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Alexander Fasser (AUT)

ASTC Powerteam 2007

ASTC Powerteam

ASTC 2007

Interview mit Alexander Fasser (01/07), Skibergsteigen

M2b Redaktion am 12.01.2007 - 10:15 Uhr

Wenn auch derzeit mit nur wenig Schnee, wird mit voller Power in die Wintersaison gestartet. Und nicht nur des Namens wegen mischt das ASTC Powerteam hier kräftig mit. Grund genug dafür, einen der Neuzugänge des Teams, den Tiroler Meister Alexander Fasser, zu interviewen. Wie sieht bei ihm der Saisonstart aus, und welche Ziele hat er für die Saison 2007? Sabine Spielbüchler vom ASTC ging diesen und weiteren Fragen auf den Grund.

ASTC: Erst einmal toll, dass du so knapp vor dem richtigen Start in die Wintersaison noch Zeit gefunden hast, ein Interview zu geben. Nachdem die ersten wichtigen Rennen in Kürze stattfinden werden, wird dein Terminkalender sicher dementsprechend voll sein. Bereits heute, am 12. Januar, findet eines der größten und bekanntesten Rennen statt, die Mountain Attack, an der du sicher auch teilnehmen wirst. Wie gestaltet ein Profi-Wettkampf-Skibergsteiger wie du in diesem Fall die letzte Zeit vor dem Rennen?

Alexander Fasser: Für mich sind die Rennen im Januar sicherlich etwas zu früh, da ich meinen Formaufbau auf Februar und März ausgerichtet habe. Trotzdem erwarte ich mir schon ein gutes Ergebnis. Die letzten Tage vor dem Wettkampf trainiere ich relativ wenig. Drei bis vier Tage vorher mache ich noch eine intensive Einheit, dann folgt die Regeneration.


ASTC: Generell ist für mich oft die Frage interessant, wie man es als Profi-Wettkampf-Skibergsteiger schafft, Sport und den herkömmlichen Alltag so gut unter einen Hut zu bringen. Nicht nur du persönlich wirst nach guten Ergebnissen streben, sondern du bist auch seit dieser Saison im ASTC Powerteam integriert, wo bestimmte Leistungen erwartet werden. Wie lässt sich in deiner Situation Beruf und Privates (Freunde, Freundin, Familie) vereinbaren?

Alexander Fasser: Ausdauersport ist sehr Zeit aufwendig, nicht nur das Training, sondern auch die Regeneration. Im Schnitt trainiere ich fünf Mal die Woche. Und wenn man wie ich auf vollwertige Ernährung achtet und nach dem Training noch selbst kocht, dann bleibt nicht mehr viel Zeit für anderes übrig. Doch ich mache das Ganze, weil es mir großen Spaß macht.
Im Winter arbeite ich als Skilehrer, und habe außerhalb der Ferienzeiten, in denen das Hauptgeschäft stattfindet, doch genug Zeit für das Training. Meine Freundin lässt mir alle Freiheiten in sportlicher Hinsicht. Sie macht selbst viel Sport, ist bei fast jedem Rennen mit dabei und unterstützt mich.


ASTC: Gerade in diesem Winter war es bisher mit dem Trainieren ohnehin ein wenig schwierig. Untypisch für diese Jahreszeit war es in ganz Österreich sehr warm und so schmolz auch der wenige Schnee, welcher Anfang November in einigen Regionen gefallen war, wieder schnell weg. Wie war es bei euch in Tirol?

Alexander Fasser: Bis Ende November gab es bei uns keinen Schnee. Bergtouren mit meiner Freundin Angelika und Skirollertraining standen auf dem Programm. Ab Dezember konnte ich dann auf der Zugspitze sehr gut auf Schnee trainieren.


ASTC: Obwohl fast kein natürlicher Schnee vom Himmel fiel, fanden in den Skigebieten pünktlich ab Dezember diverse Ski-Openings statt – den Schneekanonen sei Dank! Klar, dass dann die Skitourengeher auf die gut beschneiten Pisten ausweichen, nachdem im Gelände der Schnee fehlt. In Tirol wird ab jetzt in den Medien groß Werbung gemacht für die "Zehn Empfehlungen für Pistentouren". So soll ein Kompromiss zwischen Tourengehern und den Skilift- beziehungsweise Pistenbetreibern gefunden werden.
Du wirst ja vielleicht durch dein eigenes Training die Situation ein wenig beobachten können, oder auch die Meinung der Betroffenen zu Ohren bekommen: halten sich die Tourengeher - egal ob Hobbysportler, oder Wettkampf-Skibergsteiger – an die Empfehlungen?

Alexander Fasser: Ich finde den Kompromiss zwischen Tourengehern und Skiliftbetreibern sowie die "Zehn Empfehlungen für Pistentouren" eine sehr gute Sache. Wenn sich die Tourengeher an die Regeln halten, sehe ich keinen Grund dafür, warum die Liftgesellschaften sie an der Ausübung ihres Sportes hindern sollten. Ich glaube, mit dem Kompromiss können beide Seiten gut leben. Natürlich gibt es, wie überall, auch bei den Tourengehern schwarze Schafe, die glauben, alles machen zu können.


ASTC: Wie stehst du generell zum Thema "Pistengehen" - bist du eher der "Geländetyp"?

