Specials Eventspecials 2006 Klettern Weltcups Interviews

Timo Preußler

Eröffnung des Weltcups in Xining, China

Routenbesichtigung Damen

Routenbesichtigung Herren

Timo Preußler

Timo Preußler im Dach der Route

Weltcup in Xining

Aufwärmen an der Boulderwand, Weltcup Xining (CHN)

Wettkampfwand in Xining, Qinghai Provinz

Timo Preußler

Timo Preußler

Angela Eiter (AUT) inmitten der chinesischen Fans

Timo Preußler in der Umgebung von Qinghai

Markt in der Qinghai Provinz

Markt in der Qinghai Provinz

Auf dem Markt

Timo Preußler und Erwin Marz

Skyline von Singapur

Am Strand in Singapur

Weltcup in Singapur

Timo Preußler

Timo Preußler in Singapur

Timo Preußler

Im Supermarkt

Die Petronas Towers in Kuala Lumpur

Timo Preußler beim Weltcup in Malaysia

Timo Preußler beim Weltcup in Malaysia

Timo Preußler beim Weltcup in Malaysia

Podest in Malaysia: Winkler, Preußler, Usobiaga (v.l.n.r.)

Podest in Malaysia: Winkler, Preußler, Usobiaga (v.l.n.r.)

Detail entdeckt!

Freizeit

Timo Preußler

Timo Preußler

Timo Preußler

Timo Preußler

Timo Preußler (GER)

Timo Preußler

Timo Preußler

Timo Preußler

Interview mit Timo Preußler (08/06), Klettern

M2b Redaktion am 18.08.2006 - 10:00 Uhr

Timo Preußler wurde am 14. August 1983 in Mutlangen/Schwäbisch Gmünd geboren und ist derzeit Deutschlands erfolgreichster Sportkletterer. In der internationalen Elite machte er 2003 auf sich aufmerksam, als er sich bei vier Weltcups in den Top Ten platzieren konnte und das Gesamtranking als bester Deutscher mit Platz zwölf abschloss. Zudem wurde er Deutscher Meister im Bouldern. Einer Wettkampfpause im Jahr 2004 folgte der Wiedereinstieg in die Erfolgsspur 2005: Zweiter Platz beim Lead-Weltcup in Zürich, Sechster bei der WM in München, Zehnter und erneut bester Deutscher im Gesamtweltcup und Deutscher Meister im Schwierigkeitsklettern. Ausgestattet mit einem fixen Startplatz im Weltcup, nahm Timo Preußler im Jahr 2006 an bisher allen Lead-Weltcups der Saison - ausgenommen der Auftaktveranstaltung in Puurs (BEL) - teil. Nach Bewerben in Dresden (GER) und Chamonix (FRA) ging es für die Weltspitze Ende Juli 2006 nach Asien: Weltcups in Xining/Qinghai Provinz (Tibet/China), im Stadtstaat Singapur und in der Nähe von Kuala Lumpur (Malaysia) standen auf dem Programm. Nachdem Preußler den ganz großen Coup bisweilen um ganz wenige Züge verpasst hatte, sollte der Knoten in Malaysia endlich platzen: Passend zu seinem 23. Geburstag holt Timo Preußler den ersten deutschen Weltcupsieg seit sieben Jahren! Vor ihm gelang dieses Kunsstück lediglich Guido Köstermeyer, Christoph Finkel und Andreas Bindhammer. Wir sprachen mit Timo nach seiner Rückkehr nach Deutschland.


Mountains2b.com: Am Sonntag (13. August) bist du beim Lead-Weltcup in Kuala Lumpur (Malaysia) auf den ersten Platz geklettert und durftest den ersten Weltcup-Sieg deiner Karriere feiern - herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Erfolg! Gleichzeitig wollen wir dir auch nachträglich zu deinem Geburstag gratulieren; das größte Geschenk hast du dir mit deinem Sieg wohl selbst gemacht... Wurde beides gebührend gefeiert?

Timo Preußler: Erst einmal danke für die Glückwünsche! Die Freude bei mir über den Weltcup-Sieg ist natürlich riesig groß. Zunächst konnte ich alles noch gar nicht richtig fassen - es ist wirklich unglaublich, dass ich gewonnen habe! Auch, weil ich bei den beiden Weltcups zuvor in Singapur und Xining jeweils nur knapp am Finaleinzug gescheitert war, ist das Glücksgefühl nun umso größer!

