
Felsformationen

Blick auf den Wilden Kaiser von Söll

Dorf Going
Körperliche Anforderungen
am 16.08.2006 - 15:12 Uhr
Nachdem wir im ersten Teil die Geschichte und Motivation des Wandersports in den Mittelpunkt gestellt haben, beschäftigen wir uns in Teil zwei unseres Specials nun mit der Planung und Vorbereitung einer konkreten Tour.
Wer eine Trekking-Tour plant muss überlegen, was man sich persönlich von dieser erhofft. Hat man den Ehrgeiz, an seine eigenen Grenzen zu gehen und anspruchsvolle Anstiege zu meistern? Oder möchte man einfach vom Alltag abschalten und die Ruhe der Natur genießen? Wer seine Motivation kennt, kann die Tour nach eigenen Wünschen gestalten und kehrt anschließend zufrieden nach Hause zurück.
Vorbereitung ist wichtig
Um Anfängerfehler zu vermeiden und den Erfolg einer Tour zu sichern, ist eine gründliche Planung im Vorfeld unerlässlich. Dazu sind verschiedene Faktoren entscheidend, die wir im Folgenden näher betrachten wollen. Zum einen sind die körperlichen Anforderungen einer mehrtägigen Tour im Gegensatz zur Tagestour nicht zu unterschätzen. Zum anderen unterscheidet sich das Wandern als Einzelperson von einer geselligen Tour in einer Gruppe. Wenn erst die Begeisterung für das Trekking geweckt ist, gibt es allerdings nichts Schöneres, als an einem verregneten Nachmittag mit der Wanderkarte seine Route zu planen und von sonnigen Gipfeln zu träumen.
Sich nicht überschätzen
Der Schwierigkeitsgrad ist bei der Wahl der Tour besonders zu beachten, denn Anfänger machen oft den Fehler, sich körperlich zu überschätzen. Eine Etappe, die man normalerweise problemlos an einem Tag schafft, wird bei einer Trekking-Tour mit zehn bis 15 Kilogramm Gepäck auf dem Rücken mitunter zu einer gehörigen Herausforderung. Einen schweißtreibenden Anstieg nimmt man für eine tolle Aussicht natürlich gerne in Kauf, aber wenn man sich überanstrengt, nimmt man das Trekking nicht mehr als erholsame Auszeit wahr, sondern als selbst auferlegte Strapaze. Soweit soll es beim Wanderurlaub natürlich nicht kommen. Idealerweise ist man nach einer Tour nicht ausgelaugt, sondern fühlt sich stark und ist stolz auf die erbrachte Leistung.
Sinnvolles Ausdauertraining
Damit die Ausdauer einem nicht während der Tour einen Strich durch die Rechnung macht, ist es sinnvoll, durch Ausdauersportarten wie Joggen oder Fahrradfahren das Herz-Kreislaufsystem rechtzeitig auf Vordermann zu bringen und die Beinmuskulatur zu kräftigen. Für Anfänger reichen dreimal pro Woche 30 Minuten lockeres
Training in einer Intensität, bei der man sich noch unterhalten kann. Dadurch wird die Grundlagenausdauer verbessert, sodass man nicht so leicht schlapp macht und Landschaft und Geselligkeit auch wirklich genießen kann. Wer besonders fit sein möchte oder eine sehr schwierige Tour plant, erhöht das Pensum nach einigen Wochen auf 60 Minuten. Trotz dieser Empfehlung gibt es auch für weniger trainierte Wanderfreunde genügend Routen, um ihrer Leidenschaft ohne körperliche Probleme nachzugehen. Mindestens drei Stunden wandern am Stück sollten die Aktiven bei einer mehrtägigen Tour aushalten; bei einer geführten Tour sind vier bis sechs Stunden am Tag die Regel. Vor der Tour ist es auch ratsam, mindestens eine Tageswanderung mit dem Trekking-Rucksack zu machen, der in etwa mit dem Gewicht bepackt ist, das auch später getragen werden muss (zehn bis 15 Kilogramm). So kann man seine Leistungsfähigkeit realistisch einschätzen.
Medizinische Risiken
Bei schweren Herzerkrankungen oder Asthma ist Trekking nicht zu empfehlen, andernfalls kann für fast jeden Fitness-Zustand eine passende Tour gefunden werden. Wer auf Nummer Sicher gehen will, geht vorher zum Hausarzt, um Kontraindikationen auszuschließen und, wenn nötig, mit einem Belastungs-EKG die Teilnahmefähigkeit prüfen zu lassen. Mehrere Wochen vor der Tour informiert man sich über notwendige Impfungen für das Zielgebiet - der Hausarzt und die örtlichen Gesundheitsämter sind hierfür gute Ansprechpartner. In den Alpen ist eine Zeckenimpfung sehr zu empfehlen, um sich vor dem FSME-Virus zu schützen, das auf den Menschen übertragbar ist und in schweren Fällen zu bleibenden Schäden des Nervensystems führt. Da Zecken auch andere Krankheiten wie die Borreliose übertragen gegen die man sich nicht impfen kann, muss man sich auch während der Tour durch lange Kleidung und Insektenrepellents vor Zeckenbissen schützen. Weitere Tipps zum Umgang mit der Zeckengefahr gibt es im Sicherheits-Teil dieses Specials.
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