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Champ or Cramp 2007

Champ or Cramp 2007

Martin Hornegger

Simone Hornegger im Aufstieg

Champ or Cramp 2007

Champ or Cramp 2007

ASTC Powerteam

Tom Wallner

Alexander Fasser (AUT)

ASTC Powerteam 2007

Massenstart

ASTC 2007

ASTC: Aus der Not eine Tugend gemacht - zwei Durchgänge am Goldeck

M2b Redaktion am 23.01.2007 - 18:00 Uhr

Allerorts Schneemangel. Doch während die Alpinen damit ernsthafte Probleme haben, sind die Skibergsteiger wesentlich flexibler. So geschehen am 20. Januar 2007 am Goldeck in Spittal an der Drau beim ASTC-Rennen "Champ Or Cramp".

Uphill mit zwei Durchgängen
Der Geschäftsführer der Goldeck-Bergbahnen, Josef Autischer, hatte mit seinen Mannen und der Hilfe der ASKÖ SGS Spittal in den letzten Wochen eine mehr als passable Rennstrecke in die Landschaft gezaubert. Trotz einer Streckenänderung sollte das Rennen perfekt und fast wie geplant abgehalten werden können. Gut vorbereitet wollte man in den Austria Skitour Cup und erstmals auch in den Odlo Cup gehen. Doch dann kam Kyril, der Orkan. Zwar richtete er um den Milstätter See keine Verwüstungen an, aber er brachte Temperaturen um 15 Grad Celsius und warmen Regen. Innerhalb von Stunden schwamm die Rennstrecke davon.

Das Goldeck teilte damit das Schicksal mit Kitzbühel. Aber wogegen die Kitzbüheler eine Absage bekannt geben mussten und damit massive Verluste hinnehmen werden müssen, ging es in Spittal trotz allem ohne großes TamTam weiter. Bei einer Streckenbesichtigung um 07:00 Uhr früh wurde von der Jury entschieden: die Abfahrt ist wegen geringer Schneeauflage zu riskant, das Rennen wird als Uphill mit zwei Durchgängen á 640 Höhenmeter durchgeführt. Eine unkonventionelle, aber (wie sich herausstellen sollte) interessante und spannende Lösung des Schneeproblems.

110 Teilnehmer dabei
Bei Tagesanbruch fanden sich bei der Goldeck Halle in der Anmeldung zum Champ Or Cramp dann sensationelle 110 Starter ein. Eine Steigerung von circa 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Zahl dürfte sowohl eine Bestätigung für den ungebrochenen Boom im Tourenskisport als auch Lohn für die professionelle Arbeit der Spittaler sein.

Kurzfristige Ausfälle im ASTC Powerteam
Auch das ASTC Powerteam war natürlich am Start. In sehr unvorhergesehener Aufstellung, nachdem Markus Stock krank wurde, Andi Kienast wegen des Orkans an seinen Arbeitsplatz ins Krankenhaus einberufen wurde und Wolfgang Krenn überraschend zu einer Berufsprüfung musste. Um dennoch stark aufzutreten, stieg kurzerhand Kapitän Martin Hornegger um 06:00 Uhr früh ins Auto, und sprang für die ausgefallenen Kollegen ein. Am Start für's Team waren also Simone und Martin Hornegger, Siegi Hochenwarter, Tom Wallner und Alex Fasser.

Le Mans Start hat es in sich
Nach dem Briefing in der Bergstation der Goldeck-Bahn wurde von allen Sportlern gemeinsam und locker zur Talstation des Bärnbiss-Liftes abgefahren. Bei der Gelegenheit wurden die Strecke durch die Athleten inspiziert und auch gleich Pläne für die ideale Aufstiegsspur geschmiedet. Eine der Besonderheiten des Champ Or Cramp, den Le Mans Start, wollten die Organisatoren nicht missen. Und so wurden dann die Ski am eigentlichen Start deponiert, und die Athleten noch 20 Höhenmeter nach unten geschickt. Nach dem Startschuss genau um 10:00 Uhr stürmten dann die mehr als 100 Athleten zu den Brettln nach oben. Hektik, fluchen, das Klacken der Bindungen - so ein Le Mans Start hat es in sich!

Dreiergruppe setzt sich ab
Im ersten Aufstieg setzte sich sofort eine Dreiergruppe ab: der Wölfnitzer Heinz Verbnjak (Northland Atomic Suunto), der Tamsweger Hans Wieland (Atomic Suunto) und der Italiener Tadei Pivk. Die drei kämpften sich auch kontinuierlich nach oben, wenngleich auch die Reihung wechselte. Verbnjak spielte bald seine hervorragende Tagesform aus und übernahm die Führung, Wieland konnte dem Italiener bis knapp unterhalb des Zieles am Gipfel des Goldecks die Stirn bieten, musste dann aber den extrem sprintstarken Pivk ziehen lassen.