Eine große Feier hat es allerdings nicht gegeben. Da das Finale am Sonntag aber schon um ein Uhr mittags beendet war, konnten wir danach noch ins Restaurant essen gehen und auf den Sieg anstoßen. Im Anschluss ging es jedoch schon mit dem Flieger zurück nach Deutschland. Nach meiner Ankunft am Montag in München habe ich noch kurz beim DAV reingeschaut, ehe es nach Hause ging. Leider hatte ich mir eine fiebrige Erkältung zugezogen, möglicherweise eine Folge von den insgesamt schon sehr anstrengenden drei Wochen in Asien, und bin derzeit außer Gefecht gesetzt.


Mountains2b.com: Kannst du die drei Asien-Weltcups aus deiner Sicht beschreiben? Insbesondere interessiert uns natürlich das vergangene Wochenende in Malaysia...

Timo Preußler: Ich bin hoch motiviert nach Asien gereist, und habe mich schon beim ersten Weltcup in China (29./30. Juli) ziemlich fit gefühlt. Normalerweise bin ich eher der "Wettkampftyp", und habe im Training meine Schwächen - in Asien war es aber so, dass ich den anderen auch im Training in nichts hinterher stand. Leider hat es beim Auftakt nicht ganz für die Runde der letzten Acht gereicht. Nachdem ich die Qualifikation locker überstanden hatte, startete ich im Halbfinale in der Mitte des Feldes und konnte in Führung gehen. Das Ganze wurde immer spannender, und am Ende gelang es elf Athleten, weiter als ich zu klettern. Somit verpasste ich den Einzug ins Finale mit meinem zwölften Rang, doch es fehlten mir nur zwei Züge, und ich wäre weiter gewesen...

Auch in Singapur (05./06. August) war ich in der Qualifikation auf Finalkurs und kletterte für meine Verhältnisse ziemlich stark, doch nach dem Halbfinale war auch hier wieder Schluss für mich: Verlief die Route bis zum mittleren Teil problemlos, so befand ich mich an der zweiten Dachkante plötzlich früher im Seil, als erwartet. Wieder war ich knapp am Weiterkommen gescheitert, und wieder reichte es "nur" zu Platz zwölf.

Beinahe hätte sich die Geschichte in Malaysia (12./13. August) zum dritten Mal wiederholt, denn nach einer souverän gekletterten Qualifikation bereitete mir das Halbfinale auch wieder Probleme. Nach zwei zwölften Plätzen, und nachdem man zwei Mal haarscharf am Finale vorbei geschrammt ist, klettert man wohl nicht mehr ganz so befreit auf...

Jedenfalls habe ich mir im Halbfinale in Kuala Lumpur das Leben selbst schwer gemacht: An einer Stelle oben in der Route gab es eine Grifffolge von drei kleineren Griffen hintereinander, und von meiner Körpergröße her hätte ich den letzten Griff locker erreichen müssen - dann wäre ich relativ ungefährdet ins Finale eingezogen. Stattdessen konnte ich den Griff nicht ganz berühren, und die Schiedsrichter gaben mir ein Minus in der Wertung. Ich war richtig enttäuscht, denn ich glaubte, es hätte schon wieder nicht für's Finale gereicht, obwohl es wieder zum Greifen nahe gewesen war...

Als mein Ergebnis dann plötzlich doch ausreichte, kannte meine Freude keine Grenzen! Ich war unglaublich froh und erleichtert - woran man sieht, wie nah Glück und Pech doch beieinander liegen. Kleinste Unterschiede entscheiden über Erfolg und Misserfolg - dieses Mal für mich mit einem glücklichen Ende. Den Abend verbrachte ich mit Bundestrainer Christoph Finkel gemütlich in einem kleinen französischen Restaurant - am Sonntag durfte kommen was mag, das Finale würde für mich nur noch eine "Zugabe" sein, denn mit dem Einzug in jenes hatte ich mein Ziel schon erreicht...

Am Sonntagmorgen ging es dann schon früh los, ich startete an zweiter Stelle nach Christian Bindhammer. Dabei legte ich ein gutes Tempo vor, und bin ziemlich weit geklettert - weiter als Christian. Nach uns sollten noch sechs Starter folgen, und ich konnte natürlich nicht einschätzen, wie gut meine erreichte Höhe tatsächlich war. Als die nächsten Vier schon früher aus der Wand fielen und nur noch die Starts von Tomás Mrázek (CZE) und Eduard Marin Garcia (ESP) anstanden, realisierte ich, dass ich es auf das Podest geschafft hatte.