Alexander Fasser: Ich selbst bin natürlich auch im Training auf der Piste unterwegs, da es zu Trainingszwecken (Intervalltraining usw.) und zur Formüberprüfung sicher optimal ist. Eine "richtige" Skitour ist es natürlich erst, wenn man im freien Gelände unterwegs ist. Dabei genieße ich vor allem die Ruhe in der Bergwelt, abseits des Pistenlärms.


ASTC: Nun zu einem weiteren brisanten Thema im Bereich Wettkampf-Skibergsteigen: der vor kurzem gegründete Verband für Wettkampf-Skibergsteigen in Österreich (ASKIMO) hat auch die Verbesserung der Jugendarbeit als Ziel. Vom 16. bis 17. Dezember 2006 hat dazu in Praxmar ein Jugendcamp stattgefunden, bei welchem du auch mitgeholfen hast. Was waren deine Eindrücke von diesem Event? Kann sich die Sportart so in Österreich langfristig gesehen leichter entwickeln?

Alexander Fasser: Ich war sehr überrascht, mit welchem Eifer die jungen Athleten bei der Sache waren. Auch die Leistungen waren zum Teil schon auf sehr hohem Niveau.
Solche Events müssen in Zukunft regelmäßig veranstaltet werden. In Österreich gab es bis jetzt fast keine Jugendarbeit im Skitouren-Rennsport, da sich im Winter hierzulande fast alles um den alpinen Rennsport dreht. Natürlich fehlen im Skibergsteigen die großen Vorbilder, wie ein Hermann Maier usw. Doch mit einer Veranstaltung, wie sie in Praxmar stattfand, kann man den Sport und seine Vielfalt den Jugendlichen näher bringen. Dies wird sicherlich nicht leicht werden, doch ich bin überzeugt, dass man einiges erreichen kann. Das Ziel wäre natürlich, Skihauptschulen und –gymnasien, wie es sie im alpinen und nordischen Bereich schon lange gibt, auch für das Skibergsteigen zu schaffen.


ASTC: Wie hast du eigentlich deine Zeit vor dem Wettkampf-Skibergsteigen sportlich gesehen verbracht?

Alexander Fasser: Eigentlich komme ich vom Mountainbike-Sport. Hier bestreite ich schon seit einigen
Jahren hauptsächlich Bergrennen und Marathons. Die Tourenskier habe ich eigentlich nur zu Trainingszwecken aus dem Keller geholt. Aus Spaß an der Freud habe ich dann an Wettkämpfen teilgenommen, und so hat es sich im Laufe der Zeit immer weiter entwickelt, bis ich jetzt schließlich den Sprung ins ASTC Powerteam geschafft habe.


ASTC: Den Athleten des ASTC Powerteams werden oft Trainingscamps mit verschiedenen Schwerpunkten angeboten - letzten Herbst stand zum Beispiel ein leistungsdiagnostischer Test in Ramsau am Dachstein auf dem Programm. Wie wichtig schätzt du eine derartige wissenschaftliche Betreuung in Hinblick auf die Trainingsgestaltung ein?

Alexander Fasser: Ich denke, solche Leistungstests sind für ein zielführendes Training unerlässlich. Es ist nicht nur der Umfang des Trainings entscheidend, sondern auch die Qualität, sprich im Puls und Laktat gesteuerten Trainingsbereich. Ich selbst mache solche Tests schon seit fünf Jahren bei Dr. Andrea Hofmann in Innsbruck, die mir auch die Trainingspläne schreibt. Mit systematischem Training sind meine Leistungen stetig angestiegen und ich hoffe, es ist noch kein Ende in Sicht.


ASTC: Gerade wenn ein Rennen nach dem anderen stattfindet, wird man als Athlet nicht nur physisch, sondern auch psychisch beansprucht. Welche Rolle spielt für dich in diesem Sinne die mentale Betreuung, welche ihr im ASTC Powerteam zur Verfügung gestellt bekommt?

Alexander Fasser: Ich bin der Meinung, dass die mentale Komponente im Sport einen sehr hohen Stellenwert besitzt. In meinem Fall ist es so, dass wenn die Form gut ist und es läuft, dann läuft's! Wenn es jedoch nicht so gut geht, fange ich schon an, über viele Sachen zu viel nachzudenken. Hier kann unser Mentalcoach Hans Huber mir helfen, das Selbstbewusstsein wieder zu stärken. Der Kontakt zwischen uns besteht hauptsächlich vor den Rennen beziehungsweise während der Trainingslager.


ASTC: Nun noch die klassische Abschlussfrage: Was sind deine vorrangigen Ziele für diese Saison?

Alexander Fasser: Da ich mich dieses Jahr erstmals speziell auf die Skitouren-Wettkämpfe vorbereitet habe, erwarte ich natürlich eine Leistungssteigerung gegenüber dem letzten Jahr. Ziel ist natürlich die Verteidigung des "Tiroler Meistertitels", sowie in die Top-Fünf bei der Österreichischen Meisterschaft am Dachstein zu kommen und generell gute Ergebnisse bei diversen Wettkämpfen einzufahren.


ASTC: Wir sind uns sicher, dass wir im Laufe der Saison noch viel von dir hören werden, bedanken uns für das Gespräch und wünschen dir viel Erfolg bei den kommenden Rennen!

Alexander Fasser: Ich hoffe nur Gutes, vielen Dank!


Quelle
Anna Spielbüchler
08. Januar 2007
www.astc.at

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