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Powertipps von Jürgen Reis - Training zum Erfolg

M2b Redaktion am 03.08.2004 - 11:40 Uhr

Jürgen Reis beantwortet in diesem ersten Teil der Serie die essentiellen Fragen des Themas 'Training zum Erfolg' in den zwei Blöcken 'Dauerhafter Erfolg und Motivation' sowie 'Grundlagen des Trainings' in Form von Gesprächen, die er mit Stefan Walkner führt. Auf diesem Weg teilt der Dornbirner seine umfangreiche Erfahrung als Profikletterer. Inhaltlich und redaktionell wird er bei dieser Abhandlung von Stefan Walkner unterstützt.

Jürgen Reis
Jürgen Reis (13. August 1976) wuchs im österreichischen Dornbirn auf. Er ist seit dem Jahr 2000 fixer Starter im alpenrepublikanischen Sportkletternationalteam. Der 27-Jährige zählt seit vier Jahren zu den drei erfolgreichsten Wettkampfkletterern Österreichs.
Zu seinen sportlichen Erfolgen gehören neben Siegen bei nationalen Wettkämpfen vor allem ein zehnter Platz beim Weltcup in Singapur 2002 sowie der 16. Rang beim enorm stark besetzten Weltcup in Imst 2004.

Stefan Walkner
Stefan Walkner ist seit 15 Jahren aktiver Handballspieler. Er trainiert eine Nachwuchsmannschaft und ist seit drei Jahren Torhüter der Kampfmannschaft in Lustenau. Zudem ist Stefan, wie Jürgen auch, staatlich geprüfter Lehrwart. Stefan bringt sein Wissen ein und erweitert Jürgens klettersportspezifische Erfahrungen so für die Ausdauer- oder Mannschaftssportaktiven. Im Team von jürgenreis.com ist Stefan seit Juni 2003 als Programmierer und Onlineredakteur tätig.

Professionelle Einsichten
Am Ende dieses Teils geben Jürgen Reis und der österreichische Weltcupturner Marco Baldauf Einblick in ihr Aufbau- und Kraftraumtraining und sprechen über Ernährung, Regeneration und Supplemente.

Kostenpflichtig
Für weitere Teile dieser Serie, die fortan vierzehntägig erscheint, erheben wir immer dann kleine Unkostenbeiträge, wenn die Abhandlungen mit konkreten Trainingsplänen gekoppelt sind.
Mit guter Planung schnell zum Erfolg
Ohne Training keine Fitness, das leuchtet Jedem ein. Aber wie die Zeit effektiv und effizient genutzt werden kann, wissen die Wenigsten. Dabei kann in kurzer Zeit sehr viel erreicht werden, wenn man sich an die wichtigsten Regeln hält. Als Grundlage dienen vier Eckpfeiler:
  • Mentale Power und Passion

  • Training

  • Regeneration

  • Ernährung

  • Alle Punkte werden von Reis und Walkner im Verlauf dieser Serie gesondert und detailliert erläutert.

    Geistige Stärke ist gefragt
    Da der Punkt 'Mentale Power und Passion' der erste Schritt zu einem erfolgreichen Training bildet, soll hiermit begonnen werden. 'Training zum Erfolg' bedeutet, dass für jede Trainingseinheit ein forderndes, aber trotzdem realistisches Ziel gesteckt wird - dieses ist einfach zu formulieren: Eine Runde mehr laufen als letztes Mal, eine Wiederholung mehr als bei der letzten Krafteinheit, einen Klimmzug mehr als noch letzte Woche. Natürlich kann man sich nicht von Einheit zu Einheit steigern - deshalb immer fair bleiben und lernen, was dem Körper zuzumuten ist.
    Nach einer kurzen Nacht oder einer längeren Trainingspause sollte man sich selbstverständlich keine zu hoch gesteckten Ziele setzen, sondern realistisch sein. Das Setzen von Zielen hilft auch, seinen Körper besser kennen zu lernen und zu entdecken, was in welcher Verfassung möglich ist.

    Tipp vom Profi: realistische Zielsetzungen
    Dazu Jürgen Reis über seine Erfahrungen mit diesem einfachen, aber unschlagbar effektiven Grundsatz: "Training zum Erfolg erfordert eine gewisse Trainings- und Körpererfahrung. Auch ich korrigiere mittlerweile in manchen Einheiten meine Ziele und verhindere so bereits kurz nach dem Aufwärmen ein 'Training zum Versagen'. Selten, aber es kommt doch vor, dass trotz aller Planung eine 'Alptraumnacht' oder ein Zwischenfall einem einfach einen Strich durch die Rechnung macht. Hier heißt es fair zu sich selbst sein!"

    Richtige Maßstäbe setzen
    "Auch bedeutet 'neuer Rekord bei jeder Trainingseinheit' nicht, jeden Tag oder jede Woche stärker zu werden. Dies ist physiologisch ausgeschlossen. Sehr wohl kann ich aber Tage in vorhergegangenen Trainingszyklen als Maßstab heranziehen. Das heißt, ich vergleiche mich mit einem Tag mit gleicher Ausgangssituation, was Regeneration, Wochenschwerpunkt und ähnliche Dinge angeht. Aufgrund meiner Aufzeichnungen im Trainingstagebuch analysiere ich die Leistungen dieses Tages und setze das Ziel eine Spur höher an. Das gilt nicht nur für 'Peaktage'. Auch ein 'Rekord' an einem müden Arbeitstrainingstag - ist im Vergleich zum Tag davor durchaus möglich und sinnvoll. 'Training zum Erfolg' lässt sich praktisch bei jeder Trainingseinheit praktizieren, bei der eine Leistungssteigerung erreicht werden soll."

    Ziele erreichen
    "Sogar bei meinen regenerativen Einheiten wende ich 'Training zum Erfolg' an", erklärt der Kletter-Profi. "Es funktioniert! Absolut immer und zuverlässig. Es geht um nichts anderes, als sich ein Ziel zu setzen und dieses zu erreichen. Natürlich sind meine 'Trainingsziele' an Ruhetagen teilweise lächerlich. Eine halbe Stunde gemütlich spazieren gehen zum Beispiel. Aber wieso nicht? Wieso soll ich das Gefühl der Zufriedenheit mit einer körperlichen Leistung nur nach einem persönlichen Trainingsrekord genießen dürfen. Es geht hier um eine Denkweise. Hat man diese Art des Erfolgdenkens erst einmal verinnerlicht, lässt sich dies sogar auf berufliche oder private Herausforderungen übertragen."

    Training zum Versagen
    Die Kehrseite der Medaille ist wiederum durch folgende Faktoren gekennzeichnet:
    1. Beim Krafttraining immer bis zum völligen Muskelversagen zu gehen, um dann doch nicht zufrieden zu sein.
    2. 'Planloses Training' - zum Beispiel einfach mal in die Joggingschuhe schlüpfen und schauen, was passiert. Das kann zwar zum Erfolg führen, doch der innere Schweinehund wird unter Umständen seine Chance wittern ...
    3. Überforderung bei allgemeiner Müdigkeit oder Übertraining. Allgemein 'unfaire Maßstäbe' mit sich selbst: An einem 'müden' Tag wird eine Wiederholung der Leistung eines Toptages erwartet.
    4. 'Fernsteuerung' - Trainingspartner können motivieren. Abmachungen oder Zusagen die überfordern, haben andererseits ein 'Training zum Versagen' zur Folge.

    Zur Fortsetzung...


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