Hinter den drei taten sich ziemliche Löcher auf, die Reihung nach dem ersten Durchgang am Goldeck: 01. Verbnjak, 02. Pivk, 03. Wieland, 04. Alessandro Piccoli (ITA), 05. Rene Fischer, 06. Alex Fasser und 07. Siegi Hochenwarter (beide ASTC Powerteam), 08. Hans Lainer (Hagan Martini Rennteam). Bei den Damen lag Simone Hornegger (ASTC Powerteam) vor Martina Pertl und Ulrike Striednig.

Durchwachsene Zwischenbilanz für das ASTC Powerteam
Für das ASTC-Team war die erste Zwischenbilanz durchwachsen. Hochenwarter und Fasser konnten ihre Form zwar ausspielen, Wallner kam aber nicht in Schwung, und war über seinen zehnten Zwischenrang gar nicht begeistert. Der größte Pechvogel war aber Martin Hornegger: In der Eile am Morgen nahm er ganz neue Ski mit und kam am Start darauf, dass die Felle nicht halten – null, als ob kein Kleber drauf wäre. Nach einer Notaktion mit einer Messingbürste sollte es funktionieren, so hoffte er. Nach nur 300 Höhenmetern war der Traum aber vorbei. Die Felle lösten sich immer wieder und Martin gab entnervt auf. Sein leiser Kommentar: "Dass mir als altem Hasen sowas passiert, darf ich eigentlich gar niemandem erzählen."

Wieland nimmt am Ende zu viel Tempo raus
Überraschend nach diesem ersten Lauf war einerseits die hohe Beteiligung durch die Italiener, andererseits deren hohes Niveau. Heinz Verbnjak, der einen überragenden ersten Durchgang geliefert hatte, hoffte auf einen gleich schnellen zweiten Lauf. Hans Wieland brauchte aber unbedingt einen besseren zweiten Durchgang, um den Italiener Pivk in der Gesamtwertung einzuholen. Dem entsprechend wurde in der Pause bis zum zweiten Start um 11:30 Uhr – ebenfalls wieder mit Le Mans Start – fachgesimpelt.

Der alle entscheidende Durchgang war dann schließlich wieder eine "gmahte Wiesn" für Heinz Verbnjak. Hinter ihm spielte sich allerdings ein Drama ab: Hans Wieland ging bis wenige Meter vor dem Ziel das mörderische Tempo von Verbnjak mit, riss dann aber ab, nachdem ihm ein Blick über die Schulter einen relativ großen Abstand zu Pivk zeigte. Pivk trat aber nochmals voll an, und der Abstand wurde extrem knapp. Und die Auskunft der Zeitnehmer Sport Timing war für Hans Wieland vernichtend: Um nur 58 Hundertstel Sekunden versäumte er den zweiten Platz, Pivk war ihm zuvor gekommen.

Simone Horegger nacht bei den Damen alles klar
Bei den Damen machte Simone Hornegger alles klar, sie gewann schließlich deutlich vor Martina Pertl und Ulrike Striednig.

Die männlichen ASTC-Athleten konnten schließlich das Rennen als Fünfter (Alex Fasser), Siebter (Siegi Hochenwarter) und Zehnter (Tom Wallner) beenden. In der Gesamtwertung reichte die Leistung recht deutlich für den Sieg in der Mannschaftswertung.

Die Platzierungen der anderen Klassen:

Champ männlich
01. Friedl Mair
02. Niklas Kroehn (Skinfit Altmann)
03. Carsten Kanzian (HSV Spittal)

Champ weiblich
01. Veronika Walder
02. Barbara Lebutsch (Sports Experts)
03. Barbara Zweckl (Team Stiegl)

Hobby männlich
01. Arnold Moser
02. Florian Wallner (KFZ Moser Alpin Team)
03. Michael Künstl

Den Veranstaltern und Helfern kann gratuliert werden: sie haben mit enormem Einsatz und einer gehörigen Portion Herz ein tolles Rennen mit gewaltigem Rahmenprogramm im ASTC- und ODLO Cup produziert. Und das unter schlechten Vorzeichen. Das Ergebnis spricht für die Spittaler!

Weitere Infos
Weitere Infos zum Austria Skitour Cup 2007 erhalten Sie auf der Mountains2b-Sonderseite und unter www.astc.at.

Quelle
Karl Posch
www.astc.at

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