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Das Wetter einschätzen und Zeckenbissen vorbeugen

am 16.08.2006 - 16:13 Uhr

Um grundsätzliche Anfängerfehler zu vermeiden, hat Wanderexperte und Bergführer Peter Moser einige Tipps parat: "Es ist sehr wichtig, eine Bergtour am Morgen zeitig zu beginnen, damit man - vor allem an heißen Tagen - in der Mittagszeit, wo die Sonne am Höchsten steht, bereits den größten Teil des Aufstiegs geschafft hat. Anfänger beginnen eine Tour oft in einem viel zu schnellen Tempo. Man sollte immer gemütlich anfangen und die Geschwindigkeit langsam steigern."

Das Wetter und die Planung
Wie man also sieht, ist das Wetter ein ernst zu nehmender Sicherheitsfaktor in den Bergen. Wetterberichte sind ein wichtiges Hilfsmittel, um kurzfristig Entscheidungen über den Tourenverlauf zu treffen. Man kann zum Beispiel bei Dauerregen die nächste Tagesetappe auf zwei Tage verteilen und noch rechtzeitig den Hüttenplatz umbuchen, oder an einem besonders klaren Tag einen Abstecher zu einem schönen Aussichtspunkt machen. Allerdings lässt sich mithilfe des Wetterberichts nicht weiter als zwei bis drei Tage im Voraus sicher planen - alles was darüber hinaus geht, ist als Vorraussage nicht verlässlich genug.

Informationsquellen zur Wetterlage
Wetterberichte aus dem Fernsehen sind zudem manchmal irreführend, da sie Angaben für große Gebiete machen, die nicht die Wetterlage in bestimmten Regionen widerspiegeln. Deshalb sollte man morgens vor dem Losgehen immer zuerst ausgiebig den Wetterbericht studieren. Örtliche Radiosender sind eine gute Quelle für zeitnahe und genaue Informationen, ansonsten wendet man sich an den Wirt in der Hütte oder fragt einen Einheimischen. Einen Bericht zur Wetterlage findet man auch täglich auf der Homepage des Deutschen Alpenvereins (www.alpenverein.de ) unter der Rubrik ‚Alpine Auskunft’. Außerdem erhalten Wanderer bei der Alpenwetter-Hotline (089/295070) jederzeit aktuelle Informationen zur Wetterlage.

Gefahren durch Hitze und Gewitter
Bei hohen Temperaturen ist es sehr wichtig, genug Wasser einzupacken und jede Stunde einige Schlucke aus der Flasche zu nehmen. Sonnencreme und Hut dürfen natürlich auch nicht im Rucksack fehlen. Die Gefahr, die ein Gewitter in den Bergen darstellt, sollte man unbedingt ernst nehmen. Dazu Peter Moser: "An Tagen mit unsicherer Wetterlage ist es besser, längere Touren im Hochgebirge zu vermeiden. Ein herannahendes Gewitter erkennt man an dunklen Wolken, die sich drohend in der Ferne aufbauen." Wenn es trotz aller Vorsicht zum Ernstfall kommt, rät Georg Bauer, Leiter der Tourismusinformation Scheffau am Wilden Kaiser und Wanderer seit 23 Jahren: "Falls man von einem Gewitter überrascht wird, sollte man unbedingt die nächste Hütte aufsuchen. Falls keine Hütte in der Nähe ist, alle metallischen Teile loswerden, sich selbst hockend in eine Bodenmulde kauern und warten bis die Gefahr vorbei ist. Falls man in einer Gruppe unterwegs ist, eine größere Distanz zu den Anderen halten." Wenn man allein unterwegs ist und kein anderer Unterschlupf in Sicht ist, bietet ein Biwak-Sack für einige Stunden Zuflucht vor Regen und Kälte. Man zieht diesen über den Schlafsack, legt sich in eine Kuhle und wartet, bis das Gewitter vorbei ist.

Wichtige Tipps zum Wetter:
- auf möglichst genauen, regionalen Wetterbericht achten
- nicht mehr als zwei bis drei Tage im Voraus planen
- bei Gewitter rechtzeitig umkehren oder die nächste Hütte aufsuchen
- Telefonnummern der Wetterdienste im Handy einspeichern

Vorsicht vor Zecken
Ein weiterer Sicherheitspunkt, den man beim Wandern nicht unterschätzen sollte, ist die Zeckengefahr. Sowohl das FSME-Virus (Frühsommer – Meningoenzephalitis), als auch der gefährliche Borreliose-Erreger sind in den Alpen weit verbreitet und auf den Menschen übertragbar. Der Biss einer infizierten Zecke kann also fatale Folgen haben. Symptome der Borreliose sind unter anderem Nervenschmerzen, Lähmungen und Gefühlsstörungen, und selbst nach Jahren der Beschwerdefreiheit kann eine wiederkehrende Gelenkentzündung auftreten. Bei einer Erkrankung an FSME sind die Symptome sehr vielseitig und reichen von einer Sommergrippe bis hin zu einer Hirnhautentzündung. Als Spätfolgen können schwere neurologische Schäden auftreten.

Rechtzeitig impfen lassen!
Daher sollte man sich unbedingt mindestens einen Monat vor Reiseantritt gegen das FSME-Virus impfen lassen. Hierzu sind insgesamt drei Impfungen über den Zeitraum eines Jahres nötig - Impfschutz besteht allerdings bereits nach der zweiten Impfung, die vier Wochen nach der ersten erfolgt. Eine universal wirksame ‚Zeckenimpfung’, die gegen alle übertragbaren Krankheiten schützt, gibt es nicht, gegen Borreliose kann man sich zum Beispiel nicht impfen lassen. Wenn man im Wald unterwegs ist, sollte man daher lange Kleidung und einen Hut tragen, damit die Zecken nicht so leicht an die Haut gelangen, und sich außerdem mit einem Insekten-Repellent einsprühen.

Falls man doch gebissen wird
Trotzdem kann es immer passieren, dass sich eine Zecke festbeißt, weshalb es sich empfiehlt, abends die Haut immer auf die kleinen Tierchen hin abzusuchen und gegebenenfalls mit einer Zeckenpinzette entfernen. Vorher sollte man kein Öl oder Ähnliches auf die Stelle auftragen, da dies die Zecke in Panik versetzt und sie den Darminhalt, der den Borreliose-Erreger enthält, in den Wirt erbricht. Wenn die Zecke entfernt ist, sollte man die Bissstelle desinfizieren und einige Tage lang beobachten. Falls sich ein roter Fleck um die Stelle bildet oder allgemeine Krankheitssymptome wie Fieber, Kopf- oder Gelenkschmerzen auftreten, sollte man zum Arzt gehen, da dies auf eine Borreliose-Erkrankung hindeuten kann.



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