Specials Eventspecials 2007 Skibergsteigen Austria Skitour Cup Interviews

Heinz Verbnjak

ASTC 2007

Heinz Verbnjak auf dem Sieglauf zur Samalm

Wolfgang Klocker, Georg Simair und Alex Fasser verfolgen Heinz Verbnjak

Klocker, Verbnjak, Fasser

Verbnjak Zieleinlauf

Interview mit Heinz Verbnjak (02/07), Skibergsteigen

M2b Redaktion am 16.02.2007 - 15:30 Uhr

Er ist in letzter Zeit kaum mehr zu schlagen, die Siegesserie in den ASTC-Bewerben scheint nicht abzureißen: Die Rede ist von Heinz Verbnjak, dem Sieger des "Lesachtaler Tourenlaufes" und des "Champ or Cramp". Anna Spielbüchler vom ASTC hat ihn interviewt.

ASTC: Lassen wir einmal die letzten zwei ASTC–Rennen Revue passieren: Der "Lesachtaler Tourenlauf" am 28. Januar war ja vom Schnee her gesehen eine wunderbare Ausnahme im Gegensatz zu den vorherigen Rennen. Bestes Wetter, bester Schnee und dann noch ein Sieg von dir - diesen Lauf kannst du wohl nur in guter Erinnerung behalten haben. Wie sind deine Eindrücke von diesem Rennen?

Heinz Verbnjak: Die Bergkulisse im tief verschneiten Lesachtal war an jenem Wochenende sicher eine Ausnahme in diesem Winter, denn Pulverschnee und Sonnenschein lässt bei jedem Wintersportler das Herz höher schlagen. Das Rennen selbst ist eigentlich der alpine Klassiker schlecht hin, und so ein Rennen bei starker Besetzung zu gewinnen, ist immer wunderschön.


ASTC: Am 20. Januar am Goldeck in Spittal an der Drau hast du beim ASTC-Rennen "Champ Or Cramp" ebenfalls ordentlich zugeschlagen: Eindeutiger Sieger in beiden Durchgängen. Generell war dieses Rennen ja äußerst interessant -die Abfahrt wurde wegen zu geringer Schneeauflage als zu riskant eingestuft und deshalb abgesagt, das Rennen wurde als Uphill mit zwei Durchgängen durchgeführt. Eine interessante und spannende Lösung des Schneeproblems. Wie hat dir dieser Bewerb zugesagt?

Heinz Verbnjak: Die Lösung mit den beiden Aufstiegsdurchgängen hat das Rennen, so finde ich, noch spannender gemacht. Es war für sehr viele Atlethen sicher eine neue Erfahrung, da zwischen den beiden Durchgängen eine Pause von rund einer Stunde lag, und dies hat so manch einen schon ziemlich aus dem Rhythmus gebracht. Über die Herausnahme der Abfahrt im Renntempo gab es unter diesen Bedingungen aber gar keine Diskussion, um die Sicherheit der Atlethen nicht zu gefährden. Etwas ganz besonderes am Goldeck ist der beibehaltene "LeMans"-Start, der in den ersten Metern bis zum Anschnallen der Skier alles von einem abverlangt, um sich eine gute Ausgangsposition für den Aufstieg zu sichern.


ASTC: Allerorts herrscht derzeit noch immer Schneemangel. Doch während die Alpinen damit ernsthafte Probleme haben, weil für ihre Verhältnisse in unserer Region einfach keine Pisten für die Rennen und zum Trainieren da sind, ist das Lager der Skibergsteiger in diesem Punkt wesentlich flexibler - Konditionstraining geht ja auch mit wenig bis zu gar keinen Schnee. Wie hast du dich in diesem speziellen Fall auf die Wettkampfsaison vorbereitet?

