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Bernd Zangerl

Bernd Zangerl

12. Filmfest in St. Anton: Premiere von "Memento ... A Boulder Life Line"

M2b Redaktion am 29.08.2006 - 14:40 Uhr

Bernd Zangerl hat sich dem Bouldern verschrieben, dem Erklettern extrem schwieriger Kletterprobleme in Absprunghöhe. Und da gehört er unbestritten zu den Besten der Welt. Was sich im Film als eine überaus elegante und artistische Form des Kletterns darstellt, ist Ergebnis eines über Wochen, Monate oder auch Jahre gehenden Einstudierens von Kletterstellen, vergleichbar dem Einstudieren der Choreographie eines Tanzes: "Bei wirklich schwierigen Boulders sind die Bewegungen so komplex, dass man physisch und psychisch ganz am Limit ist und bei der Durchführung keinen Spielraum zum Denken hat. Man muss alles geben, um sich am Fels zu halten. Dieser Zustand macht Bouldern so einzigartig", sagt Bernd Zangerl.

Nur wenige Versuche am Tag
Sicher ist solches Klettern am Limit hart: "Die Anzahl der möglichen Versuche an einem Tag ist oft sehr begrenzt. Ab und zu ist die Kraft schon nach vier, fünf Versuchen verbraucht. Bei vielen der schweren Boulders sind die Griffe so klein und so scharf, dass man nach ein paar Versuchen keine Haut mehr an den Fingerkuppen hat. Man hat richtige Löcher an den Fingerkuppen. Dann muss man warten, bis die Haut wieder passt und dann wieder und wieder probieren."

Endlich die Stelle bewältigt
Und was reizt jetzt jemanden, sich einer solchen Tortur auszusetzen: Es sei das Ausprobieren des Möglichen, sagt Zangerl. "Memento" ist der Titel des Films und der Name des bisher schwersten Boulderproblems, das Zangerl geklettert ist, es handelt sich um einen extrem überhängenden, verhältnismäßig kleinen Felsblock im Paznaun bei Galtür. Zangerl hat die Stelle nach einigen Jahren des Probierens bewältigen können. Es war ein Spiel mit dem Unmöglichen. Und der Erfolg lässt sich nicht erzwingen: "An dem Tag, an dem ich den Boulder durchsteige, muss ich frei sein im Kopf. Ich darf es nicht einmal wollen, weil mich schon allein das Wollen im Tun, in der Bewegung hemmt", so Bernd Zangerl.

Suche nach seinen Grenzen
Der Leistungsvergleich mit anderen sei für ihn unwichtig, sagt Zangerl, worum es ihm ginge, wäre die Suche nach seinen Grenzen: "Ist das alles, was ich kann oder geht noch mehr." Und wenn es nach langem und oft zermürbenden Üben gelingt, ist alles ganz schnell gegangen: "Man klettert wie in Trance und auf einmal steht man oben, ohne recht zu wissen was eigentlich passiert ist. Man ist nur noch glücklich!" So der Lohn für die Mühe in der Welt des Kletterartisten Bernd Zangerl.

Quelle
Text: Manfred Pascher und Bernd Zangerl
Bilder: Radec Capek und Beat Kammerlander

"Memento ... A Boulder Life Line" wird am Mittwoch, dem 30. August, um 20:00 Uhr auf dem Filmfest in St. Anton am Arlberg erstaufgeführt.

Weitere Infos
Alle Infos rund um das 12. Filmfest St. Anton erhalten Sie auf unserer Sonderseite, sowie auf der Internetseite www.filmfest-stanton.at.

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