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Spezial "Richtig Nordic Walken": Tipps zur Ausrüstung, Folge 2
M2b Redaktion am 06.08.2004 - 10:00 Uhr
Willkommen zum zweiten Teil unseres Spezials "Richtig Nordic Walken". Diese Ausgabe dreht sich rund um die Ausrüstung für die Ausdauertrendsportart.
Das Angebot ist vielfältig
Die Ausrüstung eines Nordic Walkers sollte mindestens folgende "Accessoires" beinhalten: Lauf- oder Walkschuhe, Nordic Walking Stöcke und die richtige Kleidung. Für diejenigen, die den Sport regelmäßig betreiben und sich und den Trainingserfolg kontrollieren möchten, empfehlen wir ein Pulsmessgerät, mit dem die richtige Trainingssteuerung erzielt werden kann.
Augen auf beim Schuhkauf
Die Schuhe sind eigentlich mit das wichtigste Equipment eines sich gehend oder laufend fortbewegenden Menschens. Der Schuh stellt die Verbindung zum Untergrund her, muss den auftretenden Kräften widerstehen und darf keine Druckstellen am Fuß verursachen. Es gibt mehrere Parameter, die man beim Schuhkauf beachten sollte:
- Körpergewicht
- Fußstellung
- Achsstellung
- Ganglinie
- Laufstil
- Verwendungszweck
- Bevorzugter Laufuntergrund
- Laufumfang
Wenn man zum Schuhe kaufen in ein Geschäft geht, sollte man zunächst einmal, falls vorhanden, seine alten Lauf- oder Sportschuhe mitnehmen. Für den Verkäufer sind die Form des Schuhs, Abreibungen an der Sohle und eventuelle Belastungsbesonderheiten sehr aufschlussreich für die Wahl eines neuen Schuhs. Aus einer innen abgeriebenen Laufsohle lassen sich zum Beispiel Rückschlüsse auf ein bestimmtes, nach innen belastetes, Abrollverhalten des Fußes ziehen.
Körpergewicht
Das Körpergewicht des Nordic Walkers ist der erste zu beachtende Punkt. Ein Sportler, der mehr Gewicht auf die Waage bringt, wird in der Regel auch einen stabileren Schuh benötigen, da dieser höhere Belastungen kompensieren muss. Eine einseitige Auswahl nach Gewicht ist aber nicht ratsam, da Fußstellung, Abrollverhalten und Laufgeschwindigkeit mit in die Bewertung eingehen sollten.
Fußstellung/Fußform
Als nächstes sollte auf die Fußform eingegangen werden. Hier wird zwischen Normalfuß, Hohlfuß, Senkfuß und Knick-Senkfuß/Plattfuß unterschieden. Je nach Form ist eine Verstärkung der Stabilisation, der Dämpfung oder der Pronationsstütze erforderlich. Auch hier ist eine Beratung des Verkäufers unbedingt notwendig, denn die Form des Fußes bestimmt maßgeblich die Struktur des Schuhs.
Achsstellung und Ganglinie
Das Abrollverhalten des Fußes wird zusätzlich von der Beinstellung und der Ganglinie beeinflußt. Ein Mensch mit X-Beinen neigt zu einem Schritt, der über die Innenseite des Fußes abrollt, eine o-beinige Person wird eher über den Außenfuß abrollen und auch die Tendenz zum Umknicken haben, dem die Struktur des Schuhs vorbeugen kann. Als Test zur Erkennung der Achsstellung kann man eine Kniebeuge machen und die Tendenz der Knie beobachten: Geht das Knie zum Beispiel mehr nach außen, dann hat man O-Beine.
Der Begriff Ganglinie meint die Stellung des Fußes beim Aufsetzen. Wird der Fuß nach außen rotiert aufgesetzt, ist die Gefahr der Überpronation (das heißt der zu weiten Drehung nach außen) höher als bei einem nach innen rotierten Schritt.
Weicht der Gehstil von den als normal bezeichneten Mittelstellungen stark ab, so ist ein Schuh mit stabilisierenden Elementen sehr zu empfehlen, auch um Verletzungen zu vermeiden.
Verwendungszweck, Laufuntergrund, Laufumfang
Es ist offensichtlich, dass man sich als Freizeit- oder Breitensportler keinen in allen Belangen perfekten, teuren Wettkampfschuh zulegen muss. Da das Nordic Walking den Schuh, und damit auch die Füße, nicht so stark belastet wie das Joggen, muss kein 200-Euro-Schuh gekauft werden, um die Sportart ohne Probleme durchführen zu können. Trotzdem sollte Dämpfung, Stabilität und Abnutzungsresistenz dem Laufuntergrund und dem Laufumfang angepasst werden.
