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Waten im Hexenwasser

Pfad nach oben
Nicht von den Pfaden abweichen, in der Gruppe wandern
am 16.08.2006 - 16:18 Uhr
In den ersten drei Teilen haben wir uns mit der Motivation, Planung und Ausrüstung fürs Trekking auseinandergesetzt. Im Grunde eignet sich das Bergwandern für Jedermann und ist, wenn man einige Grundregeln beachtet, ein recht ungefährlicher Freizeitsport. Das Verletzungsrisiko ist im Vergleich zu den meisten anderen Outdoor-Sportarten wie Mountainbiken oder Klettern eher gering, da keine halsbrecherischen Geschwindigkeiten erreicht werden und man nicht so leicht stürzt. Das Wetter stellt das größte Sicherheitsrisiko dar, weil es in den Bergen schnell zu heftigen Wetterumschwüngen kommen kann. Gewitter können im offenen Gelände sogar lebensbedrohlich sein, und ein Unwetter kann zu Verzögerungen führen, sodass man nicht vor Anbruch der Dunkelheit die nächste Hütte erreicht. Außerdem macht eine Wandertour wenn es ‚schüttet wie aus Kübeln’ natürlich nicht so viel Spaß wie bei strahlendem Sonnenschein. Wenn die Gruppe allerdings einige Grundregeln zur Unfallvorbeugung beherzigt und lernt, Anzeichen für einen Wetterumschwung zu erkennen, steht einer sicheren und erholsamen Trekking-Tour nichts mehr im Wege!
Zu welcher Jahreszeit wandern?
Zunächst einmal ist die Jahreszeit für den Erfolg und die Sicherheit einer Tour entscheidend: Am besten eignen sich Sommer und Herbst, weil dann die Berghütten geöffnet haben und die Wetterlage am günstigsten ist. Im Winter oder Anfang Frühling muss man warme Kleidung und Spezialausrüstung mitnehmen, sodass der Rucksack insgesamt schwerer wird, was Rücken und Gelenken nicht gut tut, und zu schnellerer Ermüdung führt. Außerdem rutscht man auf verschneiten Wegen leichter aus als auf trockenen, sodass das Verletzungsrisiko bei Touren im Winter höher ist als im Sommer. Ein weiterer ernstzunehmender Faktor ist die vielerorts herrschende Lawinengefahr. Selbst jahrelange Erfahrung schützt nicht davor; Trekking bei Minusgraden ist also nur etwas für Alpin-Erfahrene, die bereits viele Touren in den wärmeren Jahreszeiten hinter sich haben.
In der Gruppe sicherer als allein
Vom Risikograd her ist das Wandern in der Gruppe sicherer als im Alleingang, da bei kleinen Verletzungen sofort Hilfe zur Stelle ist, und man bei der Einschätzung der Wetterlage sowie anderen Gefahren nicht nur auf sein eigenes Urteilsvermögen angewiesen ist. An einer geführten Tour teilzunehmen, minimiert sämtliche Sicherheitsrisiken auf einen Schlag! Ein erfahrener Bergführer kennt die Wanderrouten ‚wie seine Westentasche’, kann die Wetterlage genau einschätzen und ist zudem meistens in Erster Hilfe und Bergrettung ausgebildet. Mit einem Guide an der Seite kann man sich garantiert nicht verlaufen und wird gewarnt, wenn man an bestimmten Stellen vorsichtig sein muss. Neben der Sicherheit, sorgt ein Bergführer auch für Geselligkeit in der Gruppe und hat oft Interessantes über Flora und Fauna der Region zu erzählen, was eine Tour besonders unterhaltsam und lehrreich macht.
Auf den Pfaden bleiben
Für alle Wanderer in den Bergen gilt: Auf keinen Fall die markierten Pfade verlassen. Der Raum abseits der Wanderwege ist oft ein Naturschutzgebiet, und ein Laie, der sich darin unwirsch bewegt, schadet der Tier- und Pflanzenwelt. Außerdem gefährdet man sich selbst durch Verlassen der Pfade: In unbefestigtem Gelände kann man Erdrutsche auslösen oder über heruntergefallene Äste stolpern. Falls man sich verletzt, dauert es im Ernstfall Stunden oder sogar Tage bis Hilfe zur Stelle ist.
Regeln für die Solo-Tour
Wenn man die Bergwelt lieber auf eigene Faust erkundet, ist ein gutes Orientierungsvermögen notwendig, damit man sich nicht verläuft und in abgelegene Bergregionen gerät. Entweder hält man sich an eine vorgegebene Route aus dem Reiseführer oder der Wanderkarte oder erstellt vor dem Aufbruch eine individuelle Route aus einem Netz von gefestigten Wegen. In jedem Fall muss der Umgang mit Karte und Kompass beherrscht werden und der Wanderer sollte unterwegs keine spontanen Routen-Änderungen vornehmen, wenn er sich nicht absolut sicher ist, wo es langgeht. Sonst kommt er schnell auf ungewollt hohe Kilometerzahlen oder erreicht nicht rechtzeitig vor Anbruch der Dunkelheit die nächste Hütte. Zur Abschätzung von Entfernungen sollte man übrigens nicht den Augen trauen, denn im Gelände erscheint einem ein Gipfel in der Ferne näher, als er es tatsächlich ist. Die Streckenlänge rechnet man also am besten vor dem Aufbruch mit Lineal und Bleistift auf der Karte nach, wenn man sich nicht an eine vorgegebene, feste Route hält.
Die wichtigsten Sicherheitsregeln für Touren im Alleingang:
- Handy einpacken
- nicht von befestigten Wegen entfernen
- beim nächsten Wirt oder der Bergwacht seine Telefonnummer hinterlassen und eine Ankuftszeit vereinbaren - wenn diese um mehrere Stunden überschritten wird und man telefonisch nicht zu erreichen ist, wird ein Suchtrupp losgeschickt
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