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Karl Posch

Karl Posch

Markus Stock über den Wolken – direkt im Gipfelbereich des Dachstein

Martin Hornegger am schwierigen Anstieg zum Dachstein-Gipfel

Impressionen

Impressionen

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Simone Hornegger

ASTC-Powerteam in Praxmar

Siegerteam: ASTC-Powerteam

Martin Hornegger

Team-Training am Dachstein

Team-Training am Dachstein

ASTC Powerteam 2006

Andreas Kienast am Dachstein

ASTC 2006

Das Team am höchsten Gipfel der Nordkalkalpen

Impressionen

Team-Training am Dachstein

Interview mit Karl Posch (05/06), ASTC

M2b Redaktion am 19.05.2006 - 09:00 Uhr

2002, ein Nachmittag bei Kaffee, zwei Freunde des Skitourensports beisammen, eine Idee wird geboren: "Könnte man nicht in Österreich einen geregelten Cup mit Rennen initiieren?" Schnell wird Kontakt mit dem österreichischen Verband VAVÖ aufgenommen, der das OK für einen Cup und die direkte Übernahme der Österreichischen Meisterschaft im Skibersgteigen gibt: Die Geburtsstunde des Austria Skitour Cup, ins Leben gerufen durch Dr. Konrad Meindl und Karl Posch.

Heute hat der ASTC bereits fünf Jahre auf dem Buckel, in dieser Zeit ist viel passiert. Schritt für Schritt, nach viel harter Arbeit, hat sich die Sportart Skibergsteigen zugehends etabliert. Karl Posch und Dr. Konrad Meindl können auf eine wirklich erfolgreiche Entwicklung zurückblicken, und die nächsten großen Ziele für die Zukunft wurden bereits gesteckt.

Wir sprachen mit Karl Posch, der das Tourengehen als "Leistungssport mit einem Lächeln in strahlendem Sonnenschein" beschreibt, über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Leistungsskibergsteiges in Österreich.

Mountains2b.com: Die Saison der Skibergsteiger ist zu Ende gegangen - Zeit, ein Resumée zu ziehen. Wie fällt dein Fazit für die Saison 2005/06, speziell in Bezug auf den Austria Skitour Cup, aus?
Karl Posch: Die vergangene Saison war ein Bombenerfolg und Meilenstein für uns. Alle sechs Cup-Rennen sind erfolgreich über die Bühne gegangen, die Abwicklung lief jeweils sehr rund. Absolutes Highlight war natürlich das Dachstein Xtreme als alpines Rennen und Europacup - ein Spitzenbewerb im deutschsprachigen Raum. Sportlich und organisatorisch können wir damit vollends zufrieden sein und das positive Echo der Athleten bestätigt uns in dieser Auffassung. Ein so hartes und langes Rennen wie das Dachstein Xtreme hat es noch nie zuvor in Österreich gegeben.

Mountains2b.com: Stichwort Dachstein Xtreme: Nach dem großen Erfolg des Rennens mit der Austragung eines Europacups ist für das nächste Jahr ein Weltcup an gleicher Stelle angedacht. Wie konkret sind die Planungen in dieser Sache?
Karl Posch: Das ganze Projekt ist grundsätzlich positiv zu bewerten. Die Zusage durch die UIAA für einen Weltcup steht bereits im Hause, jetzt geht es an die Details wie die Ausfinanzierung und die mediale Umsetzung. Die sportliche Organisation des Dachstein Xtremes hat schon in diesem Jahr hervorragend geklappt - an dieser Stelle möchte in einen großen Dank an das kompetente Team, bestehend aus zahlreichen Freunden und Freiwilligen, aussprechen: Dank ihrer Hilfe hat alles so gut funktioniert. Ob sich ein Weltcup 2007 am Dachstein realisieren lässt, darüber werden die nächsten Wochen entscheiden. Große TV-Stationen in Österreich und große Sponsoren haben jedoch schon positive Signale gegeben!

Mountains2b.com: Demnach gibt es auch zur Zeit, trotz "Sommerpause" im Wettkampfgeschehen, allerhand für dich zu tun?
Karl Posch: Ja, in der Tat. Obwohl die Zeit zwischen Januar und März zweifelsohne die stressigste des Jahres ist, gilt es nun, die Weichen für die kommende Saison zu stellen. Die Gespräche mit Sponsoren und Partnern für 2007 sind in vollem Gange, und auch der Rennkalender wird sich zusätzlichen Daten erfreuen: Neben den sechs Rennen, die 2006 stattgefunden haben, soll es 2007 noch weitere Bewerbe geben...

Mountains2b.com: Wie steht es um das ASTC Powerteam? In dieser Saison trat es zum ersten Mal in Erscheinung - wird es das 2007 erneut?
Karl Posch: Ja, auch 2007 wird es ein ASTC Powerteam geben. Die Finanzierung dafür steht, außerdem wollen wir noch Athleten aus mehreren Bundesländern hinzunehmen, um eine noch buntere und medial schlagkräftigere Truppe zusammen zu bekommen. Das Powerteam wurde ja in erster Linie gegründet, um den ASTC bekannter zu machen - Schicksal und Menschen interessieren eben mehr, als ein einfaches Rennen. Für das bestehende Team haben wir dann auch tatsächlich die besten Leute gefunden, sowohl was die Leistung betrifft, als auch die soziale Kompetenz, den Teamspirit und die mediale Ausdruckskraft!

