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Westl. Zinne-Schweizer Dach

Westliche Zinne

Westliche Zinne -Demuth Kante-

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Westliche Zinne

Westliche Zinne -Demuth Kante-

Westliche Zinne -Demuth Kante-

Westliche Zinne -Demuth Kante-

Drei Zinnen

Die Drei Zinnen (Dolomiten)

Die Drei Zinnen (Dolomiten)

Walter Hölzler

Westliche Zinne - "Demuth Kante"

M2b Redaktion am 10.11.2006 - 14:30 Uhr

Im vergangenen August war Walter Hölzler als Bergführer mit seinem langjährigen Klettergast (60 Jahre!) wieder an den Drei Zinnen. Nachdem dieser vor Jahren schon die "Diabona Kante" und mit Hölzler zusammen die "Gelbe Kante" erfolgreich gemeistert hatte, fehlte ihm nur noch die "Demuth Kante", um jeden der drei berühmten Gipfel über einen seiner Eckpfeiler erklettert zu haben.

Schon auf dem Weg zum Einstieg sah das Duo die Nordwand-Aspiranten unter den klassischen Routen der Nordwände anstehen. An der Nordostkante der westlichen Zinne fanden die beiden jedoch nur eine italienische Seilschaft, die verzweifelt nach dem Einstieg suchte. Kein Wunder, ihr Topo war nicht nur schlecht gezeichnet, sondern an vielen Stellen falsch. Sofort erkannte Walter Hölzler das Problem: Die Italiener wollten direkt am Wandfuß einsteigen, was sich als extrem schwierig heraus stellte. Die richtige Lösung ist: Den ersten Überhang umgeht man zu Fuß links hinauf, bis ein Band zurück zur Kante führt. Aufgrund dieser Hilfestellung überließ die Seilschaft Walter und seinem Gast den Vortritt.

Grundsätzlich dachte Hölzler, dass es, ähnlich wie bei der Dibonakante, meist direkt auf der "Schneide" entlang geht. Doch weit gefehlt: Meist bewegt sich die Route in der Nordostwand, was aber dem Gesamteindruck und der Kletterei keinen Abbruch tut. Ein gutes Auge und etwas Gespür für den richtigen Weg gehören schon dazu, will man nicht auf "Entdeckungsreise" gehen.

Alles in allem ist die "Demuth Kante" eine große, nicht zu unterschätzende Route, an der gutes Sicherungsmaterial (Normalhaken) eher selten anzutreffen ist. Keile und Friends sollten nicht fehlen, will man im 5. Schwierigkeitsgrad nicht wirklich weit über die letzte Sicherung steigen. Der Fels ist für Dolomiten-Verhältnisse ordentlich, aber nicht abgeklettert. Die Schlüsselstelle, ein Rissüberhang, ist mit Normalhaken gut gesichert und auch A0 zu bewältigen. Doch die Bewertung dieser Passage mit 6- in freier Kletterei wird einige Alpinisten vor ein Rätsel stellen.


Routen-Charakteristik

Route: "Demuth-Kante" VI- (5-/A0) - Westliche Zinne

Klettergebiet: Drei Zinnen – Sextner Dolomiten - Italien

Talort: Cortina de Ampezzo - Misurina

Übernachtung: Es gibt mehrere Campingplätze in der Umgebung von Cortina, auch direkt bei Misurina vor der Mautstrasse (5,00 Euro) zum Rifugio Auronzo. Die Auronzo-Hütte bietet Schlafplätze und warmes Essen zu "gesalzenen Preisen". Man kann auch auf dem großen Parkplatz vor der Auronzo-Hütte übernachten. Früh morgens wird kontrolliert. Für die Nacht auf dem Parkplatz zahlt man 20,00 Euro.

Kletterführer: Alpenvereinsführer "Sextener Dolomiten", erschienen im Rother Verlag. Auswahlführer "Dolomiten vertikal", Band Nord. Zu bestellen unter www.loboedition.de.

Zugang: Vom Parkplatz der Auronzo Hütte geht man am besten links auf gutem Wanderweg um die westliche Zinne unter die Nordwand, und weiter nach links zur Nordostkante (Dauer: rund 30 Minuten). Man kann auch von der Hütte nach rechts zum Parternsattel aufsteigen und unter der Nordwand der Großen Zinne zu den Einstiegen der westlichen Zinne gelangen (Dauer: rund 45 Minuten).

Beste Jahreszeit: Juni bis September, sonst kann es sehr frisch werden. Achtung auf Gewitter im Sommer!

Infos zur Kletterei: Sehr klassische Dolomiten-Kletterei in beeindruckender Umgebung. Weit schwerer als die "Dibonakante" (IV+) an der Großen Zinne. Leider bewegt man sich so gut wie nie an der eigentlichen Kante zur spektakulären Nordwand. Trotzdem hat man viel "Luft unter den Sohlen" und sollte die Route nicht unterschätzen.

"Während meiner Begehung steckten sehr wenig Zwischenhaken. Die Standplätze waren mit teils alten Normalhaken eingerichtet. Ein Satz Stopper und ein paar kleine bis mittlere Friends können die Absicherung verbessern. Die Routenfindung ist nicht immer ganz klar ersichtlich, so dass es viele Varianten gibt. Die Schlüsselstelle, ein überhängender Riss, ist mit VI- bewertet. Entweder waren die Kletterer früher so gut, oder ich tat mich mit Rucksack recht schwer. Möglicherweise fehlen auch ein paar Tritte/Griffe. Grundsätzlich kommt man aber mit Hakenhilfe gut über die 5m hohe Stelle", so Walter Hölzlers Eindrücke.

Abstieg nach Süden: Vom Gipfel westlich über den Grat hinunter zu einem quer verlaufenden Spalt. Steinmänner und schwache rote Markierungen weisen den Weg. Über den Spalt und durch eine kurze Rinne aufs Ringband abklettern/abseilen. Auf dem Ringband nach links auf Wegspuren bis zur Südseite der Zinnen folgen. In einem Verschneidungskamin 15 Meter auf ein Band oberhalb der westlichen Zinnenscharte absteigen/abseilen. Hier beginnt eine Schluchtrinne und durch diese links östlich absteigen in Richtung großer Zinne. Zuerst links, dann rechts steil an den südlichen Begrenzungsfelsen der Rinne abklettern. Wegspuren folgen bis zu einer sich rechts befindlichen großen Schuttterrasse. Diese bald wieder in Richtung Schlucht verlassen und schließlich im Schluchtgrund hinunter zur großen Zinnenscharte. Nun durch die Rinne hinunter über Geröll zur Auronzo-Hütte. Dauer: Etwa 1,5 bis zwei Stunden.

Anmerkung: Die Wegbeschreibung ist recht kompliziert, wie der eigentliche Abstieg auch. Man sollte genau den Wegspuren und Steinmännern folgen. Teilweise kann man auch verbleichte rote Markierungen als Wegweiser erkennen. Bei schlechtem Wetter und Nebel wird's schwierig.

Die Topo von der Demuth Kante ist unter diesem Text verlinkt!

Quelle
Walter Hölzler
www.walter-hoelzler.de

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Topo: Demuth Kante

(Typ: "PDF" Größe: 223 KB)

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