
DSC 2005 in Kempten

Stefan Winter (DAV)

Winter und Ruh bei der Routenbesichtigung vor dem Finale

Bindhammer bei der Besichtigung der Finalroute

Besichtigung

Die Kletteranlage in Kempten

DSC 2005 in Kempten

DSC 2005 in Kempten

DSC 2005 in Kempten

Nadine Ruh

Uhden und Preußler im Halbfinale

Routenbesichtigung
Interview mit Stefan Winter (09/2005), DSC in Leipzig
M2b Redaktion am 27.09.2005 - 14:07 Uhr
Am 01. Oktober wird in Leipzig der Deutsche Sportklettercup entschieden. Nach Karlsruhe und Kempten werden dort Tages- und Gesamtsieger ermittelt und die letzten Startplätze für die Deutsche Meisterschaft vergeben. Tags darauf am Sonntag misst sich der Nachwuchs im Rahmen des Jugend- und Juniorencups. Wir sprachen mit Stefan Winter aus der Spitzensport-Abteilung des Deutschen Alpenverein über den anstehenden Bewerb und über die zurückliegenden DSC-Wettkämpfe dieser Saison.
Sonderseite zum DSC
Wir berichten im Rahmen einer Sonderseite ausführlich über den DSC in Leipzig. Sie finden dort bereits eine Berichterstattung zum Bewerb in Kempten. Unter anderem stehen Videos aller Finalbegehungen zum Download bereit.
Mountains2b: Wer sind in Leipzig die Favoriten bei den Damen und Herren? Mit wem ist im Hinblick auf den Tages- und auf den Gesamtsieg zu rechnen?
Stefan Winter: Favoritin für den Gesamtsieg ist klar Lisa Knoche. Sie könnte ihre bisher erfolgreichste Saison krönen. Bei den Herren liegen derzeit Andreas und Christian Bindhammer punktgleich auf Platz eins. Für den Tagessieg kommt bei den Damen natürlich Lisa Knoche in Frage, es sei denn, Marietta Uhden wird starten. Bei den Herren gehört Timo Preußler zum engsten Favoritenkreis und natürlich - mit Heimvorteil - die Sachsen.
Mountains2b: Wie sieht das Formbarometer der deutschen Kletterelite derzeit aus? Timo Preußler konnte in Marbella mit einem weiteren Top Ten-Ergebnis im Weltcup überzeugen, auch Hoppe und die Bindhammers kletterten solide. Damen waren aber keine am Start...
Stefan Winter: Timo Preußler scheint momentan den richtigen Mix aus Kletterstil und Kondition gefunden zu haben und surft auf der Erfolgswelle. Christian Bindhammer hat das Finale in Marbella denkbar knapp verpasst. Sein Bruder Andreas räumte am Fels ziemlich ab, die Umsetzung ans Plastik wäre ihm noch besser zu wünschen. Markus Hoppe wird sicherlich voll motiviert an den Start gehen.
Bei den Damen befinden wir uns nach Marietta Uhdens und Damaris Knorrs Rückzug aus dem internationalen Geschehen in einer Umbruchphase, die von Lisa dominiert wird. Nahezu optimal läuft es bei der Jugend, mit Felix Neumärker als erstem deutschen Vizeweltmeister und Juliane Wurm als
Bronzemedaillengewinnerin in China.
Mountains2b: Leipzig ist nach Karlsruhe und Kempten die dritte Station dieser Wettkampfserie 2005. Auch wenn der letzte Bewerb noch aussteht: Können Sie bereits ein Fazit ziehen? Wie sind die in diesem Jahr gezeigten Leistungen einzuschätzen? Waren die Bewerbe vor Ort gut organisiert? Womit waren Sie seitens des DAV nicht zufrieden?
Stefan Winter: Karlsruhe war ein Spitzenauftakt mit einer Stimmung im Halbfinale, wie ich sie bei Kletterwettkämpfen noch nie erlebt habe. Dann Kempten bei Sonne - das ist immer eine Reise wert! Beide Sektionen haben wirklich vorbildlich organisiert. Mit dem Profil des DSC hat der DAV ein tolles Sportevent; die TV-Medien müssten halt noch verstärkt anbeißen und mehr darüber berichten.