Mountains2b.com: Wie bewertest du die Leistungsstärke der österreichischen Skibergsteiger, auch im internationalen Vergleich?
Karl Posch: Die etablierten Tourengeher haben sich nach wie vor wieder verbessert, es ist eine stetige Professionalisierung zu beobachten. Auch die Leistungsdichte hat sich verstärkt: Wusste man vor ein paar Jahren oft vor einem Rennen, wer dieses gewinnt, so fällt eine Prognose heute schwer. Meist liegen zwischen den vorderen Platzierungen nur Unterschiede von ein paar Sekunden und die bessere Tagesform entscheidet über Sieg oder "Niederlage".
Weiter ist zu beobachten, dass sich immer mehr Quereinsteiger, etwa Top-Leute aus dem MTB- oder Radsportbereich, im Skibergsteigen wieder finden. Bestes Beispiel ist hier Veronika Swidrak, die, allerdings in Abwesenheit von Titelverteidigerin Simone Hornegger, in ihrer ersten Saison auf Anhieb Österreichische und Tiroler Meisterin wurde.
Auf internationaler Ebene bin ich mir sicher, dass acht bis zehn Athleten bei den Männern ohne weiteres mitmischen könnten, doch nach wie vor ist das Skibergsteigen in Österreich keine anerkannte Sportart, obwohl es ein Hochleistungssport ist.
Andi Ringhofer und Alex Lugger waren in der Vergangenheit die einzigen Österreicher, die bei WM oder EM gestartet sind, und das nur, weil sie es sich selbst finanziert haben. Beide zeigen dabei immer wieder beeindruckende Leistungen und sie wären sicherlich noch viel besser, wenn es eine Struktur dahinter gäbe. Wenn man bedenkt, wie sie zu diesen Events anreisen, dass sie vor Ort ohne Betreuer sind, dann sind ihre Leistungen eigentlich noch höher zu bewerten.

Mountains2b.com: Was hat sich in den vergangenen fünf Jahren seit der Gründung des ASTC getan?
Karl Posch: Seit 2002 führen wir jetzt professionelle Rennen im Skibergsteigen in Österreich durch. Innerhalb dieser fünf Jahre hat sich viel getan: Die Zielgruppe der Tourengeher hat sich zum Beispiel geändert. Waren es in den Anfängen in den Augen vieler noch "komische Kautze", so ist es heute aktuell, auf Skitour zu gehen. Rund 300.000 bis 400.000 Protagonisten sind im Tourenskisport in Österreich zu finden, allerdings agieren die meisten davon im Untergrund. Um auch jene Tourengeher für einen Wettkampf zu gewinnen, ist uns die Pluralität der Rennen wichtig. Deswegen präsentieren wir auf unserer Homepage alle Rennen in Österreich, egal ob groß oder klein – die einzige Vorschrift für den Veranstalter ist, dass es ich um ein sicheres Rennen handelt und dass es offen für Jedermann ist. Jeder kann sich auf unserer Seite zu den Rennen äußern, denn nur so kann die Sportart groß werden! Mittlerweile haben wir in Bezug auf die Rennen auch einen Status mit gewisser Sicherheit erreicht, die Athleten wissen, was sie erwartet, und alles wird leichter kalkulierbar.
Auch die mediale Berichterstattung ist größer geworden, wofür wir viel investiert haben und unverhältnismäßig viel Aufbauarbeit geleistet haben. Das Ergebnis lässt sich jedoch sehen: In der vergangenen Saison konnten wir 4,6 Millionen Printkontakte, fünf Millionen TV-Kontakte und 150 TV-Stunden verzeichnen.
Summa sumarum hat sich der ASTC sehr gut entwickelt, blickt man auf Sponsoren, Medien, Interesse der Öffentlichkeit und die Verbesserung der Rennen. Die ganze Sache ist zu einer Ganzjahresaufgabe geworden, die Saison 2007 hat für uns mit dem Ende des Winters begonnen. Auch die Zusammenarbeit mit Rennveranstaltern und dem Team läuft wunderbar, wir arbeiten Hand in Hand zusammen!

Mountains2b.com: Dennoch ist das Skibergsteigen nach wie vor keine anerkannte Sportart in Österreich - der nächste Schritt, den es zu realisieren gilt?
Karl Posch: Die Gründung eines eigenen Verbandes in Österreich wäre ein Meilenstein für uns - und wir sind auf einem guten Weg!
Bislang vertrat der Verband der alpinen Vereine Österreichs (VAVÖ) unsere Disziplin in Österreich. Aufgrund der Struktur dieses Verbandes waren wir jedoch weitestgehend handlungsunfähig und die Anerkennung bei der Bundessportorganisation ist nicht geglückt.
In den nächsten Monaten ist nun die Gründung mehrer Landesfachverbände angestrebt. Ziel des neuen "Fachverbandes für Wettkampf-Skibergsteigen" ist es, so rasch wie möglich die Anerkennung als Verband bei der BSO zu erreichen. Das würde dann bedeuten, dass wir eine Nationalmannschaft etablieren und Staatsmeister führen könnten. Auch eine systematische Nachwuchsarbeit wäre endlich möglich und wir würden finanzielle Förderungen erhalten. Die Entwicklung des Skibergsteigens in Österreich hängt somit stark von der Anerkennung des Verbandes ab! Die Hebel dafür werden nun in Gang gesetzt...

Mountains2b.com: Wir wünschen dir und deinem Team viel Erfolg und Energie für die Umsetzung dieses wichtigen Projektes! Wir sind gespannt auf die nächste Saison, die Rennen in Österreich und werden die Entwicklung des ASTC weiter interessiert verfolgen! Alles Gute und vielen Dank für das nette und aufschlussreiche Gespräch!


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