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Andreas Bindhammer

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Erwin Marz mit den Deutschen Meistern 2006: Juliane Wurm und Andreas Bindhammer

Die Teilnehmer bei der DM 2006

Podest Herren

Andreas Bindhammer in "Abysse" (9A)

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Andreas Bindhammer in "Abysse" (9A)

Andreas Bindhammer in TripTik Tonik, 8c+

Andreas Bindhammer in TripTik Tonik, 8c+

Andreas Bindhammer

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Interview mit Andreas Bindhammer (11/06), DM Sportklettern

M2b Redaktion am 07.11.2006 - 09:30 Uhr

Mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft am 04. November meldete sich Andreas Bindhammer eindrucksvoll ins Wettkampfgeschehen zurück, nachdem er bei den Bewerben zurvor eher weniger vom Glück verfolgt war. Dafür konnte der 33-Jährige 2006 besonders am Fels punkten. Wir befragten Andreas nach seinem Titelgewinn in Wuppertal zu diesem Erfolg und zum Verlauf der Saison.

Mountains2b.com: Andreas, du bist bei der Deutschen Meisterschaft 2006 im Sportklettern auf Platz eins geklettert - ein Erfolg, mit dem du im Vorfeld und nach eher mäßigeren Wettkampfergebnissen 2006 gerechnet hättest?
Andreas Bindhammer: Rechnen kann man mit einem Sieg nie, denn es gehört auch immer eine Portion Glück dazu... Und das hat mir bei den bisherigen Wettkämpfen in dieser Saison einfach gefehlt!

Irgendwann leidet dann auch das Selbstvertrauen und die Motivation, auf Wettkämpfe zu trainieren. Also bin ich im Herbst zu meinen Wurzeln zurückgekehrt - dem Schwierigkeitsklettern am Fels, um etwas Abstand zu gewinnen... Den letzten Deutschlandcup in Karlsruhe habe ich dann noch mitgenommen, weil ich ohnehin aus terminlichen Gründen zurück nach Deutschland musste - allerdings war ich erst in der Nacht vor dem Wettkampf aus Frankreich zurückgekommen, hatte Tags zuvor noch fünf Versuche in meinem Pojekt gemacht und dementsprechend vorbelastet bin ich angetreten. Hinzu kam noch, dass ich mit einem völlig zerstörten Schuh klettern musste, da der Nachschub am Frankfurter Flughafen beim Zoll hängen geblieben war.

Nach dem Deutschlandcup bin ich wieder zurück nach Frankreich und konnte schließlich mein Projekt klettern. Anschließend hatte ich sogar noch Zeit, mich an der Kunstwand auf die speziellen Anforderungen im Wettkampf vorzubereiten. Ich war also gut vorbereitet und wusste, dass es bei der DM ganz gut laufen müsste, sofern nicht alle Stricke reißen... Aber wie gesagt, mit einem Sieg habe ich natürlich nicht gerechnet und umso mehr freue ich mich jetzt darüber!

Mountains2b.com: Wie würdest du die Routen bei der DM beurteilen und was war ausschlaggebend für deinen Triumph?
Andreas Bindhammer: Die Routen fand ich insgesamt sehr abwechslungsreich geschraubt, wobei mir speziell die Halbfinalroute sehr entgegenkam. Die Finalroute enthielt wieder mehr großflächige Volumen und Sloper - nicht unbedingt das, was ich am Fels in letzter Zeit trainiert hatte. Daher musste ich im Finale schon im Mittelteil ziemlich kämpfen und dort auch einiges an Kraft lassen, die mir dann für den Durchstieg fehlte... Ohne das Training in entsprechend resistenten Routen am Fels wären meine Kraftreserven aber sicher schneller erschöpft gewesen.

Mountains2b.com: Am Fels hast du in diesem Jahr mit "TripTikTonik" (8c+) und "Abysse" (9a) zwei extrem schwierige Routen wiederholt. "Abysse" hast du nach deinem erfolgreichen Durchstieg als die schwierigste Route bezeichnet, die du jemals geklettert bist. Wieso ist die Wahl im Oktober gerade auf "Abysse" gefallen, und kannst du noch einmal ein kurzes Statement zu dieser Tour
abgeben?
Andreas Bindhammer: "TripTikTonik" war eigentlich als Vorbereitung für ein deutlich schwereres Projekt gedacht - aber während meines Aufenthaltes in Nizza erfuhr ich von der erfolgreichen Begehung von "Abysse" durch Alex Chabot und ich hatte noch etwas Zeit - also checkte ich über zwei Tage verteilt die Züge der Route. Als ich nach zwei Tagen ernsthaften Probierens einen wirklich guten Versuch machen und die Route mit nur einer Pause klettern konnte, beschloss ich, dranzubleiben. Dass es dann doch recht lange bis zum Durchstieg dauerte, lag an etwas unglücklichen Umständen wie zwei ausgebrochenen Tritten und einer über lange Zeit nassen Einstiegspassage.