Und auch Mrázek und Garcia kamen nicht so weit, wie ich... Plötzlich wurde mir klar, dass ich in dem Moment meinen ersten Weltcup gewonnen hatte! Dabei war mein Sieg nicht einmal knapp, sondern mit großem Abstand: Zweiter wurde Daniel Winkler (SUI) mit sechs Zügen Rückstand, Dritter Patxi Usobiaga (ESP). Während die anderen Fehler gemacht hatten und früher aus der Route gefallen sind, war ich einfach freiauf geklettert. Meine Freude über diesen Triumph war unglaublich! Es war purer Wahnsinn...!

Mir persönlich hat der Sieg zudem endlich eine Bestätigung meiner Leistung gegeben, denn viele Kritiker glaubten, dass ich nicht mit der nötigen Professionalität und Ernsthaftigkeit an die Sache rangehen würde...


Mountains2b.com: Wie war die Finalroute denn angelegt und warum lief es gerade für dich darin so gut?

Timo Preußler: Die Finalroute war technisch sehr anspruchsvoll, aber kein Fitnesstest. Oft ist es ja so, dass derjenige gewinnt, der am Ende die meiste Kraft hat. Hier war es jedoch so, dass man die Route erkennen musste, und dass derjenige gewann, der am wenigsten Fehler gemacht hatte. Man musste sehr überlegt und mit Köpfchen klettern. Die Wand war recht strukturiert und an einigen Stellen abgeklebt, so dass man nur in einem bestimmten Bereich klettern durfte. Von unten war es aber nicht unbedingt ersichtbar, wo einen der Weg dann tatsächlich entlang führen würde.

Bevor ich in die Finalroute eingestiegen bin, habe ich mir ihren Verlauf auch nur bis zu dem Punkt angeschaut, von dem ich glaubte, ihn erreichen zu können. Als ich jene Stelle dann in meiner Tour überwinden konnte, musste ich alles weitere improvisieren. Ich habe alle Züge nur noch von Griff zu Griff durchgeführt, hatte gar keinen Plan mehr, wie's weiter ablaufen sollte, und bin einfach instinktiv geklettert. Innerlich habe ich keinen Griff mehr losgelassen, es hat alles gepasst. Vom Kopf her war ich locker, und habe alles so genommen, wie es kam.

Weiter oben in der Route war die Struktur dann recht boulderlastig, mit ziemlich kleinen Griffen. Ich habe einfach nur noch versucht, in einem Schritt durchzuziehen, und bin weiter hoch gekommen. Letztlich wäre ich von meiner Fitness her vielleicht noch weiter gekommen, doch am Ende fehlte mir die Kraft, die Express überhaupt noch einzuhängen. Das Seil befand sich direkt vor meinem Körper, und ich hätte meine Position irgendwie ändern müssen, aber ich wollte die Griffe einfach nicht mehr loslassen!

Bis zum Top wären es noch zehn bis 15 Züge gewesen, doch nachdem sich die Konkurrenz durch die Bank weg Fehler geleistet hatte, bedeutete meine Höhe den Tagessieg. Dass es für mich am Sonntag so gut lief, lag sicherlich auch in großem Maße daran, dass ich befreit und ohne Druck aufklettern konnte. Nach den zwei Enttäuschungen mit knapp verpassten Finaleinzügen hatte ich durch meine Finalteilnahme schon das erreicht, was ich mir vorgenommen hatte. Am Ende war, wie gesagt, alles nur noch Zugabe.


Mountains2b.com: Die Athleten, die an allen drei Weltcups in Xining, Singapur und Kuala Lumpur teilgenommen haben, waren nun rund drei Wochen in Asien zugegen. Wie würdest du die Atmosphäre insgesamt beurteilen?

Timo Preußler: Die drei Wochen in Asien waren insgesamt schon sehr stressig und anstrengend - Zeitverschiebung, ständige Hotelwechsel, immer wieder Gepäck ein- und auspacken, Hin- und Her-Reiserei und Fliegerei (die Distanzen waren ja schon enorm!)...

Dennoch hat mir die Reise - neben dem sportlichen Erfolg - persönlich sehr viel gebracht. Schön war auf jeden Fall, dass wir Kletterer während der ganzen Zeit zusammen unterwegs waren. Das hat die Gemeinschaft wirklich gestärkt. Ich habe viel mit den Spaniern und Franzosen zusammen trainiert, man sieht, wo die anderen stehen - aber besonders menschlich haben uns die drei Wochen zusammen geschweißt. Jeder hat jedem in den verschiedensten Situationen ausgeholfen.

