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Die Isolation vom Winde verweht

Kletter-Weltcup Dresden: Sechs Deutsche für das Halbfinale qualifiziert

M2b Redaktion am 19.05.2006 - 21:00 Uhr

Der erste Weltcup-Tag in Dresden ist vorüber. 57 Herren und 44 Damen aus aller Welt traten zur Qualifikation an der eigens für diesen Outdoor-Bewerb konstruierten Wettkampfwand an. 26 Herren und 27 Damen sollten am Ende des Tages den Sprung ins Halbfinale schaffen.

Windböen zwingen zur Wettkampf-Unterbrechung
Pünktlich um 12:00 Uhr eröffneten der Japaner Tsuiki Takaaki und die Schweizerin Annina Guggisberg die von Ole Herrenkind und Maxi Klaus geschraubten Routen an der 17 Meter hohen und neun Meter überhängenden Wettkampfwand. 17 weitere Herren und 16 Damen sollten den Beiden folgen, bis der Wettkampf für rund 1,5 Stunden unterbrochen werden musste: Das Isolationszelt, in dem die restlichen Athleten auf ihre Starts warteten, wurde vom starken Wind weggefegt - kurzerhand mussten feste Container organisiert und aufgebaut werden, um die Isolation wieder herzustellen.

Zuvor hatten mit Felix Neumärker (SBB), Lisa Knoche (Freising), Julia Winter (SBB) und Irina Mittelmann (Köln) bereits vier deutsche Kletterer die Qualifikation absolviert und wussten dabei durchaus zu überzeugen. Zunächst begann jedoch für alle erst einmal eine Zeit des Wartens und Bangens, schließlich kamen die Favoriten bis dato noch nicht zum Zuge.

Hoppe nach Unterbrechung Top
Um 16:00 Uhr konnte der Wettkampf dann fortgesetzt werden. Einer der Leidtragenden der Unterbrechung war Markus Hoppe, der eigentlich schon in der Zwischenisolation auf seinen Auftritt gewartet hatte. Dennoch gelang es dem Dresdner auch mit Verspätung, vor heimischem Publikum alles aus sich herauszuholen und die Route top zu gehen. Das geiche Kunststück schafften weitere zehn Herren, die sich damit natürlich alle für die nächste Runde qualifizierten: Sachi Anma (JAP), Flavio Crespi (ITA), Fabien Dugit (FRA), David Lama (AUT), Magnus Midtboe (NOR), Tomás Mrazek (CZE), Ramón Julien Puigblanque (ESP), Patxi Usobiaga (ESP), Jorg Verhoeven (NED) und Luca Zardini (ITA).

Auch Borowka, Preußler und Neumärker weiter
Ebenfalls von den heimischen Fans angespornt, zog Andre Borowka mit einer erreichten Höhe von 21,48- Metern als Zwölfter in die Runde der letzten 26; Timo Preußler (Schwäbisch Gmünd) und Felix Neumärker (SBB), der seine Höhe ja schon früh vorgelegt hatte, folgten ihren Kollegen mit 20,65 Metern ins Halbfinale.

Bindhammers fehlen krankheitsbedingt
Die Segel nach der Qualifikation streichen mussten hingegen die jungen Athleten Thomas Knoche (Platz 44), Friedemann Walther (Platz 48), Markus Jung (Platz 51) und Stefan Danker (Platz 52).

Die beiden im Weltcup erfahrensten deutschen Athleten, Andreas und Christian Bindhammer, mussten ihre Teilnahme dagegen aufgrund einer Krankheit kurzfristig absagen. Von der Weltspitze fehlte ansonsten lediglich Alexandre Chabot (FRA), alle weiteren Favoriten waren aber in Dresden dabei und schafften erwartungsgemäß den Sprung ins Halbfinale.

Winter und Knoche im Halbfinale
Bei den Damen, die paralell zu den Herren in die Wand gingen, hatte Charlotte Durif (FRA) vor der Unterbrechung die einzige Top-Begehung hingelegt. Danach schafften ihre Landsfrauen Caroline Ciavaldini und Sandrine Levet, sowie Angela Eiter (AUT), Natalija Gros, Maja Vidmar (beide SLO), Yuka Kobayashi (JPN), Muriel Sarkany (BEL) und Olha Shalagina (UKR) den Zug zum letzten Griff. Auch Julia Winter (18,19+ Meter) und Lisa Knoche (15,90+) konnten sich mit ihren früh erzielten Höhen auf Rang 21 beziehungsweise 24 für die nächste Runde qualifizieren.

Knapp am Weiterkommen vorbei schrammten Luisa Neumärker (SBB, Platz 28) und Juliane Wurm (Dortmund, Platz 30). Auch Irina Mittelmann's vorgelegte Höhe reichte nicht; sie wurde 36.
Nicht am Start in Dresden waren Alexandra Eyer (SUI) und Bettina Schöpf (AUT); sie fehlten verletzungsbedingt.

Vortrag von Stefan Glowacz zum Ausklang des Tages
Zur aktuellen Stunde zeigt Stefan Glowacz zum Ausklang des Tages in seinen Diavortrag "Immer am Limit II" beeindruckende Bilder seiner bewegenden Expeditionen zu den Felsen der Welt.

Fazit
Der erste Weltcuptag in Dresden lief durchaus gelungen über die Bühne. Zuschauer und Athleten zeigten sich besonders von der einzigartigen Atmosphäre mit Elbe und der beeindruckenden Kulisse Dresdens im Hintergrund der Wettkampfwand angetan. Trotz der teilweise stärkeren Windböen hatte auch der Wettergott ein Einsehen - bis auf vereinzelte Regentropfen war es weitestgehend sonnig.

Das Halbfinale im Schwierigkeitsklettern beginnt am morgigen Samstag, dem 20. Mai, um 10:00 Uhr.

Weitere Infos
Alle Infos rund um den Kletterweltcup in Dresden sowie vollständige Ergebnislisten der Qualifikation sind auf unserer Sonderseite verfügbar.

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