
Daniel Jung

WM 2005

Daniel Jung

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Andreas Bindhammer

Christian Bindhammer

Marietta Uhden

Daniel Jung
Kletter-WM 2005: Interview mit Daniel Jung (05/2005)
M2b Redaktion am 01.06.2005 - 16:15 Uhr
Geboren am 16. November 1983, trainiert Daniel Jung in der Alpenvereinssektion Siegerland. Durch den Gewinn des Titels bei der Deutschen Meisterschaft 2004 ist er bereits für die Weltmeisterschaft in München (01. bis 05. Juli 2005) qualifiziert. Der DAV bat Jung im Vorfeld des Großereignisses um einige Antworten.
Alpenverein: Wann hast Du mit dem Klettern angefangen und wie bist Du zu dieser Sportart gekommen?
Daniel Jung: 1992 war ich mit meinen Eltern auf einer Messe, wo eine Kletterwand rumstand, an der ich zum ersten Mal geklettert bin. Leider gab es bei uns in Siegen keine Möglichkeit zu klettern. 1997 habe ich dann erfahren, dass die Jugendgruppe des DAV der Sektion Siegerland mittlerweile eine Kletterwand hatte. Ende 1998 bin ich dort dann regelmäßig Klettern gewesen. Mein Bruder Markus hat 1998 auch angefangen zu klettern. Seitdem gehe ich mit ihm immer in den Ferien am Fels klettern.
Alpenverein: Als Sportkletterer muss man bis in den kleinsten Muskel trainiert sein. Was tust Du, um fit zu bleiben?
Daniel Jung: Ich trainiere meine Ausdauer im Kletterzentrum Chimpanzodrome in Frechen bei Köln. Meine Maximalkraft kann ich super bei mir zu Hause an meiner eigenen kleinen Wand trainieren. Ansonsten klettere ich gerne und viel in der Natur. Das ist super, um Bewegungserfahrungen zu sammeln und man bekommt auch Ausdauer und Maximalkraft.
Alpenverein: Bis zur Weltmeisterschaft sind es noch sieben Wochen. Wie bereitest Du Dich darauf vor?
Daniel Jung: Einfach gut und viel klettern!
Alpenverein: Was waren für Dich Deine größten Erfolge beim Klettern?
Daniel Jung: Im Wettkampf der nationale Meistertitel 2004 und zwei Jahre zuvor der zweite Platz beim Bouldercup. Am Fels "Le cadre" (8c) bei Ceüse und "Resistance" (8c) am Schleier Wasserfall.
Alpenverein: Welche Ziele hast Du beim Klettern? Was möchtest Du in Deinem Sport erreichen?
Daniel Jung: Eigentlich will ich nichts Bestimmtes erreichen. Ein paar gute Platzierungen bei Wettkämpfen wären ganz schön. Ich möchte einfach viel und gut klettern. Cool wäre es, wenn ich Zeit zum Reisen in viele Klettergebiete hätte.
Alpenverein: Was macht einen guten Kletterer aus?
Daniel Jung: Ein gutes Körpergewicht-Kraft-Verhältnis und viel Bewegungserfahrung. Ein guter Kletterer braucht in komplizierten Situationen nicht zu überlegen, wie er das Kletterproblem lösen soll - er muss wissen wie's geht!
Alpenverein: Welche Vorteile bringt Dir das Klettern im Alltag?
Daniel Jung: Ich weiß etwas mit meiner Freizeit anzufangen!
Alpenverein: Stell Dir vor, Du würdest nicht Klettern - welche Sportart wäre es dann für Dich geworden?
Daniel Jung: Wahrscheinlich wäre ich beim Skaten geblieben oder würde mehr Mountainbike fahren.
Alpenverein: Was machst Du, wenn Du nicht kletterst - hast Du noch andere Hobbies?
Daniel Jung: Mountainbike fahren, Musik hören und sonstige lustige Sachen machen.
Alpenverein: An was denkst Du, wenn Du in der Wand hängst?
Daniel Jung: Ich bin voll konzentriert beim Klettern.
Alpenverein: Hast Du bestimmte Rituale bevor Du in die Wand steigst?
Daniel Jung: Beim Wettkampf gehe ich ruhig und konzentriert an die Sache ran. Vor einer schweren Route am Fels, die ich vorher schon ausgecheckt habe, gehe ich alle Bewegungen im Kopf durch.
Alpenverein: Hast Du Dich beim Klettern schon Mal schwer verletzt?
Daniel Jung: Nein, noch habe ich keine schweren Verletzungen gehabt.
Alpenverein: Was ist Dein "größtes" Ziel?
Daniel Jung: Mich nicht zu verletzen und Spaß haben!
Alpenverein: Wo macht ein Kletterer Urlaub?
Daniel Jung: Wo es schöne Felsen gibt! Klettern in der Natur ist Urlaub!
Alpenverein: Klettern ist ein Sport für abenteuerhungrige Männer, die im Sonnenuntergang halbnackt an endlos hohen Felswänden hangeln. Was hältst Du von diesem Klischee?
Daniel Jung: Kann schon sein, dass viele Leute so denken. Es klettern aber auch viele Frauen und es ist in jedem Alter machbar. Ich klettere aber nicht, weil ich abenteuerhungrig bin, sondern hauptsächlich weil ich Spaß an den Bewegungen habe, mich an meinem Limit zu bewegen und meine Leistungsgrenze zu pushen. Teilweise bin ich aber vielleicht auch ein wenig abenteuerhungrig.
Quelle
www.rothundlorenz.de
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