
Bettina Schöpf

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VAUDE

Bettina Schöpf

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Siegerinnen der EM 2004

EM in Lecco

Halbfinale in Serre Chevalier

Bettina Schöpf im Finale

Bettina Schöpf
Kletter-WM 2005: Interview mit Bettina Schöpf (05/2005)
M2b Redaktion am 24.05.2005 - 16:58 Uhr
Bettina Schöpf (Imst), amtierende Europameisterin im Sportklettern, weiß derzeit nicht, ob sie Anfang Juli bei der WM in München überhaupt an den Start gehen kann - eine Verletzung am linken Mittelfinger macht ein gezieltes
Training unmöglich. In den nächsten Tagen werden Mediziner eine erneute Diagnose stellen. Keine leicht zu nehmende Situation für die Österreicherin, die erst im letzten Herbst eine schwere Bänderverletzung zu überwinden hatte und sich in einer besseren Form als je zuvor wähnt.
Mountains2b: Wie genau haben Sie Sich die Verletzung zugezogen?
Bettina Schöpf: Ich war in der Kletterhalle in Imst Bouldern - eigentlich so wie sonst auch. Ich habe mich gut aufgewärmt und dann ein paar Züge an kleineren Griffen probiert. Ich wollte gerade einen Griff durchziehen, da habe ich ein Zischen im linken Mittelfinger gehört: Mir hat es die Finger der linken Hand aufgeklappt; es war ein Gefühl, als ob man mir den Mittelfinger langgezogen hätte. Die Stabilität im Finger fehlte und ich konnte an den Klettergriffen keine Kraft mehr entwickeln. Ich wusste sofort, dass es das Ringband war. Und dachte nur: "Weshalb passiert das schon wieder mir?". Nach der Bänderverletzung am Sprunggelenk im letzten Herbst hatte ich mich wieder gut erholt und mich sehr gut auf die neue Saison vorbereitet. Eine Woche vor dem ersten Weltcup 2005 erwischt mich mit dem Einriss des Ringbandes dann schon wieder eine Verletzung. Das ist wirklich schade, denn meine Form ist besser denn je - ich wusste, dass ich ganz vorne mitklettern kann. Jetzt muss ich leider pausieren.
Mountains2b: Wie lange werden Sie noch pausieren müssen? Kommt der Heilungsprozess voran?
Bettina Schöpf: Das ist schwierig zu sagen. Die Verletztung habe ich mir vor fünf Wochen zugezogen und es fühlt sich noch immer nicht viel besser an. Ich muss die Verletzung noch einmal anschauen lassen und abwarten, was die Experten sagen.
Mountains2b: War die Saisonvorbereitung vor der Verletzung gut verlaufen?
Bettina Schöpf: In der Tat, die Form ist besser denn je.
Mountains2b: Inwieweit können Sie Sich derzeit überhaupt sportlich betätigen? Geht etwas, oder hat der Arzt absolute Ruhe verordnet?
Bettina Schöpf: Die Fingerverletzung hat im Vergleich zur Bänderverletzung am Sprunggelenk den Vorteil, dass ich nicht liegen und ruhen muss, sondern wenigstens sporteln kann, um mich fit zu halten. Im Moment trainiere ich viel im Studio INJOY in Imst. Ich bin auch viel mit dem Rennrad unterwegs. Und ich freue mich schon wieder auf den Zeitpunkt, die ersten Kletterversuche an der Wand machen zu können.
Mountains2b: Einen konkreten Bewerb haben Sie aber noch nicht ins Auge gefasst?
Bettina Schöpf: Ich habe natürlich schon so einige Ziele im Kopf, aber im Moment ist es einfach nicht absehbar, wann ich wieder einsteigen kann. Ich glaube, das wird seine Zeit brauchen.
Mountains2b: Den Heim-Weltcup nicht bestreiten zu können schmerzt vermutlich besonders - platzen Sie fast vor Ärger? Auf der anderen Seite treten Verletzungen im Leistungssport schließlich immer wieder auf, so bitter das ist...
Bettina Schöpf: Im Leistungssport ist das genau so: Du bist einmal oben, einmal unten! Im Moment habe ich solch einen Tiefpunkt erreicht. Von meiner jetzigen Warte aus gesehen kann es nur aufwärts gehen.
