
Waten im Hexenwasser

Ausruhen am Lagerfeuer

Blick auf den Wilden Kaiser von Söll
Das Wichtigste: Kleidung, Wanderschuhe und Erste-Hilfe-Set
am 16.08.2006 - 15:36 Uhr
Kommen wir nun zu einem weiteren wichtigen Teil der Ausrüstung, der Kleidung: Diese sollte an die Wetterverhältnisse angepasst sein und aus modernen, leichten Materialien bestehen, die man nach dem "Zwiebelprinzip" miteinander kombinieren kann.
Mehrere Schichten für Flexibilität
Als Unterschicht hat sich Funktionswäsche aus Synthetikfasern wie zum Beispiel Coolmax bewährt, die Schweiß vom Körper wegtransportieren und ihn trocken halten. Baumwolle ist ungeeignet, da sie Feuchtigkeit wie ein Schwamm aufsaugt und kalt wird. Darauf kommt eine Fleece-Schicht oder sogenannte Softshells - leichte Jacken, die vor Wind und leichtem Regen schützen und sehr schnell trocknen. Bei Bedarf folgt dann eine Wind-und wasserdichte Jacke, die am besten auch atmungsaktiv ist. Diese gehört sowieso zu jeder Jahreszeit ins Gepäck, da es in den Bergen schnell zu Wetterumschwüngen mit scharfen Windböen und Gewitter kommen kann.
Sonnenschutz
In den wärmeren Monaten ist Sonnenschutz angesagt: Kopfbedeckung, Sonnencreme und Sonnenbrille sind Pflicht, denn durch die dünnere Luft in der Höhe ist die schädliche UV-Strahlung intensiver als im Flachland. Die Sonnenbrille sollte der EU Filter-Klasse drei oder vier angehören sowie die Bezeichnung "UV 400" tragen, was bedeutet, dass alle Lichtstrahlen unter der Wellenlänge 400, also auch UV-Strahlen, komplett abgeblockt werden.
Festes Schuhwerk wichtig
Neben funktioneller Kleidung ist gutes Schuhwerk für das Trekking ein Muss: Ideal sind feste, knöchelhohe Wanderschuhe mit einem rutschfesten Profil, mit denen man nicht so schnell umknicken kann. Beim Kauf neuer Schuhe zieht man am besten solche Socken an, die man auch während der Tour anziehen würde, damit die Passform stimmt. Auf keinen Fall zu eng kaufen! Und nicht vergessen, neue Schuhe vor der ersten längeren Wanderung zu Hause einzulaufen. Schmerzhafte Blasenbildung an den Füßen kann zum Problem werden, aber es gibt einige Tipps zur Vorbeugung: Morgens Pflaster oder Tape auf die entsprechenden Stellen auftragen, die Füße trocken halten, zwei Paar Socken oder spezielle Wandersocken mit Polsterungen an empfindlichen Stellen anziehen, oder die Füße mit Vaseline einreiben - das verringert die Reibung zwischen Fuß und Schuh und sorgt so auch nach Stunden für komfortables Gehen. Sandalen oder leichte Turnschuhe sind fürs Wandern gänzlich ungeeignet, sind aber abends eine willkommene Abwechslung für müde Füße.
Was man sonst noch braucht: Übrige Ausrüstung
Was man sonst noch an Ausrüstung braucht, hängt davon ab ob man in Hütte, Hotel oder Zelt übernachtet, sowie von der Jahreszeit und dem Gelände. Wenn man zum Beispiel im Spätherbst auf unbefestigten Wegen unterwegs ist und eigentlich vor hat, in Hütten zu übernachten, sollte man trotzdem für den Ernstfall einen Schlafsack mit Biwak dabei haben. Ein Biwaksack ist eine wasserdichte Hülle, die über den Schlafsack gezogen wird und Schutz vor Regen, Schmutz und Kälte bietet. Wenn plötzlich ein Gewitter aufzieht, kann man darin verpackt schon eine Nacht im Freien aushalten. Wer aber beispielsweise eine geführte Tour mit Gepäcktransport von Hotel zu Hotel macht, kann auf "Survival-Ausrüstung" wie GPS-Gerät oder Biwak-Sack getrost verzichten, da die Tourveranstalter für Notfälle gerüstet sind oder es aufgrund ihrer Erfahrung gar nicht erst dazu kommt. Unsere Empfehlungen zur Ausrüstung gelten für Touren in Zivilisationsnähe. Für längere Expeditionen in unbefestigtem Gelände muss man sich näher mit Themen wie Zeltwahl, Wasser-Desinfektion und Lawinenschutz befassen.
Erste Hilfe
Für den gemäßigten Wanderer reicht es aus, ein Erste-Hilfe-Set im Rucksack zu haben, mit dem man kleine Verletzungen versorgen kann. Darin enthalten sein sollten:
- Pflaster in verschiedenen Größen
- Blasenpflaster
- Desinfektionsmittel oder Wundreinigungstuch
- sterile Wundauflage
- Großes und kleines Verbandspäckchen
- Kompressen
- Mullbinden
- eine Rolle Tape
- Schere
- Einmalhandschuhe
- Rettungsdecke
- Schmerzmittel, Kohlekompretten, fiebersenkende Mittel
- Zeckenpinzette
- Trillerpfeife
Medikamente und Hygiene
Wer ständig Medikamente einnimmt, sollte eine ausreichende Menge davon mit sich führen. Brillenträger packen eine Ersatzbrille oder einen Extra-Satz Kontaktlinsen und Pflegemittel ein. Zur Körperhygiene gibt es in Outdoor-Shops Flüssigseife, die sich zur Reinigung von Haaren, allen Körperpartien und zum Geschirrspülen eignet - das spart Platz und Gewicht!
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