Heinz Verbnjak: Allgemeines Ausdauertraining wie Biken, Berglaufen und so weiter ist für die Aufbauphase ausreichend - wenn man aber im Spitzenfeld der Elite mitreden möchte, und die Wettkampfsaison Anfang Januar beginnt, dann ist das spezifische Training auf Schnee nicht zu vernachlässigen. Da in Kärnten bis Mitte Januar sämtliche Pisten grün waren, blieb mir ab Ende November keine andere Wahl, als mich ins Auto zu setzen und dem Schnee nachzufahren. Dieses Unternehmen war gar nicht so einfach, da nur sehr wenige Skigebiete (Pisten) durch die hohen Temperaturen mit Kunstschnee beschneit werden konnten. Mein Haupttrainingsgebiet zu diesem Zeitpunkt war Zauchensee und ab Mitte Dezember die Planai.


ASTC: Gerade durch den Schneemangel sind viele Skibergsteiger auf die beschneiten Pisten ausgewichen. Wie stehst du zum Thema "Pistengehen" - bist du eher der "Geländetyp"?

Heinz Verbnjak: Für mich stellt sich diese Frage gar nicht, da ich im Winter kaum bei Tageslicht trainieren kann, und somit bieten sich für mich natürlich Pisten bestens an. Man kann die sehr starke Entwicklung dieser Sportart in den letzten Jahren bei allen Altersgruppen sehr gut beobachten. Alpine Touren sind etwas Wunderschönes und ein einzigartiges Erlebnis, wenn man bei Tageslicht unterwegs sein kann.


ASTC: Der Fitnessboom in unserer Bevölkerung ist ständig am Wachsen, das merkt man auch in der Sparte des Skibergsteigens. Immer mehr Leute wollen den Ausgleich zum Alltag im Sport und vor allem auch in der Bergwelt finden. Die ständige Entwicklung hat man ja auch am Beispiel Champ or Cramp gesehen, wo ein Teilnehmer-Plus von 40 Prozent verbucht werden konnte. Wie siehst du die Chancen dieser Sportart zur Entwicklung einer angesehenen und auch geförderten Wettkampfdisziplin in Österreich?

Heinz Verbnjak: Der Boom dieser Sportart ist in letzter Zeit ganz enorm, da man sehr viele Faktoren wie Konditionstraining, Naturerlebnis, Spaß, keine Mehrkosten (Skikarte) und mehr unter einen Hut bringen kann. Die Tourengeher werden auf Grund der stark steigenden Zahlen bei den Liftgesellschaften aber immer mehr zum Problemkind. Mit der Gründung des Verbandes ASKIMO (Austrian Skimountaineering Organisation For Competitions / Österreichischer Bundesfachverband für Wettkampf- Schibergsteigen) wurde die Entwicklung der "sportlichen" Seite des Skibergsteigens weit vorangebracht. Jetzt liegt es nur mehr an der Förderung und Entwicklung unserer Jugend, um national und international im Spitzenfeld zu liegen.


ASTC: Als letztes möchte ich dir natürlich noch die klassische Abschlussfrage stellen: ein paar großartige Rennen haben wir zwar schon hinter uns, aber du wirst sicher noch einige nennen können, in denen dir persönlich eine Topplatzierung wichtig wäre. Was sind in dieser Hinsicht deine Ziele für die restliche Saison?

Heinz Verbnjak: Neben zahlreichen nationalen Rennen steht als nächstes Großevent die Teilnahme am "Sellaronda Skimarathon" auf dem Programm, wo ich mit Martin Echtler an den Start gehen werde. Pflichttermin Ende April ist natürlich außerdem die Titelverteidigung beim "Ötzi Alpin Marathon".


ASTC: Ich bin mir sicher, dass wir bei den verbleibenden Rennen in dieser Saison noch viel von dir hören werden, bedanke mich für das Gespräch und wünsche dir viel Erfolg!

Heinz Verbnjak: Vielen Dank für das sehr nette Gespräch, und liebe Grüße aus dem sonnigen Süden.


Quelle
Anna Spielbüchler
13. Februar 2007
www.astc.at

Anzeige



  Zurück
Weiterführende Informationen zum Thema:
Verwandte Artikel bei Mountains2b:
Verwandte Links (extern):
Social Bookmarking:
Linktipps: Google, Amazon, ebay
Anzeige
Anzeigen
Google Anzeigen