Tipp: Überlegen Sie sich bereits vor dem Kauf, wie oft Sie ungefähr walken wollen und ob Sie lieber auf Schotter, Asphalt oder durch Wald und Wiese gehen wollen, damit der Verkäufer Sie optimal beraten kann!
Beim Kauf
Sie sind im Geschäft, haben einen Schuh an und wollen nun wissen, ob dieser der Richtige ist? Dann sollten Sie den Schuh mindestens ein paar Minuten anbehalten und möglichst lange damit gehen und laufen. Besonders praktisch dabei ist eine Laufbandanalyse, weil hier das Abrollverhalten genau beobachtet und das Modell gegebenenfalls noch gewechselt werden kann.
Natürlich sollte der Schuh nirgendwo drücken, der Knöchel nicht auf dem Schuhrand aufliegen und der Fuß sich nicht mehr als einen Daumen breit nach vorn und nach hinten bewegen können. Kurz gesagt: Man muss sich in seinem Walking-Schuh wohlfühlen!
Beachten Sie: Die Füße schwellen im Laufe des Tages an, vor allem in der Breite, also sollte man am Besten erst nachmittags zum Schuhkauf aufbrechen!
Das Preis-Leistungs-Verhältnis in der Preiskategorie 80-120 Euro entspricht wohl am ehesten dem Optimum, viel mehr sollten Sie als Freizeitsportler nicht investieren.
Wenn Sie den richtigen Schuh gefunden haben, ist der erste Schritt zur Nordic Walking Ausrüstung getan!
Die richtige Nordic Walking Kleidung
Das Thema der richtigen Sportkleidung soll in diesem Rahmen nur kurz angesprochen werden.
Die Socken sollten für das Walken aus Naturfaser sein, also aus Baumwolle, da sie im Gegensatz zu synthetischen Fasern saugfähig und atmungsaktiv sind. Zudem ist darauf zu achten, dass sich keine Nähte an Reibungsstellen befinden und insgesamt die Reibung minimiert wird.
Ist das Wetter warm genug, um eine Shorts zu tragen, dann sollten Sie eine Hose wählen, die aus Kunststoffmaterialien gefertigt ist, da diese leichter, haltbarer und hygienischer sind. Wichtig ist auch, dass die Hose nicht zu eng geschnitten ist und damit den Schritt behindert, auch ein zu enges Gummiband um die Taille wirkt störend und hemmt das ungestörte Nordic Walking Vergnügen. Praktisch hingegen sind kleine Taschen, in denen man Taschentücher oder den Autoschlüssel transportieren kann.
Auch lange Hosen und sogenannte "Tights", weiterentwickelte Leggins, sind aus einem extrem leichten und elastischen Kunststoffmaterial, so dass die volle Bewegungsfreiheit der Sportler gewährleistet wird. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie sich nicht mit Wasser vollsaugen, im Gegenteil, bei sehr lästigem Regen bildet sich eine dünne, isolierende Feuchtigkeitsschicht auf der Haut, die den Wärmeverlust und die Verletzungsgefahr vermindert.
Noch ein Satz zur Bekleidung für den Oberkörper: Tragen Sie lieber mehrere Schichten als eine dicke Jacke! Die Haut ist ein Atmungsorgan und kann leichter atmen, wenn mehrere Schichten getragen werden, da bei einer dicken, gefütterten Jacke die Körperwärme nicht nach außen dringen kann und man somit fast "erstickt".
Regencapes und -jacken, die es in vielfältiger Ausführung gibt, ermöglichen es Ihnen, bei jedem Wetter zu walken, egal ob es regnet oder stürmt. Am besten geeignet sind atmungsaktive Materialien, die von außen wasserundurchlässig sind, aber den kühlenden Schweiß auf der Haut als Dampf von innen nach außen abgeben.
Nordic Walking Stöcke
Kommen wir zum wichtigsten Equipment des Nordic Walkers: Die Stöcke!
Nordic Walking Stöcke sind meist aus einem Materialmix von Aluminium, Glasfiber und Carbon. Es gibt auch Stöcke, die rein aus Carbon oder Aluminium gefertigt sind. Beim Stockkauf gilt es drei Dinge zu beachten:
1. Das Material
2. Die Länge und
3. Das Schlaufensystem
1. Das Material
Zum Material ist zu sagen, dass bei geringen Stockgrößen Aluminium-Stöcke ausreichen, da sie nicht so stabil sein und nicht sehr viel Kraft aufnehmen müssen. Bei größeren Walkern oder Übergewichtigen sind eher Stöcke mit Carbonanteil zu empfehlen, da diese den höheren Kräften und größeren Belastungen besser gewachsen sind.
