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Andi Bindhammer

Bindhammer bei der Besichtigung der Finalroute

Andreas Bindhammer

Andreas Bindhammer

Andreas Bindhammer

Andreas Bindhammer

Andreas Bindhammer

Andreas Bindhammer

Andreas Bindhammer

Andreas Bindhammer

Andreas Bindhammer

Andreas Bindhammer (Finale)

Besichtigung Bindhammers (Finale)

Andreas Bindhammer/Markus Hoppe (GER)

Andreas Bindhammer

Andreas Bindhammer

Andreas Bindhammer

Andreas Bindhammer

Finalisten

Besichtigung (Finale)

Siegerehrung Herren DSC Leipzig

Siegerehrung Herren Gesamtcup

Herren Siegerehrung

Präsentation Finalteilnehmer

DSC 2005

Andreas Bindhammer

Portrait Andreas Bindhammer (GER)

M2b Redaktion am 29.03.2008 - 11:00 Uhr

Steckbrief
  • Geburtsdatum: 16. April 1973

  • Nation: Deutschland

  • Familienstand: ledig mit Freundin

  • Heimatverein: DAV Sektion Kempten

  • Beruf: Eigenes Outdoor-Unternehmen

  • Hobbies: Snowboarden, Kino, DVDs, Bücher, Musik

  • Lieblingsessen: Beim Essen bin ich nicht sehr anspruchsvoll – meistens einfach und schnell. Wobei ich mich nach Möglichkeit gesund und bewusst ernähre

  • Lieblingsfilm: Bei Filmen bevorzuge ich solche, die mich überraschen und neue Akzente setzen, sei es seitens der Story oder auch visuell. "Sieben" oder auch "Matrix" sind Beispiele dafür

  • Lieblingsmusik: Ich bevorzuge eher härtere, intensive Musik von Bands wie Linkin Park, The Prodigy, Rage Against The Machine oder Metallica – die mich schon fast mein ganzes Leben begleiten...

  • Vorbilder: Alle, die den Mut hatten, ihren Traum zu leben und ihre Ziele konsequent weiterzuverfolgen

  • Lebensmotto: Du hast nur ein Leben – mache das Beste daraus und nutze jeden Tag!


  • Werdegang
    Andreas Bindhammer entschied sich im Alter von 16 Jahren ernsthaft für das Klettern. Nachdem er einen Sportkletterkurs absolviert hatte, wusste er: "Das ist ein spannender Sport, für den ich weiter trainieren werde." Seitdem mischt er in der deutschen Sportkletterszene ganz oben mit. 2002 belegte er drei Mal den ersten Platz bei den Deutschen Sportklettercups in München, Münster und Ottobeuren. 2003, 2004 und 2005 konnte er seine Erstplatzierungen bei den Deutschen Klettercups in Köln, Forchheim, Heilbronn und Kempten wiederholen. Von 2002 bis 2005 war er konstant Führender der Deutschen Rangliste im Schwierigkeitsklettern.

    Aber auch auf internationaler Bühne ist Andreas erfolgreich. 1997 legte er beim Weltcup in Prag eine eindrucksvolle Leistung ab und gewann Gold im Schwierigkeitsklettern. Ebenfalls den ersten Platz machte er 2001 beim Klimax Goldfinger im belgischen Puurs und 2003 beim International Maléclimbing Masters in Italien. Als sein erfolgreichstes Jahr bezeichnet er jedoch die Saison 1999, in der er den dritten Platz im Gesamtweltcup belegte und im Schwierigkeitsklettern auf Platz eins landete. Von größeren Verletzungen blieb Andreas bislang verschont.

    Alltag und Freizeit
    Schon von Kindesbeinen an war Andreas mit seinen Eltern und Bruder Christian viel in den Alpen unterwegs und wurde sich als Jugendlicher recht bald bewusst, dass er das Zeug zum erfolgreichen Wettkampfkletterer hatte. Er lebt im bayerischen Niederviehbach, von wo aus er gemeinsam mit seinem Bruder das Outdoor-Unternehmen "MasterRange Equipment" führt und sich dabei vorwiegend mit der Planung von Kletteranlagen und dem Vertrieb von Outdoor-Equipment beschäftigt. Da er durch die Firma auch beruflich mit dem Klettern zu tun hat, gibt es kaum einen Tag, an dem der Sport keine Rolle für ihn spielt

    Am liebsten klettert Andreas in Süd-Frankreich. Dort gefallen ihm die vielseitigen Routen, das angenehme Klima und die Landschaft. Allgemein kann er sich besser beim Training am Fels als in der Halle entspannen. Das Felsklettern hilft ihm, mental Kraft zu tanken und sich für neue Herausforderungen zu motivieren. Charakterlich schätzt sich der Sportler selbst als zuverlässig und fair ein und versucht, sich nicht von Vorurteilen leiten zu lassen.