Für manch einen bedeuteten die drei Wochen sicherlich viele Strapazen, weil man seinem normalen Trainingsplan auf jeden Fall nicht konsequent folgen konnte und aus dem gewohnten Rythmus heraus gerissen wurde. Mir hat das aber weniger geschadet, ich habe eigentlich alles ziemlich locker gesehen und mir tat es gut, mit den anderen Kletterern etwas zusammen zu machen.

Sehr beeindruckt hat mich im Übrigen Tibet - dort fand der erste Weltcup der "Asien-Tour" in Xining statt - wo ich zuvor noch nie gewesen war. Das Land, die Stadt und die Bevölkerung waren einfach unglaublich: Hilfsbereit, freundlich, neugierig und immer mit einem Lächeln im Gesicht. Sehr faszinierend war auch das Essen: Es gab zum Beispiel aufgeschnittene Ochsenaugen, Skorpione, Kröten oder Hunde - alles Delikatessen dort, die finden das da ganz toll! Naja, es ist wirklich eine ganz andere Esskultur... Erwin (Marz) und ich haben uns am Anfang nur von Wassermelonen, Reis und mitgebrachten Erdnüssen ernährt!


Mountains2b.com: Über den Weltcup in China war zu lesen, dass dort besonders das Zuschauerinteresse unheimlich groß war und euch ein Publikum von rund 15.000 Menschen während des Bewerbes angefeuert hat. Welche Eindrücke nimmst du von diesem Ereignis, aber auch von den beiden anderen Weltcups in Singapur und Malaysia mit nach Hause?

Timo Preußler: Das Interesse der Öffentlichkeit und die Stimmung in Tibet waren schon gewaltig! Wir kamen uns vor, wie Superstars: Alle wollten ein Interview, alle sind auf einen drauf, auch hinterher, etwa beim Flanieren durch die Stadt, kamen die Einheimischen und fragten nach Autogrammen oder Fotos. Teilweise war das schon sehr krass! Der Wettkampf wurde zudem ins 1. Chinesische Fernsehen übertragen, und von Qualifikation bis Finale wurden alle Begehungen von allen Startern gezeigt. Uns wurde über eine Einschaltquote von 200 Millionen Fernsehzuschauern berichtet!

Der zweite Bewerb, der dann in Singapur stattfand, war wie der in China sehr gut organisiert. Im Unterschied dazu fand er allerdings nicht Outdoor, sondern in einer Messehalle statt - vergleichbar mit der WM in München 2005. Auch hier waren unheimliche viele Zuschauer gekommen.

Singapur und China waren vom Ambiente her in jedem Fall auch besser, als der Abschlussbewerb in Kuala Lumpur. Dort fand der Wettkampf in einem riesigen Freizeitzentrum statt - die Hotelanlage und das Ganze drum herum wirkten aber irgendwie so, als wären sie einfach nur mitten in den Urwald hinein gestellt worden, wie ein nachgebautes Las Vegas. Mir war es dort einfach viel zu voll, zu viel Trubel, und ich war froh, dass wir das nette französische Restaurant gefunden hatten, in das wir uns gelegentlich zurückziehen konnten. Die Freude über meinen ersten Platz schmälern diese Umstände jedoch keineswegs - geklettert wurde ja unter normalen Bedingungen, und der Sieg ist für mich das höchste, was es bisher gab!


Mountains2b.com: Hattest du auch Zeit, die Felsen in den verschiedenen Gegenden zu inspizieren? Wie wurden die "freien Tage" zwischen den Wettkämpfen genutzt?

Timo Preußler: Für deratige Aktivitäten wie Felsklettern blieb eigentlich keine Zeit. Zwischen den Wettkämpfen standen ja auch immer noch Ab- und Anreisen auf dem Programm, und an den wenigen freien Tagen waren wir jeweils vor Ort in den ansässigen Boulder- und Kletterhallen und haben zusammen trainiert, oder es blieb Zeit für eine Sightseeing-Tour.

Während die ersten beiden Stopps auf dem Trip etwas stressiger waren, habe ich es beim letzten Aufenthalt in Kuala Lumpur lockerer angehen lassen. Zwar gab es mit "Camp Five" eine riesige Boulderhalle auf einem Einkaufszentrum, die super zum Trainieren einlud - man kam sich vor, als stünde man in Fontainbleau mitten im Wald - doch nach einer Einheit am Mittwoch bin ich am Donnerstag und Freitag lieber in den Hotelpool gegangen, habe mir die Stadt angeschaut und war shoppen. Dass eine etwas lockerere Einstellung anscheinend auch funktioniert, habe ich ja dann zum Glück am Samstag und Sonntag beim Weltcup bewiesen...


