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Wolfgang Wabel

WM 2005

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Christian Bindhammer

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Würth am Boulder

Int. Masters in China 2004

Markus Hoppe

Kletter-WM 2005: Interview mit Wolfgang Wabel (05/2005)

M2b Redaktion am 30.05.2005 - 12:52 Uhr

Seit etwa einem halben Jahr bereitet ein neunköpfiges Managementkomitee des Deutschen Alpenverein die Kletter-WM vor, die vom 01. bis zum 05. Juli im Rahmen der Sommer-ispo 2005 in München ausgetragen wird. Noch sind einige Fragen offen: Wo stehen die deutschen Aktiven? Zieht das Trainingskonzept im Hinblick auf den Jahreshöhepunkt? Welche Nachwuchskletterer fahren im August zur WM nach China? Sportökonom Wolfgang Wabel, der seit 2002 die Abteilung "Spitzenbergsport" beim DAV leitet, gibt Antworten.

Mountains2b: Kommen die Vorbereitungen für die WM voran? Haben Sie Ihre Hausaufgaben gemacht?
Wolfgang Wabel: Mit dem derzeitigen Stand der Dinge bin ich sehr zufrieden. Unsere Planung und Organisation greift. Auch wenn noch tausende Kleinigkeiten zu regeln sind: Wo findet der eine oder andere Empfang statt? Wie genau setzen wir die Videoübertragung um? Und, und, und - die zentralen Fragen im Hinblick auf Unterbringung der Sportler, Budgetierung und Finanzierung der Großveranstaltung, die sportliche Vorbereitung unserer Aktiven, den Ablauf des Rahmenprogramms und die Organisation der Öffentlichkeitsarbeit sind geklärt.

Mountains2b: Seit wann stellt der Alpenverein denn wieviele Personen zwecks Planung und Umsetzung der WM ab?
Wolfgang Wabel: Sicherlich können wir uns nicht ausschließlich auf die WM konzentrieren, dazu ist unsere Arbeit und sind unsere Verpflichtungen als Breitensportverein zu vielseitig. Man kann aber schon sagen, dass intern beim DAV seit Dezember 2004 neun Personen mit der Vorbereitung der WM beschäftigt sind. Zudem werden wir bei der Pressearbeit von einer Agentur unterstützt. Im direkten Vorfeld und während der Wettkämpfe wird der Personalaufwand natürlich unvergleichbar viel höher sein.

Mountains2b: Sie selbst tragen die Gesamtverantwortung für ein gutes Gelingen. Können Sie noch ruhig schlafen?
Wolfgang Wabel: Ich begleite den Planungsprozess seit nunmehr zweieinhalb Jahren. Die Anspannung nimmt zwar zu, Unruhe kommt aber keine auf - noch nicht.

Mountains2b: Beruhigend dürfte sich auswirken, dass im Vorfeld der WM viel Positives zu hören ist. Der internationale Kletterverband ist guter Dinge, die Aktiven sind voller Vorfreude...
Wolfgang Wabel: ... auch wenn internationale Kletterveranstaltungen in Deutschland einen guten Ruf genießen: Von Vorschusslorbeeren halte ich nichts! Wir haben uns Mühe gegeben, möglichst viele Akteure in die Organisation der WM einzubeziehen. So fanden zum Beispiel zahlreiche Treffen mit Vertretern der UIAA/ICC statt. Darüber hinaus pflegen wir einen intensiven Kontakt mit anderen Großveranstaltern, von deren Erfahrungen wir nur profitieren können. Und wir haben ein Konzept, das wir umsetzen. Wenn wir auf diesem Wege dazu beitragen, wieder einen internationalen Wettkampf zu aller Zufriedenheit umzusetzen, umso besser. Noch aber besteht kein Grund zum Jubeln - das heben wir uns für die Sportlerinnen und Sportler in der Wand auf.
Positive Äußerungen sind auch bis an unsere Ohren vorgedrungen; das motiviert natürlich mächtig, das ist doch klar.