    Interview

    Mountains2b.com: Seit wann klettern Sie? Wie sind Sie zum Klettersport gekommen?
    Andreas Bindhammer: Ich klettere seit meinem sechzehnten Lebensjahr - ein Alter, mit dem andere heute Weltcups gewinnen... Mein Bruder und ich sind in den Klettersport "hineingewachsen": Wandern mit den Eltern, Bergsteigen mit dem Vater, alpine Mehrseillängen-Routen, Hochtouren in den Westalpen, Skibergsteigen. Irgendwann haben wir uns auf die für uns beeindruckendste Variante des Bergsports spezialisiert und sind schließlich beim Wettkampfklettern gelandet - als wir entdeckten, dass wir talentiert genug waren, um im oberen Schwierigkeitsbereich mitzumischen.
    Mountains2b.com: Wie viel Zeit nimmt das Klettern in Ihrem Tagesablauf ein?
    Andreas Bindhammer: Da ich mich auch beruflich mit dem Klettern beschäftige, ist dieser Anteil schon sehr hoch. Die Trainingseinheiten bewegen sich in einem Zeitrahmen zwischen vier und acht Stunden. Dazu kommen zwischen vier und zehn Stunden Arbeit täglich für die diversen Bereiche von "MasterRange". Es bleibt also nicht viel Zeit, um sich anderen Dingen zu widmen.
    Mountains2b.com: Wie bereiten Sie sich auf einen Wettkampf vor? Wie trainieren Sie generell?
    Andreas Bindhammer: Zunächst versuche ich, mich auch mental an die Wettkampfsituation heranzutasten, meinen Fokus mehr auf den Sport auszurichten. Das Training wird mehr und mehr intensiviert und den Anforderungen des jeweiligen Wettkampfes angepasst, bei gleichzeitiger Berücksichtigung ausreichender Ruhephasen. In der Aufbauphase trainiere ich mit mehr Umfang und kürzeren Regenerationsphasen.
    Mountains2b.com: Welche Wettkämpfe der Saison sind für Sie die wichtigsten und warum?
    Andreas Bindhammer: Für mich zählt jeder Wettkampf, an dem ich teilnehme – sonst könnte ich keine Leistung bringen. Weltcups sind sicher die Highlights, vor allem, wenn sie vor großem Publikum und im eigenen Land stattfinden.
    Mountains2b.com: An welchen Wettkampf denken Sie am liebsten zurück?
    Andreas Bindhammer: An meinen Weltcupsieg in Wiener Neustadt 1999 und den Sieg beim Goldfinger Masters 2001 – beide kamen eher unerwartet. Aber bei beiden hatte ich einfach Spaß am Klettern und wollte weniger gewinnen, als viel mehr einfach zeigen, dass ich so eine Route lösen kann. Die Finalteilnahme beim Weltcup in Valence war auch äußerst beeindruckend. In der Halle herrschte eine Wahnsinns-Stimmung und dem Sportler wurde deutlich mehr Beachtung geschenkt, als bei den meisten anderen Veranstaltungen.
    Mountains2b.com: Was ist Ihr größter sportlicher Erfolg? Was ist Ihr größter persönlicher Erfolg?
    Andreas Bindhammer: Mein größter sportlicher Erfolg dürfte sein, dass ich so lange Jahre, trotz nicht gerade optimalen physischen Voraussetzungen, konstante Leistungen auf hohem Niveau bringen konnte; der größte persönliche Erfolg, dass ich es geschafft habe, mir ein Umfeld zu schaffen, das mir die weitgehend optimale Gestaltung meines Trainings ermöglicht und die Freiheit, meinen Sport so oft wie möglich auszuüben.
    Mountains2b.com: Welches Resultat hat Sie am meisten geärgert und warum?
    Andreas Bindhammer: Man ärgert sich allzu oft über die eigenen Fehler – eine falsche Entscheidung, einen Griff übersehen - so etwas ist nicht wirklich nachhaltig. Was einen wirklich länger beschäftigt, sind sportliche Fehlentscheidungen des Schiedsgerichtes oder ein Routensetzer, der so daneben liegt, wie bei der Deutschen Meisterschaft 2004...
    Mountains2b.com: An welchen (internationalen) Wettkämpfen an der Kletterwand haben Sie bereits teilgenommen, an welchen noch nicht?
    Andreas Bindhammer: Ich glaube, da habe ich inzwischen wirklich alles durch... ;-)
    Mountains2b.com: Welche sportlichen Ziele verfolgen Sie? Was sind Ihre persönlichen Ziele?
    Andreas Bindhammer: Ich möchte ein möglichst vielseitiger Kletterer sein – in allen Bereichen Leistungen auf hohem Niveau bringen (ausgenommen beim Speed-Klettern, das ich nicht als einen Bereich des Sportkletterns betrachte). Das bedeutet für mich: Wiederholungen von Routen in den obersten Schwierigkeitsbereichen, Erstbegehungen und gute Platzierungen bei nationalen und internationalen Wettkämpfen. Persönlich möchte ich "MasterRange Equipment" um zusätzliche Services und Bereiche erweitern, um unseren Kunden eine einzige Anlaufstelle zu bieten, die alle Segmente des Klettersports abdeckt. Ich hoffe, dass mir dabei weiterhin genügend Zeit bleibt, um auch sportlich am Ball zu bleiben.
