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Lawinen: Elementares in zehn Teilen

M2b Redaktion am 04.12.2006 - 13:46 Uhr

Schnee ist eine besondere Form der Materie: Trotz einer gigantisch großen Zahl an Flocken existieren auf unserem Globus keine zwei identischen Schneekristalle!

Faszination und Gefahr
Die Eigenschaften gefrorenen Wassers sind vielfältig, was dazu führt, dass seine Oberfläche, abhängig von den Umgebungsbedingungen, fest erstarrt aber auch biegsam und plastisch verformbar sein kann.
Die aus dieser Beschaffenheit resultierenden Konsequenzen sind für den alpinaffinen Menschen weitreichender, als man im ersten Moment bereit ist anzunehmen.
Wenn sich im Laufe eines Winters der weiße Mantel über die Landschaften legt, verdichtet jede Flocke, die den Boden erreicht, mit ihrem Gewicht das Material unter sich; in der Regel verbinden sich die Kristalle, doch nicht immer. Unter bestimmten Bedingungen entstehen Gefüge, die die unterschiedlichen Schneeschichten nicht miteinander verzahnen oder gar zu Eis werden, sondern aneinander vorbeigleiten lassen. Dann lauert verborgen eine ungemein zerstörerische und kraftvolle Gefahr unter der Schneedecke.

Uneingeschränkte Erreichbarkeit
Seit altem Herkommen berichten Alpenbewohner von Lawinenabgängen und -unglücken. Heutzutage halten sich aber ungleich mehr Menschen im hochalpinen Bereich auf als je zuvor.
Eine zunehmende Zahl Bergbegeisterter erreicht immer leichter bis hoch hinauf erschlossene Lagen oder wagt mit modernster Ausrüstung die Versuchung jenseits ausgetretener Pfade und vielbefahrener Pisten. Sie wählt bewusst das Risiko in Erwartung eines Naturschauspiels oder einer Herausforderung, wie sie uns allen zugänglich sind.

Die zehn Folgen
In diesem Spannungsfeld verweisen wir in zehn thematischen Blöcken auf wesentliche Sachverhalte der Lawinenkunde, sowie die hochalpine Ausrüstung, die unabdingbar ist, will man die gefährliche weiße Faszination erleben.

Interviews
Für die Interviews standen unter anderem erfahrene Skibergsteiger und Alpinisten zur Verfügung.

I: Faszination abseits der Pisten
Fasziniert uns das Naturschauspiel, die körperliche Herausforderung? Erreichen die echten Größen des Lebens am Berg ihre eigentliche Wichtigkeit? Was lässt die "Grenzgänger" ein kalkuliertes Risiko eingehen? Hat der Mensch ein Bedürfnis nach Natur? Was treibt uns in die verschneite Bergwelt?

II: Ausrüstung abseits der Pisten
Überblick gängiger Ausstattungen von der Bekleidung bis hin zu hochentwickelter, moderner Sicherheitstechnik. Welches Equipment ist für Unternehmungen abseits der Piste wichtig oder gar überlebenswichtig?

III: Notwendiges Wissen abseits der Pisten
In Skigebieten werden die gesamten Areale im Hinblick auf Schneelagen und Lawinengefahr beobachtet und Kontrollen unterzogen. Entsprechend ausgegebene Warnungen und Empfehlungen sind ausnahmslos zu beachten. Über Schneefälle, Lawinenlageberichte, Risiken und daraus resultierende Verhaltensweisen.

IV: Methoden zur Beurteilung der Lawinengefahr
Vorgestellt werden Methoden zur Beurteilung der Lawinengefahr und mögliche Kombinationen dieser Ansätze.
Kennen Sie Munters "Lawinen 3x3"? Thematisiert werden das Wetter in seinen Facetten von Wind, Temperatur und Niederschlägen, sowie problematische Hangexpositionen und andere Fragen, die eine Orientierung im offenen Gelände ermöglichen.

V: Planung abseits der Pisten
Vorhandenes Wissen und Material sollte nur im Zusammenspiel mit einer vorausschauenden Planung eingesetzt werden. Wie hat man sich vorzubereiten, wenn man allein oder in einer Gruppe eine Tour auf schneebedeckten Hängen unternehmen möchte? Was zu bedenken ist, wo man sich erkundigen kann, was Lawinenwarndienste an Daten bieten, inwieweit das für die konkrete Planung Sicherheit und Machbarkeit bedeutet.

VI: Taktik und Strategie vor Ort im Gelände
Selbst die intensivste Planung ist vor Ort bei der Spursuche und Hangwahl in Frage zu stellen; je nach vorgefundenen Bedingungen ist eine Entscheidung neu abzuwägen. Warum dieser Entscheidungsschritt von elementarer Bedeutung ist und wie schnell Wagemut und Unberechenbarkeit zum Verhängnis werden können.

VII: Die häufigsten Fehler
Warum Wahrnehmungsfehler passieren und welche Rolle Einstellung und Persönlichkeit am Berg spielen.
Vorgestellt werden Faktoren, die häufig zu Lawinenunfällen führen. Über weit verbreitete, aber falsche und gefährliche Meinungen und über gruppendynamische Prozesse.

VIII: Überlebenschancen bei Verschüttung
Über die Gefahren beim Lawinenabgang und über düstere Aussichten.

IX: Erste Hilfe/Bergrettung
Inwieweit richtiges Handeln Leben retten kann.

X: Rechtliche Aspekte eines Lawinenunfalls
Wer hat die Lawine ausgelöst, wer ist ihr Opfer - marternde Fragen, gleich, von welcher Warte aus. Wer haftet für entstandene Schäden?

Quellen und Literatur
- www.vdbs.de
- Günter Durner und Alexander Römer, Lawinen Know-How, 1. Aufl. 2003, ISBN 3-9807101-5-7
- Günter Durner und Alexander Römer, Erste Hife Bergrettung, 1. Auflage 2002, ISBN 3-9807101-2-2
- Werner Munter, 3x3 Lawinen - Entscheiden in kritischen Situationen, 2. Aufl. 1999, ISBN 3-00-002060-8
- Martin Engler, Die weiße Gefahr: Schnee und Lawinen ..., 1. Aufl. 2001, ISBN 3-9807591-1-3


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