12. Filmfest in St. Anton: Premiere von "Spotlight" von Harry Putz
M2b Redaktion am 29.08.2006 - 15:40 Uhr
Im April 2006 stellten sich Martin "McFly" Winkler (Ski) und Martin Wolf (Snowboard) einer eisigen Herausforderung: die Besteigung und Befahrung der längsten Eisrinne der Ostalpen, der furchteinflößenden Cima Tosa in den Dolomiten.
Die 3.173 Meter hohe Cima Tosa-Eisrinne (auch "Canalone Neri" - "schwarze Schlucht" genannt) in der Brenta, einem imposanten Bergmassiv in den italienischen Dolomiten, war das ehrgeizige Ziel einer außergewöhnlichen Tour. Anfang April 2006 machten sich der 28-jährige Innsbrucker Martin "McFly" Winkler und Martin Wolf (32, Lech am Arlberg) auf, die längste Eisrinne der Ostalpen zu erklettern und per Ski und Snowboard zu befahren.
Eiskalte Nacht
Der sechsstündige Aufstieg mit bis zu 30 Kilo schwerem Gepäck pro Mann durch das Val Brenta war ein erster Vorgeschmack auf eine eiskalte Nacht in der unbeheizten Brenteihütte am Fuß der mächtigen Eisrinne. Diese Nacht wiederum war nur ein Vorgeschmack auf das, was das Team bei ihrem Unternehmen erwartete: 900 Höhenmeter, bis zu 60 Grad Steilheit, drohender Steinschlag von den Wänden der Schlucht und aufziehende Gewitter.
Schlüsselstelle gemeistert
Aufbruch nachts um vier: Dem zweistündigen Aufstieg in völliger Dunkelheit - zuerst mit Schneeschuhen und Fellen, dann mit Steigeisen und Seilen - folgte die Schlüsselstelle, eine heikle Kletterpassage entlang einer 40 Meter hohen Gletscherstufe aus blankem Eis. Weitere dreieinhalb Stunden wechselten sich McFly und Martin Wolf bei der kräftezehrenden Spurarbeit ab, immer weiter kämpften sie sich die "Canalone Neri" nach oben. "Mit den Ski am Rucksack anstatt an den Füssen war der Blick in die Tiefe ein ungewohnt mulmiges Gefühl", erinnert sich McFly. "Wenn man bei diesem Gefälle das Gleichgewicht verliert, lässt sich ein tödlicher Absturz kaum verhindern." Dann, um 11 Uhr vormittags erreichten sie endlich den Gipfel.
Freeride-Genuss zum Schluss
Der zweite Teil der Tour konnte beginnen. Und McFly und Martin hatten Glück: dank stabiler Wetterverhältnisse konnten sie genau den Zeitpunkt abwarten, zu dem die Rinne für 20 Minuten mit hellem Sonnelicht durchflutet war! Bei absoluten Traumverhältnissen zogen sie Schwung um Schwung ihre stolzen Spuren in den fast vertikalen Canyon - links und rechts die mächtigen schwarzen Felswände der Schlucht. Doch halt! An der gefährlichen Schlüsselstelle mussten die beiden wieder auf Steigeisen umsatteln und sich abseilen. Dann setzten sie zum großen Finale an: Freeride-Genuss pur auf dem letzten Teil der Abfahrt belohnte die beiden Alpinisten für ihre Mühen - und ihren Mut!
Quelle
Text: Alex Kaiser
Bilder: Alex Kaiser
"Spotlight" wird am Freitag, dem 1. September, um 20:30 Uhr auf dem Filmfest in St. Anton am Arlberg erstaufgeführt.
Weitere Infos
Alle Infos rund um das 12. Filmfest St. Anton erhalten Sie auf unserer Sonderseite, sowie auf der Internetseite www.filmfest-stanton.at.