    Mountains2b.com: Welche Routen wollen Sie in nächster Zeit gerne am Fels klettern? Welche Erfahrungen haben Sie bereits am Fels gesammelt?
    Andreas Bindhammer: Sieht man einmal von den Witterungsverhältnissen ab, ist das Training am Fels deutlich entspannter, als an der Kunstwand. Ich brauche die Tage am Fels auch, um mich mental zu regenerieren und mich auf das Klettern zu fokussieren. Mit einer Kombination aus Fels- und Kunstwand-Training erreiche ich persönlich am meisten. Die Eindrücke, die das Klettern am Fels hinterlässt, sind deutlich nachhaltiger und bringen langfristige Motivation. Ich habe am Fels schon viele schwere Routen in allen möglichen Gesteinsarten gemacht. Ich könnte mir vorstellen, in Zukunft neben schweren Sportkletterrouten auch alpine Mehrseillängen-Routen in Angriff zu nehmen. Im Moment habe ich jedoch noch genügend Testpieces im Sportkletterbereich, die mich motivieren.
    Mountains2b.com: Welches ist Ihr liebstes Klettergebiet? Warum?
    Andreas Bindhammer: Bei dieser Frage nenne ich gerne die Gebiete um Nizza. Ich finde, nirgends gibt es eine so vielseitige Auswahl an interessanten Routen wie dort – und das alles bei einem sehr angenehmen Klima und einer beeindruckenden Landschaft.
    Mountains2b.com: Wie viel Zeit verbringen Sie im Verhältnis zueinander am Fels/in der Kletterhalle?
    Andreas Bindhammer: In der Wintersaison verbringe ich nahezu 100 Prozent meiner Zeit in der Halle, was einfach an der Kürze der Tage und den Witterungsverhältnissen liegt. Danach gleicht sich das Verhältnis aus.
    Mountains2b.com: Was/wer richtet Sie nach einem Misserfolg wieder auf? Wie motivieren Sie sich für neue Aufgaben?
    Andreas Bindhammer: Am Fels gibt es so gut wie keine Misserfolge, nur gute und weniger gute Tage – schlechte Wettkampfergebnisse sind schnell vergessen, wenn man ein paar Tage am Fels verbracht hat.
    Mountains2b.com: Was würden Sie gerne an Ihrer Klettertechnik verbessern?
    Andreas Bindhammer: Ich hätte gerne die Fähigkeit, Züge hinsichtlich der Bewegungsausführung so zu analysieren, dass ich sie sofort richtig ansetze, ohne zuerst herumprobieren zu müssen. Ich würde also gerne meine Onsight-Fähigkeiten optimieren.
    Mountains2b.com: Hatten Sie schon einmal mit schwereren Verletzungen zu kämpfen?
    Andreas Bindhammer: Bisher blieb ich von größeren Verletzungen verschont.
    Mountains2b.com: Wie stellen Sie sich das Leben nach dem aktiven Wettkampfklettern vor?
    Andreas Bindhammer: Da wird sich nicht so viel verändern, außer, dass ich mehr Zeit am Fels verbringen werde...
    Mountains2b.com: Was hat sich in Deutschland im Laufe der Zeit im Klettersport verändert? Was vermissen Sie (noch)?
    Andreas Bindhammer: Klettern ist inzwischen zu einem echten Breitensport geworden. An der Spitze hat sich viel getan, die Sportler trainieren wesentlich professioneller als früher, nicht zuletzt durch das dichte Netz an Kletterhallen. Bei den Wettkämpfen hingegen ist das Niveau, was die Qualität der Veranstaltungen und die Preisgelder anbelangt, stark gesunken. Hier fehlt mir eine ausreichende Trainingsunterstützung für die Athleten – zumindest über die Preisgelder – und ein Angleichen der nationalen Wettkämpfe auf ein internationales Niveau, auch hinsichtlich des Routenbaus. Ohne die Unterstützung von Sponsoren wie Edelrid und MadRock müsste ich mein Training bezüglich der Auslagen extrem einschränken.
    Mountains2b.com: Was würden Sie dem deutschen Kletter-Nachwuchs für Tipps mit auf den Weg geben?
    Andreas Bindhammer: Das Beste, was einem passieren kann, ist die Entdeckung einer eklatanten Schwäche. Einen Ansatzpunkt zu haben, woran man im Training arbeiten sollte, ist Gold wert... Ansonsten kann ich jedem nur empfehlen, möglichst vielseitig zu trainieren. Das erhält die Motivation und stellt den Körper vor neue Herausforderungen, setzt neue Reize. - Also beispielsweise auch mal an den Fels gehen, auch wenn das Training dort im ersten Moment nicht so effektiv erscheint.
    Mountains2b.com: Möchten Sie uns sonst noch etwas sagen?
    Andreas Bindhammer: Ich danke der Firma Edelrid für die langjährige, gute Unterstützung.