Mountains2b.com: 2007 soll es bei 9d Video eine DVD geben, auf denen auch Aufnahmen von deinen Felstouren zu sehen sind. Was genau wird die Fans auf der DVD erwarten? Kannst du da schon genauere Auskünfte geben?
Andreas Bindhammer: Marc Cotto, der die Aufnahmen gemacht hat, fand die Idee, die Begehungen von Alex Chabot und mir in der Schlüsselpassage von "Abysse" zu vergleichen, ganz interessant. Alex hatte eine etwas andere Lösung als ich. Möglich, dass er diese Idee umsetzen wird.

Jedenfalls wird die DVD viele der schwersten Routen im Südosten Frankreichs zeigen, wobei viele bekannte, internationale Kletterer zu sehen sein werden... Es wird vor allem um Routen an der Grenze zum Schwierigkeitsgrad 9a gehen und um Routen, die diese Grenze überschreiten. Dabei werden immer wieder Vergeiche zu internationalen Referenzrouten in diesem Bereich gezogen und die Akteure kommen in Interviews zu Wort.

Wie das Ganze letztlich aufbereitet sein wird, liegt in Marc's Händen. Bisher sammelt er vor allem Material, wovon er mir freundlicherweise einen kleinen Teil schon vorab zur Verfügung gestellt hat.

Mountains2b.com: Als abschließende Frage: Wenn du nun auf die gesamte Saison 2006 blickst - wie fällt dein persönliches Fazit zu deinen Leistungen im Wettkampf- und im Felsklettern aus? Welche Ziele wirst du voraussichtlich 2007 Jahr verfolgen?
Andreas Bindhammer: Ich habe den Eindruck, dass 2006 insgesamt mein bisher bestes Jahr am Fels, aber eines der schlechtesten im Wettkampf ist - Ausnahme dabei ist die DM, die natürlich wirklich gut gelaufen ist. Die Menge an internationalen Wettkämpfen hat mich in den letzten beiden Jahren fast erschlagen - ich kam vor Hallentraining und Reisen kaum mehr an den Fels, dazu dann noch die ständige Belastung durch verschiedene Projekte in unserer Firma...

Als dieses Jahr dann noch finanzielle Belastungen in Form von Reisekostenbeteiligung bei Starts auf internationalen Wettkämpfen zu den Kosten für die Trainingsvorbereitung dazukamen, blieb mir der Sinn, auf den teilweise sportlich wirklich dürftigen Veranstaltungen anzutreten, mehr und mehr
verborgen. In Malaysia in diesem Jahr kletterten wir beispielsweise nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit inmitten eines völlig geschmacklos gestalteten Vergnügungsparks für Exil-Chinesen an einer eigentlich nicht wettkampftauglichen Wand mit extrem definierten Routen - und das nach einer Anreisezeit von mehr als 18 Stunden... Eine Erfahrung, die mir letztendlich völlig die Lust am Wettkampfklettern nahm. Hut ab vor denen, die sich bei solchen Veranstaltungen noch motivieren und sich einen Sieg holen können!

Ich würde mir für die Zukunft wirklich weniger, dafür aber qualitativ hochwertigere Wettkämpfe auf internationaler Ebene wünschen. Ich glaube, eine solche Entwicklung würde dem Sport wirklich gut tun.

Konkrete Pläne für 2007 habe ich jedoch noch nicht. Sicher ist nur, dass ich das Felsklettern nicht mehr so vernachlässigen werde, wie in den letzten Jahren... Und möglicherweise finde ich auch wieder Motivation für den ein oder anderen Wettkampf, sofern der Verband nichts dagegen hat... Schau'n mer mal!

Mountains2b.com: Vielen Dank, dass du dir Zeit für uns genommen hast - und viel Erfolg bei deinen weiteren Plänen!


Andreas Bindhammer im Gespräch mit Erwin Marz
Direkt im Anschluss an die Siegerehrung bei der DM in Wuppertal hat sich Andreas Bindhammer kurz den Fragen von Moderator Erwin Marz gestellt. Viel Spaß beim Anhören!









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