
Badesee

Wegweiser

Ellmau am Fuße des Wilden Kaiser
Schlafsack, Orientierung und Proviant
am 16.08.2006 - 15:30 Uhr
In den Berghütten gibt es meistens Leih-Schlafsäcke oder Decken - am besten fragt man im Vorfeld nach, was alles im Preis enthalten ist. Da ein Schlafsack nicht viel wiegt, ist es auch kein Problem, seinen Eigenen mitzunehmen. In den urigen Hütten erhält man abends eine warme Mahlzeit und kommt in gemütlicher Runde schnell mit Gleichgesinnten ins Gespräch. So bekommt man Kenner-Tipps für Sehenswertes in der Gegend oder die nächste Tour! Dann rollt man im Mehrbettzimmer oder auf dem günstigeren Matratzenlager seinen Schlafsack aus und legt sich schlafen. Damit die Nachtruhe nicht gestört wird, sind Ohrstöpsel eine gute Idee, denn im Gemeinschaftsraum sind meistens ein paar Schnarcher dabei.
Hüttenromantik oder Komfort in der Pension
Viele Hütten verfügen auch über eine große Terrasse, wo man abends bei einer Tasse Tee den Sonnenuntergang beobachten kann oder morgens mit Blick auf Gipfel und Wälder frühstückt. Das Fehlen von Fernsehen, E-Mail und anderem Alltags-Luxus tut der Trekking-Freude keinen Abbruch – im Gegenteil! Es ist geradezu eine Wohltat, diesen Dingen für ein paar Tage zu entkommen und auch einmal nicht erreichbar zu sein. Wer allerdings ein frisch bezogenes Bett dem Schlafsack vorzieht, kann sich natürlich auch eine Tour aussuchen, bei der man in Bergpensionen oder Hotels übernachtet. Von der familiären Pension bis zum Vier-Sterne-Hotel mit Wellness-Angebot gibt es eine große Bandbreite an Qualitätsklassen. Für mehr Komfort bieten manche Tour-Veranstalter auch einen Gepäcktransport von Ort zu Ort an, sodass man tagsüber nur einen kleinen Wanderrucksack mitnehmen muss.
Kartenmaterial nicht vergessen
Zur Orientierung gehören natürlich Wanderkarten, am besten mit einem Maßstab von 1:25.000 oder 1:50.000, sowie ein Kompass ins Gepäck. Der richtige Umgang muss vorher sitzen, da sonst das beste Kartenmaterial nichts nützt. Idealerweise testet man seine Kenntnisse vor der Tour bei einer Tageswanderung im Gelände. Die gewellten Linien zeigen bei Wanderkarten den Höhenunterschied an: je enger die Linien zusammenstehen, desto größer ist der Höhenunterschied der zurückgelegt werden muss.
GPS-Gerät sinnvoll oder nicht?
Für Anfänger, die auf markierten Wegen bleiben, ist ein kostspieliges GPS-Gerät nicht erforderlich. Wenn man jedoch in unbefestigtes Gelände vordringen möchte, ist die Anschaffung zur Planung der Tour und im Notfall durchaus sinnvoll. Moderne Geräte können nicht nur Längen- und Breitengrade anzeigen, sondern auch Entfernungen und die Geschwindigkeit angeben, sowie topografische Karten speichern. Zum Beispiel kann man eine aus dem Internet heruntergeladene Trekking-Tour ins Gerät eingeben und bekommt dann unterwegs mit einem Pfeil die aktuell richtige Kursrichtung angezeigt. Auch praktisch ist die "Nach-Hause-Funktion": Das Gerät merkt sich den Anfangspunkt einer Tour und lotst den Wanderer anschließend wieder sicher zurück. Allerdings sind GPS-Geräte mit 200 bis 500 Euro pro Stück noch eine recht kostspielige Angelegenheit und im Wald oder in Gebirgsschluchten kann es Empfangsstörungen geben.
Mahlzeit!
Um eine kleine Brotzeit auf dem Berg machen zu können, nimmt man sich Proviant mit auf den Weg, wobei die Menge von den Verpflegungsmöglichkeiten unterwegs abhängt. Man sollte immer einige Snacks bei sich haben, um unterwegs auf eine schnell verfügbare Energiereserve zurückgreifen zu können. Besonders gut eignen sich Nüsse, getrocknete Früchte oder einige Kräcker mit Käse. Eiweißhaltige Snacks geben lange Energie und halten satt, weil sie den Blutzuckerspiegel nicht so rapide an- und absteigen lassen wie Kohlenhydrate. Spezielle Energieriegel sind nicht nötig, da sie teuer sind und zudem recht viel Zucker und Kalorien enthalten. Auf fette Speisen sowie übermäßig große Portionen sollte man verzichten, damit der Magen während des Wanderns keine schwere Verdauungsarbeit leisten muss. Um Mangelerscheinungen während einer Tour auszuschließen, kann man täglich ein Multivitaminpräparat mit Spurenelementen einnehmen. Wer mit Zelt unterwegs ist, muss Gaskocher und unverderbliche Lebensmittel wie Kartoffelpüree selbst mitnehmen.
Getränke einpacken
Es ist auch sehr wichtig, täglich zwei bis drei Liter zu trinken, da ein Flüssigkeitsdefizit zu erheblichen Leistungsabfällen führt und das Thrombose-Risiko erhöht. Im Sommer oder bei Anstrengung können es auch vier bis fünf Liter am Tag sein. Am besten eignen sich ungesüßte Teesorten, Saftschorlen oder stilles Mineralwasser - in eine Thermoskanne gefüllt bleiben die Durstlöscher auch im Sommer erfrischend
kühl. Da koffeinhaltige Getränke entwässernd wirken, zählt man sie nicht bei der Flüssigkeitszufuhr mit. Damit wollen wir den Ausrüstungsteil abschließen und wenden uns im nächsten Teil Sicherheitsaspekten beim Trekking zu.
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