Interview mit Siegfried Hochenwarter (02/2006), Skibergsteigen
M2b Redaktion am 04.02.2006 - 15:11 Uhr
Am Freitag, dem 27. Januar, erregte Siegi Hochenwarter wieder einmal Aufsehen. In Gastein trat er neben etlichen anderen Spitzenathleten beim Graukogelrennen an und wurde als immerhin schon 48-Jähriger Drittbester in der Gesamtwertung. Wer ist dieses Kärntner
Urgestein und wie kann man so ausdauernd derartige Höchstleistungen bringen? Sabine Spielbüchler hat Siegi im Interview dazu befragt.
ASTC: Siegi, wie ist es dir bei dem Rennen am Graukogel ergangen? Hast du eine solch gute Platzierung erwartet?
Hochenwarter: Wenn man bei einem solchen Starterfeld Dritter wird, muss man zufrieden sein. Dennoch habe ich eine solche Platzierung erwartet, denn eine Woche zuvor am Goldeck hatte ich durch einen technischen Fehler Zeit verloren und wurde weit unter meinem Wert geschlagen.
ASTC: Du gewinnst in deiner Altersklasse eigentlich alle Rennen. Dabei kannst du mit deinen Zeiten auch kräftig in der Gesamtklasse mitmischen. Wenn man immer schon vorne dabei war, dann muss man wohl schon als Fünfjähriger regelmäßig trainiert haben. Wann hast du begonnen, Sport zu betreiben?
Hochenwarter: Ich habe erst als 28-Jähriger durch Zufall mit dem Leistungssport begonnen. Ab diesem Zeitpunkt habe ich meine Ernährung umgestellt und lebe auch sonst sehr gesund. Ich war zunächst im MTB-Nationalteam und relativ spät, vor circa 15 Jahren, begann ich mit dem Skibergsteigen.
ASTC: Wie bist du vom Mountainbiken zum Skibergsteigen gekommen?
Hochenwarter: Skibergsteigen war das ideale Wintertraining, um Kondition für den Sommer aufzubauen.
ASTC: Wie waren für dich die ersten Rennen im Skibergsteigen, an denen du teilgenommen hast, und welche Meinung hast du zu der gesamten Entwicklung, die diese Sportart nimmt?
Hochenwarter: Bei den ersten Rennen vor zehn Jahren reichte eine gute Grundausdauer, um Tourenrennen zu gewinnen. Heute gibt es viele Spezialisten, welche sich auf die Sportart konzentrieren. Das Gewinnen ist viel schwieriger geworden. Die Entwicklung geht stark aufwärts. Man trifft zum Beispiel auf den Pisten Skibergsteiger zum Zwecke des Trainings, Hausfrauen zur körperlichen Ertüchtigung zwischendurch, und Erholungssuchende, die einfach die Natur genießen.
ASTC: Mir ist zu Ohren gekommen, dass du auch bei extremen Kombinationswettbewerben teilgenommen hast, etwa in Grönland. Wie läuft so etwas ab?
Hochenwarter: Hier ist Teamgeist gefragt, wobei ich mit Ekkehard Dörschlag immer einen super Partner hatte. Ich mache solche Bewerbe gerne, 2006 ist die Patrouille des Glaciers geplant.
ASTC: Warum tut man sich das an?
Hochenwarter: Weil es Spaß macht und mit der Zeit zur Sucht wird.
ASTC: Nun weiß ich aber auch, dass dich deine Frau in jeder Hinsicht unterstützt, in einer aber besonders: Sie kocht sehr gesundheitsbewusst. Sind es Geheimrezepte, die dich so fit halten?
Hochenwarter: Ob meine Frau Geheimrezepte verwendet, weiß ich nicht. Sie ist für die Ernährung zuständig und kocht Vollwert-Trennkost, unterstützt mich voll und ganz und bildet sich durch Seminare weiter.
ASTC: Nimmst du auch Zusatzpräparate?
Hochenwarter: Ja, heuer zum ersten Mal Präparate von Panaceo.
ASTC: Wie sieht dein Training aus?
Hochenwarter: Wochentags trainiere ich täglich von 05:00 bis circa 08:00 Uhr vor dem Arbeiten auf der Talabfahrt der Karnischen Skiregion. Am Wochenende, wenn kein Rennen ist, ist eine Funtour mit meinem Schwager Jank Helmut in den Karnischen Bergen angesagt.
ASTC: Was ist dein Erfolgsgeheimnis, um so lange so fit zu bleiben?
Hochenwarter: Meine guten Leistungen heuer und als 48-Jähriger (in ein paar Tagen als 49-Jähriger) führe ich auf folgende drei Faktoren zurück:
1. Als Mitglied des ASTC Powerteams werden mir viele administrative Arbeiten abgenommen und ich kann mich voll auf die Rennen konzentrieren.
2. Ich habe niemals unerlaubte Mittel genommen. Nur so kann man über einen langen Zeitraum Spitzenleistungen bringen.
3. Ich nehme heuer zum ersten Mal Zusatzernährung, Vitamine und Ballaststoffe von Panaceo, welche sicherlich nochmals zu einer Leistungssteigerung geführt haben.
ASTC: Beim Lesachtaler Tourenlauf treffen wir dich sicher wieder an, zumal dieser doch von deinem Wohnort nicht ganz so weit weg ist. Liegt dir die Rennstrecke?
Hochenwarter: Der Aufstieg liegt mir, die Abfahrt ist relativ schwierig. Aber man soll das trainieren, was man nicht gut kann.
ASTC: Wer gehört deiner Meinung nach zu den Favoriten bei diesem Rennen?
Hochenwarter: Lugger Alexander wird auf seiner Hausstrecke nicht zu schlagen sein. Ich und einige Mitkonkurrenten aus Südtirol werden wohl nur um den zweiten Platz kämpfen.
ASTC: Siegi, ich wünsche dir alles Gute für dieses Wochenende, danke dir für das Interview und möchte noch abschließend sagen, dass ich sehr beeindruckt bin von deiner sportlichen Laufbahn.