Mountains2b: Der Bouldercup war jüngst in Leipzig nicht so gut besucht, sowohl was die Meldungen der Aktiven, als auch die Zuschauerresonanz betrifft. Woran lag das?
Stefan Winter: Der Termin wurde zu spät veröffentlicht und lag in der letzten Woche der Sommerferien. Es ging leider nicht anders. Dafür wurde vor Ort eine Filmnacht vom Feinsten geboten.
Mountains2b: Wer muss bei den Damen und Herren in Leipzig gute Leistungen zeigen, um sich noch für die Deutsche Meisterschaft in Forchheim zu qualifizieren?
Stefan Winter: Will Marietta Uhden auf Nummer sicher gehen, muss sie in Leipzig starten. Julia Winter muss auch nochmal richtig nachlegen, was ihr zu Hause aber gelingen sollte. Bei den Herren sind es einige Nachwuchstalente wie
Maxi Wörner oder Friedemann Walther, die das Ticket zur DM nur noch durch sehr gute Leistungen lösen können.
Mountains2b: Mit wem rechnen Sie bei der DM? Für Marietta Uhden geht in Forchheim eine lange Wettkampfkarriere zu Ende. Blicken Sie ruhig und erwartungsfroh auf den Nachwuchs?
Stefan Winter: Die Nachwuchskletterer haben gerade in China bei der Jugend-WM bewiesen, dass sie auf dem richtigen Weg sind. Mit Juliane Wurm, Felix Neumärker und Thomas Tauporn hat der DAV drei Talente im Kader, um die uns andere Verbände beneiden. Entscheidend ist in den kommenden Jahren eine Niveau- und Qualitätssteigerung auf Landesebene zu erreichen. Hier wird sich der DAV engagieren und die WM in München war diesbezüglich sicher auch ein wichtiger Impuls.
Mountains2b: In Leipzig wird am Samstag auch die Deutsche Meisterschaft im Speedklettern ausgetragen. Welche Favoriten sind in dieser Disziplin zu nennen?
Stefan Winter: Bei den Damen ist das Lisa Knoche und bei den Herren sind es Sebastian Hartung und Johannes Lau. Insgesamt hoffen wir auf eine große Beteiligung, denn Speedklettern muss in Deutschland erst noch wachsen.
Mountains2b: Nach der Weltmeisterschaft in München und den Worldgames in Duisburg findet in Leipzig bereits der dritte große Speedbewerb des Jahres in Deutschland statt. Diese alte Disziplin kommt an einer jetzt standardisierten Wand in neuem Gewand daher. Den Zuschauern scheint es zu gefallen, den Medien auch - mindestens äußern sie sich eher positiv. Wie fällt Ihre Einschätzung zum Speedklettern in dieser Form aus?
Stefan Winter: Speedklettern ist eine Variante des Wettkampfkletterns - den einen gefällt's, den anderen nicht! Vergleichbar vielleicht mit den kurzen, eineinhalb Kilometer langen Sprints im Langlauf - die diesem Sport viel Aufmerksamkeit gebracht haben. Rein sportlich gesehen hat es zwar nichts mit dem Klettern draußen zu tun, aber es ist beeindruckend, diese Kletterleistungen zu sehen. Von Vorteil ist, dass die Entscheidungen sehr schnell fallen und die Sieger auch für Laien sofort erkennbar sind.
Mountains2b: Die deutschen Nachwuchskletterer messen sich am Sonntag in Leipzig, Sie haben einige Aktive bereits angesprochen. Wie wird der DAV, da wir uns langsam aber sicher dem Saisonende nähern, in der Jugend A und B und bei den Juniorinnen und den Junioren weiterarbeiten?
Stefan Winter: Zuvorderst werden wir in Leipzig alles tun, um den Jugendlichen einen guten Wettkampf zu bieten. In der Jugend liegt die Zukunft und deshalb wird der DAV nach dieser Saison das Wettkampfkonzept des DJC überdenken, um 2006 eventuell mit Verbesserungen aufzuwarten. Peking war ein großer Erfolg - ein Dank an dieser Stelle an die "Kids", Eltern und Trainer.
Mountains2b: Vielen Dank, dass Sie Sich Zeit für uns genommen haben.
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