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Interview mit Sportfotograf Michael Müller
2b-Sportredaktion am 29.06.2006 - 13:03 Uhr
Michael Müller ist bereits seit vielen Jahren Profi-Fotograf mit einem eigenen Studio in Rosenheim. Im Interview gibt er einige Tipps zum Einstieg in den Beruf.
Frage: "Hallo Michael - danke dass du uns mit deiner Erfahrung hier zur Verfügung stehst. Zum Auftakt etwas Grundsätzliches: Wie wird man Fotograf? Welche Abschlüsse gibt es?"
Michael Müller: "Es gibt verschiedene Wege. Einmal eine Handwerksausbildung. Wer in die Werbung will, braucht dazu aber auch noch einiges an Praxis, die man sich holt, in dem man eine gewisse Zeit als Assistent bei einem oder mehreren Fotografen arbeitet. Dann gibt’s verschiedene Schulen und Hochschulen, bei denen man ein Fotodesignstudium absolvieren kann. Zwei Beispiele hierfür sind der Lette-Verein in Berlin oder die Fachhochschule München mit dem Fachbereich Fotodesign. Ein nicht unerheblicher Teil der Fotografen sind Autodidakten, die auch eine gewisse Zeit als Assistenten gearbeitet haben."
Frage: "Was sollte ein Sportfotograf festhalten, welche Motive und Bilder sucht er?"
Michael Müller: "Wichtig ist es, die dem jeweiligen Sport innewohnende Emotion und Dynamik weiterzuvermitteln."
Frage: "Welche Unterschiede bestehen zwischen Sportfotografie und 'normaler' Fotografie?"
Michael Müller: "In der Sportfotografie muss man sehr schnell auf spontane Momente reagieren, um diese aufzunehmen. Das ist wohl der wichtigste Unterschied."
Frage: "Welche Techniken wendet ein Profi an, um die Dynamik der Bewegungen festzuhalten?
Michael Müller: "Hier würde ich besonders zwei Techniken nennen: Entweder wird mit kurzen Verschlusszeiten die Bewegung eingefroren oder mit langen Belichtungszeiten die Bewegung eingefangen."
Frage: "Kommen wir zur Ausrüstung. Was muss ein Anfänger ungefähr investieren?"
Michael Müller: "Das ist schwierig zu beziffern. Eine Kamera mit schnellem Motor, mindestens fünf Bilder in der Sekunde, besser aber acht, braucht man schon.
Ich denke mal, dass es bei 1.500 Euro losgeht. Wichtig ist es auf jeden Fall, eher in gute Objektive mit hoher Lichtstärke zu investieren, als die teuerste Kamera zu kaufen."
Frage: "Für welche Sportarten braucht man wirklich Profi-Equipment?"
Michael Müller: "Gerade bei Hallensportarten, wo wenig Licht vorhanden ist, außerdem bei sehr schnellen Sportarten oder wenn man weit vom Geschehen weg ist. Das Tempo des Sports spielt also eine wichtige Rolle, entscheidend für besondere Bilder ist aber sicher das Licht."
Frage: "Wo, wen und was darf ich fotografieren?"
Michael Müller: "Grundsätzlich darf man alles und jeden fotografieren - außer es ist verboten ... Bei Profisportveranstaltungen muss man sich oft akkreditieren. Bei der FIFA WM darf man sicher ohne Akkreditierung mit Profi-Equipment nicht ins Stadion. Personen des öffentlichen Interesses, also Promis, dürfen immer fotografiert werden. Bei Privatpersonen muss man für die Veröffentlichung eine Erlaubnis haben, außer es handelt sich um Gruppenfotos mit mehr als einer Person.
Frage: "Sieht ein Fotograf auch abseits des Berufs sein Umfeld mit einem anderen Auge?"
Michael Müller: "Mir fallen sicher immer wieder sehr schöne Stimmungen in meinem Umfeld auf. Bei Sportveranstaltungen ist es meiner Erfahrung nach häufig so, dass sich der Fotograf nur auf Details fokussiert, und das Gesamtgeschehen ausblendet. Man nimmt das Ereignis dann anders wahr, als ein Zuschauer."
Frage: "Gibt es einen Abzug, den du als dein bestes Sportfoto einschätzt?
Michael Müller: "Es gibt sicher ein paar Lieblingsfotos, aber nicht das eine ..."
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