
"Zeit zum Atmen - Reinhard Karl"

Reinhard Karl

Eva Altmeier-Karl (rechts) mit Freundin
Samstag, 15:30 Uhr: "Zeit zum Atmen - Reinhard Karl"
M2b Redaktion am 16.10.2006 - 15:30 Uhr
"Zeit zum Atmen - Reinhard Karl"
Der besondere Diavortrag von Eva Altmeier-Karl, rund 90 Minuten
Reinhard Karl war zusammen mit Wolfgang Güllich legendärer Wegbereiter des Klettersports. Er zählte in den 70er und Anfang der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts zu den herausragendsten und bekanntesten deutschen Kletter- und Bergsteiger-Persönlichkeiten.
Karl eröffnete die erste Alpenroute im siebten Schwierigkeitsgrad, und bestieg 1978 als erster Deutscher den
Mount Everest. Er war der geborene Allroundbergsteiger und in vielen Dingen seiner Zeit voraus. In den 60er Jahren bestieg er alle großen und schweren Nordwände der Westalpen und im Mont-Blanc-Gebiet, unter anderem Eiger-Nordwand, Grandes Jorasses Walkerpfeiler, Les Droites Nordwand, Petit Dru Nordwand, Dent d'Herens Nordwand und viele mehr.
Später zog es ihn immer wieder ins Yosemite, wo er von 1975 bis 1981 schwierigste Sportkletterrouten am El Capitan und Half Dome kletterte, darunter so bekannte Routen wie "The Nose", "Salathé Wall", "West Face", "Son of Heart" und "The Shield".
1978 schaffte er bei seiner ersten Expeditionsteilnahme als erster Deutscher die Besteigung des
Mount Everest, wofür er später die Auszeichnung des Silbernen Lorbeerblattes erhielt. Ein Jahr darauf bestieg er den Gasherbrum II, weitere Expeditionen führten ihn zum Nanga Parbat (Abbruch in 7.000 Metern Höhe) und an den K2 (Abbruch in 7.500 Metern Höhe). Ein Jahr vor seinem Tod führte ihn sein Weg auch nach Patagonien zum Fitz Roy, den er erfolgreich über die Amerikanerroute bestieg. Am 19. Mai 1982 wurde Reinhard Karl in einer Eislawine in der Südostwand am Cho Oyu im Himalaya erschlagen.
Reinhard Karl war nicht nur ein außergewöhnlicher Bergsteiger, auch seine Bücher haben nachfolgende Generationen von Kletterern maßgeblich beeinflusst. Legende wurde er nicht zuletzt durch sein kritisches Hinterfragen des Bergsteigens - auch im Kontext gesellschaftlicher und politischer Veränderungen. Der bewusst subjektive Blick auf die Welt und das Thematisieren seiner Ängste trugen ihm den Ruf ein, die alpine Literatur revolutioniert zu haben. Als Fotograf wiesen seine Bilder in ihrer Modernität über die damalige Zeit hinaus.
Seine Witwe Eva Altmeier-Karl wird über das Leben dieses herausragenden Bergsteigers sprechen, spannende Geschichten von Kletterabenteuern und Expeditionen erzählen, und viele bisher noch nicht veröffentlichte Bilder zeigen. Ein Muss für Nostalgiker und alle, die sich für die Geschichte des Klettersports interessieren.
Eintritt
Vorverkauf: 8,00/7,00 Euro
Abendkasse: 9,00/8,00 Euro
Quelle
Frank Meutzner
www.bergsichten.de
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