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Impression

Angela Eiter (AUT)

Nina Caprez

Angela Eiter (AUT)

He und Knoche

Timo Preußler (GER)

WM 2005

Cédric Lachat (SUI)

Speedwand

Erfolgreicher Abschluss der Kletter-WM 2005

M2b Redaktion am 08.07.2005 - 15:37 Uhr

Nach fünf spannenden Tagen endete am Dienstag, dem 05. Juli 2005, die Kletterweltmeisterschaft mit einem "osteuropäischen Abend": Bei den Damen entschied Olha Shalagina aus der Ukraine den Boulderwettkampf für sich, beim fesselnden Bewerb der Herren war Salavat Rakhmetov aus Russland nicht zu schlagen.

Nächste WM-Station: Marbella (ESP)
Nach der letzten Siegerehrung erklärte DAV-Vizepräsident Ingo Buchelt die WM für beendet und übergab die offizielle UIAA-Fahne an den spanischen Kletterer Patxi Usobiaga. Der amtierende Vizeweltmeister im Schwierigkeitsklettern nahm die Fahne für Marbella entgegen, wo in zwei Jahren die nächsten Weltmeisterschaften ausgetragen werden.

Internationale Klasse
Bereits zu Beginn der WM stand fest, dass für die internationale Elite im Klettern kein Weg an der Veranstaltung in München vorbei führen würde. Mit 342 Athleten aus 52 Nationen gingen so viele Sportler wie nie zuvor an den Start, unter ihnen alle bis dato amtierenden Weltmeister und Weltrangslisten-Ersten der drei Disziplinen Sportklettern, Speed und Bouldern.

Publikumsmagnet
Auch das Publikum wollte sich eine Weltmeisterschaft nicht entgehen lassen: An den fünf Wettkampftagen verfolgten rund 9.000 Kletterfans sportliche Höchstleistungen in der Halle B6 der Messe München. Mit rund 5.000 Besuchern waren die Sportkletterbewerbe am Samstag, dem 02. Juli, am besten besucht.

Eine runde Sache
Entsprechend zufrieden äußerte sich Wolfgang Wabel, Leiter des Organisationskomitees, über den sportlichen und organisatorischen Ablauf: "Wir sind sehr stolz darauf, dass wir so viele Kletterer und Zuschauer aus allen Nationen in München begrüßen konnten. Besonders die hochkarätigen, spannenden Wettkämpfe haben dazu beigetragen, dass die WM allen Beteiligten als eine rundum gelungene Veranstaltung in Erinnerung bleiben wird".

Eiter Angela unwiderstehlich
Im Sportklettern setzte sich mit Eiter Angela (AUT) die dominierende Sportkletterin der letzten Monate durch. Souverän meisterte die Österreicherin die schwere Finalroute und setzte sich mit ihrer erreichten Höhe weit von der Konkurrenz ab. Tomas Mrazek (CZE) konnte seinen Weltmeistertitel von Chamonix (FRA, 2003) knapp verteidigen: Die starken Konkurrenten aus Spanien und Frankreich erreichten ebenso wie er im Finale den Top-Griff. Ausschlaggebend für den Sieg war deshalb das bessere Ergebnis im Halbfinale. Unerträglich bitter war für den Halbfinalbesten, Ramon Puigblanque (ESP), dass er den verschobenen Isolationsschluss um zwei Stunden verpasste und zur Entscheidung nicht mehr antreten durfte.

Die schnellsten Kletterer der Welt
Schnellste Kletterin an der erstmals normierten Speedwand war Olena Ryepko (UKR). Die schnellste Frau der WM stellte auch den ersten Weltrekord im Speed auf. Mit 17,76 Sekunden kletterte sie der Konkurrenz davon. Evgeny Vaitsekhovski aus Russland kletterte beide Routen sicher zum Top, bei seinem Sieg profitierte er aber auch von einem Fehler Maxim Stenkovois (UKR), seines stärksten Konkurrenten: Der Ukrainer stellte mit 8,74 Sekunden zwar den Weltrekord auf, rutschte beim zweiten Duell jedoch an einem Griff ab und landete damit auf Rang zwei.