2. Die Länge
Nordic Walking Stöcke werden vom Handel in Längen mit fünf Zentimeter-Schritten angeboten (100 Zentimeter, 105 Zentimeter, 110 Zentimeter, ...).
Für die Berechnung der optimalen Stocklänge gibt es eine Faustformel:
Körpergröße multipliziert mit 0,68!
Das Ergebnis sollte dann abgerundet werden und schon hat man im Normalfall die Stocklänge, die man braucht. Ein Beispiel: Mit einer Körpergröße von 180 Zentimeter braucht man nach Adam Riese (180 x 0,7 = 126 Zentimeter; abgerundet 125 Zentimeter) einen Stock mit der Länge von 125 Zentimeter.
Jedoch handelt es sich bei dieser Rechnung um einen Durchschnitt. Da Extremitäten von Personen unterschiedliche Längen haben, kommt eine Berechnung nicht zwangsläufig zur richtigen Länge. Ein Tipp: Bei seitlich aufgestelltem Stock sollte der Winkel zwischen Unterarm und Oberarm maximal 90 Grad betragen.
3. Das Schlaufensystem
Das Schlaufensystem ist beim Kauf das Detail, dem übergeordnete Beachtung zu Teil kommen sollte. Damit der Stock nicht die ganze Zeit fest umklammert werden muss und so eine Überbelastung der Handmuskulatur forciert wird, haben die Hersteller spezielle Schlaufen entwickelt, die die Stöcke beim Vorschwingen nahezu von allein wieder in die richtige Position bringen.
LEKI empfiehlt hier besonders das Nordic Trigger System, das die bestmögliche Kraftübertragung vom Arm auf den Stock garantiert. Dabei sorgt die Schlaufe stets für die ergonomisch richtige Handhaltung, der Ausstieg per Rasterverschluss perfektioniert das System. Gymnastikübungen, Greifen zur Trinkflasche und Naseputzen sind kein Problem mehr, zudem wird von der Schlaufe die Blutzirkulation in der Hand nicht unterbrochen. Sie sollten aber auf jeden Fall verschiedene Schlaufen ausprobieren, um die für Sie passende zu finden.
Vario-Längen-Stöcke, also Stöcke mit einstellbaren Längen, haben Vor- und Nachteile, über die man sich vor dem Kauf Gedanken machen sollte. Geeignet sind sie vor allem dann, wenn die Stöcke von mehreren Personen genutzt werden sollen, häufig bergauf und bergab oder in verschiedenen Geschwindigkeiten gegangen wird. Jedoch haben diese Teleskopstöcke nicht die Stabilität und Festigkeit von "normalen" Stöcken, sind also für Übergewichtige und große Menschen eher weniger interessant.
Man sollte sich nach der Auswahl eines Stockes, wenn man die verschiedenen Systeme ausprobiert und das passende für seinen Laufstil gefunden hat, zudem sogenannte Asphalt-Pads zulegen, die man unten an die Stöcke steckt, um die Stöße besser zu absorbieren.
Preise
Die Preise für annehmbare Nordic Walking Stöcke für Anfänger bewegen sich im Preissegment von 50 bis 80 Euro. Wenn man häufig gehen will und höchste Qualitätsansprüche hegt, sollte man sich auch von höheren Preisen nicht abschrecken lassen.
Trainingszubehör für Nordic Walking Anfänger
Wenn man auch als Anfänger gleich richtig einsteigen will und zur körperlichen Ertüchtigung, zum Abnehmen oder als Ganzkörpertraining den Nordic Walking Sport betreiben will, dann ist es nicht verkehrt sich auch ein Pulsmessgerät zu kaufen. Diese sind meist mit einem Riemen, den man um die Brust legt, und einer Pulsuhr ausgestattet. Will man einen bestimmten Trainingseffekt erzielen, ist es gut mit einer Pulsfrequenz zu gehen, die Anpassungserscheinungen der Körperorgane hervorruft und zum Fettabbau geeignet ist.
Jetzt kann es eigentlich losgehen. Die richtige Ausrüstung ist besorgt, die Motivation stimmt und die Vorfreude auf die erste Nordic Walking-Tour steigt. Wir wünschen Ihnen viel Spaß dabei.
Hersteller
Zu einem der führenden Hersteller im Nordic Walking Bereich zählt die Firma
LEKI. Im Angebot sind neben den verschiedensten Accessoires die für jeden Eisatz und für jede individuelle Vorliebe passenden Stöcke.
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