Mountains2b: Motivieren die Resultate der deutschen Damen und Herren bei internationalen Bewerben der neuen Saison auch? Wie beurteilen Sie den Leistungsstand der nationalen Spitzenkader?
Wolfgang Wabel: Uneingeschränkt Positiv. Auf der einen Seite kann man anhand der Ergebnislisten objektiv ablesen, dass Spitzenplatzierungen der deutschen Kletterelite bei internationalen Bewerben nach wie vor nicht die Regel sind. Auf der anderen Seite muss man aber wissen, dass wir das Training mit Bundestrainer Finkel und den Aktiven ausschließlich auf die WM hin ausgelegt haben. Die Weltmeisterschaft im Juli ist der erste und einzige Höhepunkt des Jahres. Zudem ist die Leistungsdichte in der Weltspitze einfach enorm hoch; du kannst derzeit eine Topleistung bringen und dennoch das Finale verpassen.
Einige unserer Sportlerinnen und Sportler haben bei den bisherigen Boulder- und Schwierigkeitsweltcups des Jahres die Finals wiederholt nur knapp verpasst. Die Boulderer zum Beispiel reihten sich dabei eben nicht mehr im hinteren, sondern im vorderen Mittelfeld ein. Die Richtung stimmt!

Mountains2b: Pro Disziplin dürfen Sie fünf Aktive für die WM melden. Werden Sie alle Kontingente ausschöpfen?
Wolfgang Wabel: Nein. Im Sportklettern sind bei den Damen Marietta Uhden, Nadine Ruh und Lisa Knoche bereits qualifiziert und gesetzt. Wenn Damaris Knorr fit ist, wird auch sie an den Start gehen; noch plagt sie sich aber mit einer Fingerverletzung. Lisa Knoche zeigt momentan eine derart erfreuliche Leistungsentwicklung, dass wir sie in jedem Fall starten lassen werden.
Bei den Herren sind in dieser Disziplin bis dato der deutsche Meister Daniel Jung, Timo Preußler und Christian Bindhammer qualifiziert - der Weltcup in Imst und eine interne Ausscheidung im Rahmen eines Trainingslehrgangs werden über die verbleibenden zwei Startplätze entscheiden.
Im Bouldern gehen Sedlmeyer, Haager und Bauer bei den Damen, sowie Karsten Borowka, Christian Benk und Peter Würth an den Start - Neuhaus, Merz und André Borowka kämpfen um die verbleibenden zwei Startplätze.
Christian Benk ist eigentlich auch für die Speed-Konkurrenz qualifiziert. Da das Bouldern aber direkt im Anschluss an die Speed-Bewerbe ausgetragen wird, verzichtet er auf einen Start. Bei den Herren treten dort Sebastian Hartung und Johannes Lau an, Lisa Knoche ist unsere Hoffnung bei den Damen. Wir werden unser Kontingent also zu drei Vierteln abdecken.

Mountains2b: Wie ist die Stimmung im Team um Bundestrainer Finkel?
Wolfgang Wabel: Ich habe regelmäßig und intensiv Kontakt mit dem Bundestrainer und auch mit den Aktiven. Die Stimmung ist gut. Es gibt keinen Grund zur Klage. Natürlich besteht im Hinblick auf offene Startplätze ein Konkurrenzverhältnis zwischen einigen Sportlerinnen und Sportlern. Damit gehen aber alle sehr vorbildlich um.

Mountains2b: Nur einen Monat nach der WM findet im August in China die Junioren-WM statt. Der deutsche Nachwuchs sorgt derzeit für ordentlich Wirbel. Was sagen Sie dazu?
Wolfgang Wabel: Wie für die Älteren München, ist die WM in China der klare Saisonhöhepunkt des Nachwuchses. Auch in diesem Bereich ist das Training entsprechend angelegt. Bei den ersten beiden Jugend- und Juniorencups dieser Saison konnten wir uns über zehn, beziehungsweise fünf Finalteilnahmen freuen. Beide Veranstaltungen waren sehr stark besetzt, beim zweiten Bewerb in Imst haben zudem einige Deutsche die Finals nur knapp verpasst. Insbesondere Juliane Wurm und Felix Neumärker klettern ganz vorne mit. Die Liste vielversprechender Namen ist aber um einiges länger. Unser Kriterium für eine Qualifikation ist eine Finalteilnahme; allerdings werden wir nur die jeweils besten beiden Aktiven einer Altersklasse mit zweien unserer drei Jugendtrainer nach China schicken.
Jedenfalls ist es insbesondere dieser Nachwuchs, der mich doch immer häufiger das Wort "Weltklasse" in den Mund nehmen lässt. Auch im Zusammenhang mit den Senioren; allerdings ist dort die Leistungsdichte hinter den Protagonisten nicht ganz so groß wie bei den Jüngeren.

Mountains2b: Danke, dass Sie Sich Zeit für uns genommen haben.

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Deutscher Alpenverein


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