Starker Osten
Weltbeste Boulderin ist Olha Shalagina aus der Ukraine, als einzige Sportlerin erreichte sie bei allen sechs Boulderproblemen den Topgriff und demonstrierte damit eindrucksvoll ihre Stärke. Der mit 37 Jahren älteste und erfahrenste Kletterer aller Konkurrenzen in München, Salavat Rakhmetov (RUS), setzte sich im Bewerb der Herren scheinbar mühelos durch und krönte mit dem Weltmeister-Titel eine lange Laufbahn als internationaler Top-Athlet.

Der deutsche Kader
Die deutschen Athleten erfüllten die in sie gesetzten Erwartungen nur teilweise. Für positive Überraschungen sorgten vor allem die Freisingerin Lisa Knoche und Timo Preußler (Schwäbisch-Gmünd). Die erst 17-jährige Nachwuchskletterin schlug sich schon in der Qualifikation zum Sportklettern überaus achtbar und krönte ihre tolle Vorstellung bei der WM mit einem hervorragenden siebten Platz im Speedfinale. Preußler schaffte den Sprung in das Finale beim Sportklettern und belegte dort einen hervorragenden sechsten Rang.

Förderung der Nachwuchsarbeit
Gemeinsam mit Bundestrainer Christoph Finkel wird der DAV in den nächsten Tagen eine umfassende Analyse der WM-Leistungen vornehmen. Ziel ist es, mit dem Schwung der Weltmeisterschaft vor allem auch die Nachwuchsarbeit verstärkt zu fördern - um mittelfristig international ganz vorne dabei sein zu können.

Weichenstellung für das Klettern in Deutschland
Mit der Weltmeisterschaft im eigenen Land wird das Klettern als Wettkampfsport vermutlich eine Aufwertung erfahren. Der Deutsche Alpenverein - in der Struktur des Deutschen Sportbundes zuständiger Fachverband für alle Bergsportarten - möchte diese Situation nutzen und die Sportart in Deutschland weiter etablieren. Rückenwind erhält der DAV dabei von Manfred von Richthofen: Im Rahmen seines Besuchs bei der Weltmeisterschaft zeigte sich der Präsident des Deutschen Sportbundes begeistert von der Hochklassigkeit der dargebotenen Leistungen und er sagte dem Klettersport die volle Unterstützung des DSB bei der weiteren Entwicklung zu.

Breitensport Klettern
Dass Klettern seit einigen Jahren für breite Bevölkerungsgruppen immer attraktiver wird, beweist auch die Mitgliederstatistik des DAV: Sektionen, die eigene Kletterhallen oder Anlagen eröffnen, können signifikante Anstiege bei der Mitgliederzahl von bis zu 20 Prozent pro Jahr feststellen. Um auf die Entwicklung entsprechend vorbereitet zu sein, steht bei der im Herbst stattfindenden DAV-Hauptversammlung auch ein "Strategiepapier Spitzenbergsport" auf der Agenda. Sollte es die Zustimmung der Delegierten erhalten, werden in den nächsten Jahren zusätzliche Mittel vor allem für die Nachwuchsarbeit und den Aufbau regionaler Leistungszentren zur Verfügung stehen.

World Games in Kürze
Schon drei Wochen nach der WM findet das nächste Kletter-Großereignis statt: Die World Games, die "olympischen Spiele der nichtolympischen Sportarten". Die Kletterer gehen am 22. und 23. Juli in der alten Gießhalle des Landschaftsparks Nord in Duisburg an den Start. Ausrichter der Kletterwettkämpfe ist die UIAA (Internationaler Verband aller Alpenvereine) und der DAV. Qualifiziert im Schwierigkeitsklettern sind die jeweiligen Deutschen Meister, Marietta Uhden (Bad Tölz) und der Siegener Daniel Jung, sowie Lisa Knoche (Sektion Freising) und Sebastian Hartung (Sektion Augsburg) im Speedklettern.

Zeitplan World Games
- Freitag, 22. Juli: ab 19.30 Uhr Finale Speed
- Samstag, 23. Juli: 16.15 Uhr Halbfinale Sportklettern
- Samstag, 23. Juli: 19.30 Uhr Finale Sportklettern


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