    Erfolge (Auswahl)

    National
    - Platz 1: Deutsche Meisterschaft Lead - Wuppertal 2006
    - Platz 1: Deutscher Sportklettercup – Kempten 2005
    - Platz 2: Deutscher Sportklettercup – Karlsruhe 2005
    - Platz 1: Deutscher Sportklettercup – Heilbronn 2004
    - Platz 1: Deutscher Sportklettercup – Forchheim 2004
    - Platz 2: Deutscher Sportklettercup - Berlin 2004
    - Platz 1: Deutscher Sportklettercup - Köln 2003
    - Platz 2: Deutscher Sportklettercup - Berlin 2003
    - Platz 1: Deutscher Sportklettercup - Ottobeuren 2002
    - Platz 1: Deutscher Sportklettercup - Münster 2002
    - Platz 1: Deutscher Sportklettercup - München ISPO 2002

    International
    - Platz 16: UIAA Worldcup (difficulty) - Singapore (SIN) 2006
    - Platz 12: UIAA Worldcup (difficulty) – Kranj (SLO) 2005
    - Platz 9: UIAA Worldcup (difficulty) – Kranj (SLO) 2004
    - Platz 3: Int. Masters - Guangdong (CHN) 2004
    - Platz 1: Int. Maléclimbing Masters - Malé (I) 2003
    - Platz 7: UIAA Worldcup (difficulty) - Shenzhen (CHN) 2003
    - Platz 6: UIAA Worldcup (difficulty) - Valence (F) 2003
    - Platz 2: Klimax Goldfinger - Puurs (BEL) 2003
    - Platz 1: Klimax Goldfinger - Puurs (BEL) 2001
    - Platz 3: UIAA Worldcup (difficulty) - Kranj (SLO) 2000
    - Platz 1: UIAA Worldcup (difficulty) - Wiener Neustadt (AUT) 1999
    - Platz 2: UIAA Worldcup (difficulty) - Prag (CZE) 1997

    Am Fels
    - 'Broadway'8c+/9a, 2007 (Wiederholung)
    - 'La Rambla' 9a+, 2007 (Wiederholung)
    - 'En Depit du Bon Sens' 8c/c+, 2006 (Wiederholung)
    - 'L´Ideal Chimerique' 8c/c+, 2006 (Wiederholung)
    - 'Abysse' 9a/a+, 2006' (Wiederholung)
    - 'TripTikTonik' 8c+, 2006 (Wiederholung)
    - 'Illuminati' 8c+, 2006 (Wiederholung)
    - 'Sakrileg' 8c+, 2005 (1. Wiederholung)
    - 'Zauberfee' 8c+, 2003 (Wiederholung)
    - 'Ground Zero' 9a, 2002 (Wiederholung)
    - 'Shangri-La' 8c+, 2001 (Wiederholung)
    - 'KinematiX' 9a, 2001 (Erstbegehung)
    - 'Andiamo' 8c+, 2000 (Erstbegehung)
    - 'Vitamania' 8c+, 1999 (Erstbegehung)

    Stand: 18.03.08

    Mountains2b.com bedankt sich bei Andreas für die freundliche Mithilfe bei der Erstellung des Portraits.

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