Weltcup in Shanghai: Podestserie von Angela Eiter gerissen
M2b Redaktion am 06.10.2006 - 12:00 Uhr
Mit einer Überraschung endete der drittletzte Lead-Weltcup der Saison in Shanghai: Angela Eiter, Weltcupführende aus Österreich, belegte nach 18 Podestplätzen in Folge (16 Siege, je ein zweiter und dritter Rang) nur Platz neun. Das französische Team hingegen durfte einen Doppelsieg von Sandrine Levet und Caroline Ciavaldini bejubeln; Dritte in der Damenwertung wurde die Slowenin Mina Markovic. Bei den Herren siegte der Tscheche Tomás Mrázek vor dem spanischen Duo Patxi Usobiaga und Eduard Marin Garcia.
Absage der Qualifikation
Nach heftigen Regengüssen am ersten Wettkampftag, dem 02. Oktober, musste die Qualifikation an der Outdoor-Wand abgebrochen werden. Weiter ging es erst am nächsten Morgen; dann direkt mit dem Halbfinale. Der Wettergott hatte fortan ein Einsehen, so dass der Durchgang planmäßig über die Bühne gehen konnte. Abends stand schließlich das Finale auf dem Programm, das live im chinesischen Fernsehen übertragen wurde.
Jubel des französischen Teams
Bei den Damen zeigte sich abermals das französische Team in einer starken Verfassung - alle drei Starterinnen hatten den Sprung ins Finale geschafft. Am Ende durfte man über Gold- und Silbermedaille jubeln: Sandrine Levet erkletterte sich ihren zweiten Sieg der Saison, und Caroline Ciavaldini wurde Zweite. Mina Markovic aus Slowenien komplettierte das Podest. Die größte Überraschung indes war aber der neunte Platz von Angela Eiter: Nach einem Missgeschick flog die Serien-Siegerin schon früh aus der Wand. Einen Weltcup ohne Eiter auf dem Podest hatte es zuletzt im November 2004 in Kranj gegeben.
Angela Eiter: "Dumm gelaufen"
"Im Finale ist mir ein unüblicher Fehler unterlaufen: Das Seil hat sich über einen Griff gelegt, was ich aber zunächst nicht sah. Als ich den nächsten Zug ansetzen wollte, merkte ich plötzlich, dass ich auf dem Seil stand, rutschte ab, und schon fiel ich aus der Wand. Es passierte so überraschend, dass ich nicht mehr reagieren konnte - die Routen sind schwer und anspruchsvoll, insofern kann man Fehler kaum korrigieren. Meine Worte: dumm gelaufen, beziehungsweise dumm geklettert!", so Eiter's Statement auf ihrer Homepage unter www.angelaeiter.com.
Dennoch nimmt die 20-Jährige viele positive Eindrücke aus China mit nach Hause: "Die Stimmung war super [...]. Die Chinesen nehmen ihre Sache sehr ernst und haben den Wettkampf gut organisiert. Somit war es wirklich toll, dabei gewesen zu sein - schade ist nur, dass ich nicht an meine Grenzen klettern konnte, und schon nach fünf Metern 'Good Bye' sagen musste."
Timo Preußler zeigt sich zufrieden
Wie Angela Eiter landete auch Timo Preußler bei den Herren auf Rang neun. Er hatte sich zuvor knapp für die letzte Runde qualifiziert, obwohl er im Halbfinale bis vier Züge unter das Top kam.
Auf seiner Homepage unter www.timopreussler.de äußert sich der Deutsche zufrieden über seine Leistung in Shanghai: "Die ersten Meter der Route verliefen super, bis ich in die zweite Dachpassage kam. Hier hatte ich einige Probleme, die richtigen Positonen zu finden, und verbrauchte dort unnötig Kraft. Somit war die Route für mich nach der zweiten Dachpassage beendet. Die nachfolgenden Finalisten kamen alle ein paar Griffe weiter, und ich musste mich mit dem neunten Platz zufrieden geben. Trotzdem für mich ein hervorragendes Ergebnis!"
Mrázek vereitelt spanischen Triumphzug
Seinen ersten Sieg in der laufenden Saison durfte der amtierende Weltmeister Tomás Mrázek aus Tschechien feiern. Dabei ließ er die Spanier Patxi Usobiaga, Eduard Marin Garcia und Ramón Julián Puigblanque hinter sich, und vereitelte so den totalen Triumph des Trios. Der 16-jährige Österreicher David Lama kletterte wie zuletzt in Marbella auf Rang sechs.
Ausblick
Der nächste Lead-Weltcup wird am 11. und 12. November in Penne (ITA) ausgetragen. Eine Woche später steigt dann das große Finale in Kranj (SLO), wo die Gesamtsieger des Weltcups 2006 gekührt werden. In Führung liegen derzeit Angela Eiter respektive Patxi Usobiaga.
Speed
Auch eine Entscheidung im Speed stand in China auf dem Programm. Hier beeindruckte der Russe Sergey Sinitsyn das Publikum mit seiner Vorstellung, gleichwohl er die beiden Chinesen Hetai Ma und Xiaojie Chen auf die Plätze zwei und drei verwies. Als schnellste Frau war Lai-Sho Cheng aus Hong Kong unterwegs; das Podium komplettierten die beiden Russinnen Anna Saulevich und Yana Malkova.
Ergebnisse Shanghai
Podest Damen - Lead
01. Sandrine Levet (FRA)
02. Caroline Ciavaldini (FRA)
03. Mina Markovic ( SLO)
Podest Herren - Lead
01. Tomás Mrázek (CZE)
02. Patxi Usobiaga (ESP)
03. Eduard Marin Garcia (ESP)
Podest Damen - Speed
01. Lai-Sho Cheng (HKG)
02. Anna Saulevich (RUS)
03. Yana Malkova (RUS)