.

Zustieg
Gleich vom Parkplatz direkt über einen begrünten Rücken gerade hinauf, bis man den Rand einer großen Karrenhochfläche erreicht. Dort befindet sich, etwa in der Mitte, ein plattiger Rücken, der am bequemsten durch die Blockhalden leitet. Zuletzt etwas steiler. Am besten die Rinnen verfolgen, bis unter die Wand.


Routen


  • Kanaan

  • Gut mit Klemmkeilen und Friends abzusichernde Tour in bestem Fels. Ab der siebten Seillänge beginnen die etwas brüchigen Ausstiegsschrofen.

    Schwierigkeitsgrad
    Die Schwierigkeiten belaufen sich an einer Stelle auf 6+, meist 6 und 5 bei einer Kletterlänge von 320 Metern, davon 90 Meter Ausstiegsschrofen.

    Material
    Alle notwendigen Haken stecken. Zusätzlich sind ein Satz Keile und Friends 1-3 empfehlenswert.

    Einstieg
    Im rechten Wandteil der Südwand bei einem Riss, welcher sich in Fallinie der markant großen Verschneidung befindet. Links der großen Verschneidung erkennt man einen gelben Ausbruch.

    Routenverlauf
    Nach der zweiten Seillänge rechts weg über eine Platte und Rampe. Der weitere Verlauf zieht sich immer rechts der markanten Verschneidung.

    Abstieg
    Über den Ostgrat (von unten gesehen nach rechts) abklettern zur Schulter, auf der meist ein Steinmann steht. Von hier nach rechts zu einem großen Block. Unter ihm befindet sich die erste Abseilstelle. Nun ein Mal ein Mal 20 Meter abseilen, dann ein Stück zu Fuß zu einer weiteren Steilstufe, die wieder abseilend (25 Meter) überwunden wird.


  • Akrobat Schöön

  • Eine der schönsten Genussklettereien im weiten Umkreis mit gutem Fels.

    Schwierigkeiten
    7- sowie die original gekletterte Querung der sechsten Seillänge, sonst häufig 6 und 6+. Nur wenige Strecken sind leichter. Ganz oben im Ausstieg 2, bei einer Kletterstrecke von 440 Metern.

    Material
    Alle notwendigen Haken stecken. Ein ausgewogener Satz Keile und Friends ist empfehlenswert.

    Einstieg
    Am Fuß eines auffallenden Pfeilers, der die gelbe Riesenverschneidung links begrenzt; etwa 1,5 Stunden vom Parkplatz entfernt.

    Routenverlauf
    Die Führe beginnt bei einer markanten, nach links aufwärts führenden Rampenverschneidung. Danach wird rechts die große Plattenzone auf dem Pfeilerrücken erreicht. An ihr setzt sich die Führe fort. Sie folgt immer dem Weg des geringsten Widerstandes bis zum Pfeilerkopf unterhalb von rotgefärbten Felszonen. Mit kurzem Abstieg in die Südverschneidung wird eine auffallende Plattenrampe erreicht. Sie leitet rechts aufwärts und vermittelt den weiteren Durchstieg. Zum Schluss in einer Rinne zum Gipfel.

    Abstieg
    Wie bei Route Kanaan.


  • Zeit des reifen Mondes

  • Phantastische Verschneidungs- und Risskletterei in bestem Fels. Nach dem Zusammentreffen mit der Route "Don Genaro" findet der Genuss allerdings durch das brüchige Mergelband ein jähes Ende. Man seile sich deshalb ruhig ungeniert ab.

    Schwierigkeiten
    8- eine Stelle, oft 7- und 7. Selten leichter bei einer Kletterlänge von rund 250 Metern.

    Material
    Alle notwendigen Haken stecken. Ein ausgewogener Satz Keile und Friends ist empfehlenswert.

    Einstieg
    Unter dem spitzen Hauptgipfel der roten Wand erkennt man schon von weitem zwei plattige Verschneidungen. Durch die rechte, steilere Verschneidung zieht die Route. Der Weg zur Wand wurde oben schon ausführlich beschrieben.

    Routenverlauf
    Die Route zieht durch die auffallende Verschneidung in plattigem Fels gerade hoch.

    Abstieg
    Es ist empfehlenswert, nach den schwierigen Seillängen über die Route abzuseilen.


  • Führer

  • Alle wichtigen Infos und Topos findet man im aktuellen Auswahlführer vom Panico Verlag mit dem Titel: "Vorarlberg"

  • Topos

  • Die Topos zu den drei Routen sind unter diesem Text verlinkt.

    Quelle
    Walter Hölzler
    www.walter-hoelzler.de

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    Weiterführende Informationen zum Thema:
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    Topo: Akrobat Schöön

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    Topo: Kanaan

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    Topo: Zeit des reifen Mondes

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