Markus Hoppe und Julia Winter (beide Sächsischer Bergsteigerbund) haben den zweiten Bewerb des Deutschen Bouldercups 2006 gewonnen, der am 01. April im westfälischen Münster ausgetragen wurde. Insgesamt gingen 52 Damen und Herren an den Start; die besten 20 Herren und zwölf Damen erreichten nach der offenen Qualifikation das Halbfinale, die jeweils besten Sechs nach dieser Runde das Finale.
Modus
Während die Qualifikation nach offenem Modus ausgetragen wurde, sich also alle Teilnehmer gegenseitig beobachten konnten, ging es vor dem Halbfinale und dem Finale für die Athleten in die Isolation. Halbfinale und Finale wurden zudem im "klassischen Intervallmodus" geklettert: Für vier Boulder standen jeweils vier Minuten (Halbfinale) beziehungsweise sechs Minuten (Finale) Zeit zur Verfügung. Im Finale absolvierten alle Starter zunächst den ersten Boulder, dann den zweiten, usw. Dadurch wurde das Finale übersichtlicher, nach jedem Boulder wurde eine aktuelle Zwischenwertung für eine transparente Ergebnisübertragung auf dem Bildschirm gezeigt.
Qualifikation und Halbfinale
Immerhin 15 Herren und 13 Damen gelang das Kunststück, in der Qualifikation alle vier Boulder top zu klettern. Richtig fesselnd wurde es dann im Halbfinale. Die Favoriten der Herren schenkten sich hier nichts - legte ein Athlet mit einer Top-Begehung vor, zog der nächste am gleichen Boulder nach. So wiesen schlussendlich alle sechs für das Finale qualifizierten Herren vier Top-Begehungen auf. Andre und Karsten Borowka, Jonas Baumann und Stefan Danker schafften dies sogar im jeweils ersten Versuch. Bei den Damen war es hingegen nur Juliane Wurm aus Dortmund vorbehalten, alle vier Boulder zu toppen. Die weiteren fünf Damen zogen mit drei beziehungsweise zwei (Sonja Schade) Top-Begehungen ins Finale ein.
Finale Herren
Jonas Baumann (Dortmund), der im Halbfinale noch eine souveräne Leistung abrief, wurde im Finale etwas vom Glück verlassen und konnte keinen Boulder knacken. Damit wurde der Sieger von Traunstein Sechster. Den fünften Endrang belegte Karsten Borowka (SBB), Platz vier Christian Benk (Isny) und Rang drei Stefan Danker (Landshut) (alle je ein Mal Top). Einen spannenden Fight um Platz eins lieferten sich Andre Borowka (SBB) und Markus Hoppe (SBB): Letzterem gelang es schließlich, trotz insgesamt elf Versuchen, alle Boulder zu toppen und damit Andre Borowka, der drei Tops schaffte, auf Platz zwei zu verweisen.
Finale Damen
Sehr ausgeglichene Leistungen zeigten die Damen in ihrem Finale. Natalie Sailer (Augsburg, Platz drei), Sonja Schade (Bielefeld, Platz vier), Lisa Knoche (Freising, Platz fünf) und Katrin Lau (Frankenthal, Platz sechs) kamen jeweils auf zwei Top-Begehungen, die sie alle im jeweils ersten Versuch schafften. Damit entschieden die benötigten Versuche für das Erreichen der Zonengriffe über die Platzierungen vier bis sechs. Juliane Wurm (Dortmund), die als beste Dame ins Finale eingezogen war, zeigte auch hier ihr ganzes Können und erreichte drei Mal das Top. Zwar kam auch Julia Winter "nur" auf drei Top-Begehungen, doch benötigte sie einen Versuch weniger als Wurm und durfte sich damit über den Tagessieg freuen.
Positives Fazit
Das Fazit der Aktiven nach der Veranstaltung fällt einhellig positiv aus: Großes Lob gab es für die kniffligen Routen, gebaut von Johannes Lau, Mike Schuh und Sascha Deiters, die tolle Stimmung in der Halle Münsterland und die jeweiligen Leistungen der Konkurrenz. Dazu die zufriedene Siegerin Julia Winter: "Besonders gut gefallen hat mir heute, dass alle Finalistinnen gleich gut waren. Jeder hätte gewinnen können - entscheidend war am Ende nur das Glück. Aber das gehört ja bekanntlich auch dazu!" Sonja Schade aus Bielefeld, Zweite in Traunstein und Vierte in Münster, kann sich dieser Meinung anschließen: "Mit dem vierten Platz bin ich sehr zufrieden. Ich hatte sogar Glück, überhaupt bis ins Finale zu kommen. Obwohl ich dort den letzten Boulder auch hätte schaffen können, ist es heute gut für mich gelaufen."
Ausblick
Nach den Ergebnissen von Münster und Traunstein, der ersten Cup-Veranstaltung 2006, darf man auf das Cup-Finale in Überlingen gespannt sein, denn mehrere Athleten haben dort Chancen auf den Gesamtsieg und den damit verbundenen Meistertitel. Markus Hoppe freut sich schon auf die Entscheidung am 15. Juli: "Das Ergebnis von heute macht die Deutsche Boulder-Meisterschaft richtig spannend. In Überlingen werden alle noch einmal alles geben. Jonas Baumann mit den Plätzen eins und sechs, Karsten Borowka mit den Plätzen zwei und fünf, Christian Benk mit den Plätzen fünf und vier, Stefan Danker mit den Plätzen sieben und drei, oder ich mit den Plätzen vier und eins - alle können noch nach dem Titel greifen!"
Weitere Infos
Weitere Infos zum Deutschen Bouldercup erhalten Sie auf unserer Sonderseite und auf www.alpenverein.de. Die Ergebnisse zum Bouldercup Münster sind an diesen Text angehängt. Des weiteren finden Sie auf unserer Sonderseite eine Bildergalerie, die Anfang der kommenden Woche noch mit weiteren Fotos aufgefüllt wird. Außerdem sind in Kürze Videoclips vom Bouldercup Münster auf Mountains2b.com verfügbar.