Im ersten Moment nach der Verletzung sind mir die Tränen gekommen und ich habe mich tierisch geärgert. Mittlerweile kann ich mit der Situation aber gut umgehen. Ich nutze die Zeit für Dinge, die normalerweise hinter
Training und den Bewerben anstehen. Ärgern, das nützt nichts, dadurch wird die Verletzung auch nicht geheilt.
Mountains2b: Wie werden Sie die nächsten Wochen angehen?
Bettina Schöpf: So wie es aussieht, werde ich auch in den nächsten Wochen nicht viel an der Wand trainieren können. Mal schauen, was die Experten in den nächsten Tagen zur Verletzung sagen. Ich werde das Ganze locker angehen und dann sehen, wie es sich entwickelt. Auf jeden Fall gibt es ein Comeback!
Mountains2b: Können Sie die derzeitige Situation im Weltcup einschätzen?
Bettina Schöpf: Das ist sehr schwer, da ich keinen Bewerb live miterlebt habe. Nach dem Weltcup in Imst kann ich dazu mehr sagen. Dort möchte ich, wenn auch nur im Publikum, dabei sein. Bei den Weltcups stark geklettert ist mit zwei Siegen auf jeden Fall Eiter Angela. Um das Stockerl können wiederum mehrere mitklettern, und ich glaube, dass es in der Auseinandersetzung um die besten Plätze heuer wieder ziemlich eng zugehen wird und wir wechselnde Stockerlbesetzungen erleben.
Mountains2b: Wie ist die Situation in der österreichischen Damenmannschaft im Vorfeld der WM, die seit geraumer Zeit auf hohem internationalen Niveau agiert?
Bettina Schöpf: Das kann ich leider wirklich nicht beurteilen, da ich die meisten Mädels aus der Damenmannschaft aufgrund meiner Verletzung schon lange nicht mehr gesehen habe. Ich persönlich erlebe die Situation eher entspannt, da ich durch den Europameistertitel 2004, Gott sei Dank, einen Fixplatz bei der WM habe; den ich nur zu gerne in Anspruch nehmen würde...
Mountains2b: Sind für die WM Favoriten auszumachen?
Bettina Schöpf: Dazu möchte ich keine Prognose abgeben. Es gibt immer ein paar favorisierte Personen, von denen man glaubt, dass der eine oder die andere gewinnen müsste. Manchmal gewinnen dann aber ganz andere - fit sind sicher viele Athleteninnen und Athleten. Es kommt halt auch auf die Tagesform und vielleicht auf das bisschen mehr Glück an, um die WM gewinnen zu können. Für diesen Titel zählt eben nur ein einziger Bewerb.
Mountains2b: Bei anderer Gelegenheit hatten Sie Sich dahingehend geäußert, dass die Freude groß darüber ist, bei den Worldgames an den Start gehen zu dürfen. Ein Start in Duisburg ist weiterhin ein Ziel in dieser Saison?
Bettina Schöpf: Ein großes Ziel, auf das ich lange hingearbeitet habe! Der Verletzungsteufel meint es aber nicht so gut mit mir im Moment. Mal schauen, wie sich die Verletzung entwickelt und ob ich dieses Ziel verwirklichen kann.
Mountains2b: In den Vorjahren hatten Sie zwischendurch immer wieder mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. Wird man in solchen Situationen nachdenklich?
Bettina Schöpf: Nachdenklich wird man in solchen Situationen immer. Es ist einfach schade, wenn man topfit ist. Schließlich habe ich hart trainiert, kann das aber bei den Bewerben nicht zeigen und umsetzen. Vielen Sportlern geht das so - das ist Leistungssport. Im ersten Moment ist man auch etwas frustriert - das ist natürlich; irgendetwas würde nicht stimmen, wenn das nicht so wäre! Im Moment nutze ich die Zeit für andere Dinge: Kletterkurse leiten, Kurzaufenthalte in Italien, zum Rennrad fahren mit meinem Freund, für die Diplomarbeit.
Mountains2b: Ganz abgehakt haben Sie die WM aber noch nicht, oder?
Bettina Schöpf: Sollte ich teilnehmen können, möchte ich auf jeden Fall im Finale mitklettern.
Mountains2b: Vielen Dank, dass Sie sich Zeit für uns genommen haben. Gute Besserung.
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