
Erlebnis Wilder Kaiser

Bootsfahrt auf dem Hintersteiner See

Tiroler Traditionen
Gruppeneignung: Lieber Zeit zum Nachdenken oder Geselligkeit?
am 16.08.2006 - 15:11 Uhr
Solo-Touren unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht von Gruppenwanderungen. Wer alleine aufbricht, hat vor allem Zeit, in sich zu gehen und nachzudenken. Man kann einmal so richtig den Kopf freikriegen und später mit neuer Kraft in den Alltag einsteigen. Der einzelne Trekker ist flexibler als eine Gruppe, weil er sich zum Beispiel bei einem ungeplanten Bad im See mit niemandem arrangieren muss, und es leichter ist, spontan einen Hüttenplatz für eine Person zu bekommen, als für Viele.
Tipps für die Solo-Tour
Man ist dann aber auch bei allem, was man tut, vollkommen auf sich allein gestellt. Wenn plötzlich ein heftiges Gewitter aufzieht, muss man vielleicht eine verregnete Nacht im Biwak-Sack allein aushalten, oder ist bei Verletzungen auf Hilfe von vorbeikommenden Tourengängern angewiesen. Um das Sicherheitsrisiko zu minimieren, sollten Trekking-Anfänger, die allein unterwegs sind, also nicht gerade eine Alpin-Tour mit Klettersteigen und vielen Höhenmetern wählen. Wenn man aber sinnvoll mit seinen Kräften haushaltet und nach Signalen für Wetterwechsel Ausschau hält, steht einer Solo-Tour nichts im Weg.
Mehr Spaß in der Gruppe
Trekking ist eine tolle Möglichkeit, Zeit mit seinen Lieben zu verbringen, und Freundschaften werden durch den engen Kontakt und durch gemeinsame Erlebnisse gestärkt. Beim Erlebnis-Urlaub fernab vom Massentourismus erkundet man aktiv wunderschöne Landschaften und tut seinem Körper dabei etwas Gutes. Auf den langen Strecken hat man viel Zeit, mal wieder ausführlich mit der besten Freundin oder den Kumpels zu quatschen und trainiert dabei auch noch auf sanfte Weise seine Ausdauer – ein Vorteil der beim Joggen oder Mountainbiken ausbleibt.
Wandern auch für Familien
Für Familien ist Trekking eine tolle Möglichkeit, preiswert Urlaub zu machen, da man oft mit dem Zug anreisen kann und das Übernachten in Hütten nicht sehr teuer ist. Es muss nicht immer das volle Programm sein: Auch eine kürzere Tour von zwei bis drei Tagen Länge setzt ein schönes Highlight beim Urlaub in den Bergen und ist auch für Kinder gut zu schaffen.
Vorteile einer geführten Tour
Eine organisierte Tour bietet den Vorteil, dass man einen erfahrenen Bergführer an der Seite hat, der die Route genau kennt und Kenntnisse in Erster Hilfe hat. Außerdem sind die Teilnehmer dann meistens auf dem gleichen Leistungsniveau. Auch wenn man sich vorher nicht kennt, entsteht durch die gemeinsame Unternehmung schnell ein "Wir-Gefühl" und man schließt neue Freundschaften.
Eine Wandergruppe zusammenstellen
Wichtig ist, dass die Chemie in der Gruppe stimmt und dazu ist es günstig, wenn alle Teilnehmer ein ähnliches Maß an Erfahrung und körperlicher Fitness mitbringen. Dann haben sie auch eine ähnliche Erwartungshaltung in Bezug auf Kilometerpensum und Tempo. Auch wenn man noch so gut befreundet ist, bringt es nichts, wenn sich jemand, der schon einen Dreitausender in den Alpen bestiegen hat mit einem blutigen Anfänger zusammentut, denn dies würde unweigerlich Frustration und Ärger auf beiden Seiten schüren. Falls Probleme auftreten, wenn beispielsweise Vorräte verderben oder sich jemand verletzt, können diese von einer Gruppe aufgefangen werden. Das gemeinsame Überwinden von Schwierigkeiten stärkt sogar oft das Gruppengefühl.
Organisation
Wenn die Faktoren körperliche Fitness und Gruppenzusammenstellung geklärt sind, geht es an die Organisation der Tour. Zunächst entscheidet man sich für ein Zielgebiet – dazu stöbert man am besten im Internet, Buchhandel oder der örtlichen Bücherei nach passenden Angeboten. Außerdem steigern Bilder von traumhaften Bergpanoramen und begeisterte Reiseberichte die Vorfreude auf die Tour! Bei der Wahl des Zielgebiets spielen Preis, besondere landschaftliche Höhepunkte und Ausflugsziele in der Region eine Rolle. Hier lässt man sich von den eigenen Interessen und Vorlieben leiten – vielleicht ist man fasziniert von einem bestimmten Berg oder möchte neben dem Trekking auch Reitausflüge machen oder Museen besichtigen. Das passende Angebot findet sich bestimmt!
Pauschalen bieten den Vorteil, dass anfallende Kosten bereits zu Anfang überschaubar sind und man sich nicht bei der Planung um alles selber kümmern muss. Allerdings hat man dann nicht mehr die Flexibilität beispielsweise spontan einen faulen Nachmittag am Badesee einzulegen.
Rechtzeitig anfangen!
Wer früh mit der Planung beginnt, hat bessere Chancen seine Wunsch-Tour auch tatsächlich durchführen zu können. Im Sommer sind Hüttenplätze und günstige Pensionen schnell belegt, also reserviert man am besten einige Monate im Voraus einen Platz. Etwa eine Woche vor der Anreise sollte man die Buchung zur Sicherheit noch einmal telefonisch bestätigen, damit man sich, falls etwas schief gelaufen ist, noch rechtzeitig um eine andere Bleibe kümmern kann.
Wer sich gründlich vorbereitet, kann solche Probleme zum Glück oft schon im Voraus verhindern eine erholsame und spannende Trekking-Tour erleben. Im nächsten und dritten Teil unseres Specials wenden wir uns der Ausrüstung zu und geben praktische Tipps für Kleidung und die Materialauswahl.
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