Mountains2b.com: Welche Pläne hast du dir für die nächsten Wochen aufgestellt?

Timo Preußler: Erst einmal muss ich meine Erkältung auskurieren, doch dann wird es mich ins Berchtesgadener Land zu den Mehrseillängen-Routen ziehen... Das ganze Jahr über hatte ich eigentlich kaum Zeit, alpine Sportkletterrouten zu probieren, da die Konzentration klar auf dem Wettkampfklettern lag - und die alpinen Touren wenig für's Training bringen, da es auf andere Dinge ankommt, als beim Wettkampfklettern.

Für mich sind die Mehrseillängen-Routen nun aber eine willkommende Abwechslung zum "normalen" Alltag und ich freue mich insbesondere auf den Spaßfaktor: Wenn wir gemeinsam unter Freunden nach draußen fahren, dann passt einfach alles - egal wie gut oder schlecht der einzelne vielleicht klettert. Nicht die Leistung steht im Vordergrund, sondern die menschliche Komponente, das Verständnis füreinander und der gemeinsame Spaß!


Mountains2b.com: In rund einem Monat geht es dann im Weltcup-Zirkus weiter. Lead-Bewerbe in Marbella (ESP), Shanghai (CHN), Penne (ITA) und Kranj (SLO) stehen noch auf dem Programm. Wirst du bei allen Weltcups an den Start gehen? Welche Ziele hast du dir gesetzt?

Timo Preußler: Die letzten vier Weltcups des Jahres möchte ich alle mitnehmen. Mein Ziel für das Ende der Saison ist, wie im letzten Jahr, eine Platzierung in den Top-Ten des Gesamtrankings - damit hätte ich wieder meinen fixen Startplatz für die nächste Saison sicher und könnte zu jedem Weltcup, zu dem ich möchte.

Mit meinem Sieg in Malaysia hatte ich nun schon ein Highlight in meiner Laufbahn, doch ich hoffe, dass es nicht das letzte war - und ich in Zukunft auch mal wieder gewinnen werde! Ich bin hoch motiviert und möchte gerne da weiter machen, wo ich gerade aufgehört habe...

Ausblickend auf die nächsten Monate ist die WM 2007 in Marbella ein ausgesprochenes Ziel von mir. Klar, gewinnen will natürlich jeder, und auch für mich ist ein Podestplatz immer ein Traum. Ich weiß, dass ich vorne mithalten kann und zu den besten Kletterern gehöre, und wenn es nächstes Jahr gut läuft, dann möchte ich auch bei der WM vorne dabei sein! Schon oft wurde mir mein großes Talent nachgesagt, viele sagen, ich hätte noch Potentizal - bis dato konnte ich es aber nicht immer zeigen und ich weiß, dass ich noch nicht all meine Möglichkeiten ausgeschöpft habe. Somit hoffe ich, dass ich noch besser werden kann...


Mountains2b.com: Wie sieht es mit den ausstehenden nationalen Bewerben aus, werden wir dich dort auch teilnehmen sehen?

Timo Preußler: Beim Sportklettercup in Karlsruhe wohl eher nicht, aber bei der Deutschen Meisterschaft als Einzelveranstaltung in Wuppertal schon. Bei so vielen Weltcups und anderen Terminen muss ich da Prioritäten setzen, und Wettkämpfe stressen einen psychisch immer, der Nervenstress wirft einen jedes Mal wieder leicht zurück. Deswegen lege ich mein Augenmerk auf die Weltcups, denn diese sind mir am wichtigsten, und ich versuche, mich darauf zu konzentrieren.


Mountains2b.com: Vielen Dank, dass du dir trotz Krankheit Zeit für uns genommen hast! Erst einmal wünschen wir dir gute Besserung und dann für deine weiteren Pläne und Wettkämpfe viel Erfolg!


Weitere Infos/Bildergalerie
Eine Bildergalerie mit Timo Preußler's Impressionen aus Asien finden Sie hier. Diese und weitere Fotos sowie Infos über Preußler gibt es zudem auf seiner Website unter www.timopreussler.de. Vor- und Nachberichte zu den bisherigen Weltcups der Saison 2006, Ergebnislisten und weiteres sind auf der Mountains2b-Sonderseite verfügbar.

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