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Almhütte

Panorama von Söll

Gipfelkreuz auf dem Iseler

Erste Hilfe und Unfallmeldung

am 16.08.2006 - 16:10 Uhr

Was tun, wenn es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zum Unfall kommt? Das erste Gebot ist, Ruhe zu bewahren und überlegt zu handeln. Bei schlechter Sicht oder Dunkelheit kann es mehrere Stunden dauern, bis Rettungstrupps eintreffen, also sollte man in der Lage sein, wenigstens grundlegende Erste-Hilfe-Maßnahmen zu leisten.

Vor langen Touren Kurse belegen
Wer sich auf eine längere Trekking-Tour begibt, frischt seine Kenntnisse besser frühzeitig auf. Regelmäßig werden spezielle Kurse in lebensrettenden Sofortmaßnahmen und Bergrettung von vielen Sektionen des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins angeboten. Besonders wenn man noch recht unerfahren ist und eine längere Tour ohne Guide machen möchte, kann es im Ernstfall lebensrettend sein, einen solchen Kurs besucht zu haben.
Um bei kleinen Unfällen und Verletzungen schnell handeln zu können, sollte eine Reiseapotheke mit Verbandszeug und Rettungsfolie nicht im Rucksack fehlen. Eine komplette Liste der Dinge, die im Erste-Hilfe-Set enthalten sein müssen, findet sich im Ausrüstungsteil dieses Specials. Kleine Schnitt- oder Schürfwunden nach einem leichten Sturz können so problemlos versorgt werden.

Schwere Unfälle und Bergrettung
Wenn sich aber ein schwerer Unfall ereignet, nach dem der Verletzte nicht mehr gehen kann, bewusstlos ist oder möglicherweise innere Verletzungen davon trägt, meldet man den Unfall umgehend bei der örtlichen Rettungsstelle und betreut den Verletzten bis zum Eintreffen der Hilfskräfte.
Beim Notruf sind die fünf W-Fragen zu beachten, um eine schnellstmögliche Versorgung des Unfallopfers zu gewährleisten. Mit dem Handy gilt europaweit die Notrufnummer 112. Nach der Unfallmeldung das Handy anlassen und nicht telefonieren, damit man von der Rettungsstelle zurückgerufen werden kann.

Die fünf W-Fragen:
WAS ist passiert: Art und Schwere der Verletzungen
WO war der Unfall: Genaue Angaben zum Standort machen, mithilfe der Karte Höhenmeter und Koordinaten angeben.
WIEVIELE Verletzte, Beteiligte
WANN passierte der Unfall
WER meldet den Unfall: Name und Rückrufnummer angeben

Alpines Notsignal
Wenn kein Handy zur Stelle ist, kann man sich auch mit dem Alpinen Notsignal bemerkbar machen, das im gesamten Alpenraum gültig ist und der Verständigung zwischen Verunglückten und Rettern dient.
- Hilfe benötigt: Sechsmal in der Minute (alle zehn Sekunden) ein akustisches oder sichtbares Zeichen geben, zum Beispiel durch Pfeifen, Rufen oder punktuelles Leuchten mit einem Halogenstrahler. Nach einer Minute Pause wiederholen.
- Antwort der Retter: Dreimal in der Minute (alle 20 Sekunden) ein Signal. Nach einer Minute wiederholen.

Wieviele Unfälle gibt es tatsächlich?
Einige Zahlen zur Unfallstatistik im Alpenraum, die der Deutsche Alpenverein veröffentlicht hat, belegen das Bewusstsein der Wanderer für die Gefahren des Bergsports. 2004/2005 verunglückten insgesamt 711 Personen, davon 48 tödlich. Die Anzahl der alpinen Unfälle bei DAV-Mitgliedern ging gegenüber den zwei Vorjahren um 25 Prozent zurück.

Die häufigsten Unfallursachen
Im Sommer 2005 führte der Verband eine Befragung mit 200 Wanderern durch, um die häufigsten Sicherheitsrisiken zu ermitteln. Außerdem wurden die Wanderer in Aktion beobachtet, um Mängel bei der Gehtechnik aufzudecken. Zwei Drittel waren der ausgewählten Tour körperlich gewachsen, aber bei 39 Prozent haperte es an der Ausdauer und/oder Trittsicherheit. Beim Bergwandern war mangelnde Trittsicherheit, also Stolpern, Umknicken oder Verlieren des Gleichgewichts, mit 62 Prozent die häufigste Unfallursache, gefolgt von körperlichen Problemen wie einer Herz-/Kreislaufschwäche. Etwa ein Drittel der Todesfälle beim Wandern sind auf einen Herzinfarkt zurückzuführen, vor allem sind dabei Herren zwischen 40 und 60 Jahren betroffen. Wie im Vorbereitungsteil dieses Specials bereits erwähnt, sollten Angehörige der Risikogruppe vorher ein EKG machen.

Wandern insgesamt sicherer Freizeitsport
Die Risiken, die in diesem Teil des Specials aufgezeigt wurden sind als Warnung, aber nicht als Abschreckung zu verstehen. Wenn einige Grundregeln zur Unfallvermeidung beherzigt werden, ist das Wandern eine sehr sichere Outdoor-Sportart. Als Anregung stellen wir im fünften und letzten Teil einige besonders empfehlenswerte Touren genauer vor.



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