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Martin Bader

ASTC 2007

Martin Bader

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Martin Bader

Matthias und Martin Bader (AUT)

Dynafit

Interview mit Martin Bader (04/07), Skibergsteigen

M2b Redaktion am 20.04.2007 - 10:00 Uhr

In Österreich gibt es einige äußerst gute Nachwuchsathleten - dies haben die Rennen in dieser Saison deutlich gezeigt. Einer der erfolgreichen unter ihnen ist der Tiroler Martin Bader, der bei vielen wichtigen Rennen der Wintersaison 2006/2007 auf Top-Plätzen zu finden war. Zum Saisonabschluss hat Anna Spielbüchler vom ASTC mit dem 22-Jährigen gesprochen.

ASTC: Die Saison neigt sich dem Ende zu, Zeit sie einmal Revue passieren zu lassen. Martin, was waren für dich die schönsten und eindrucksvollsten Momente in der Wintersaison 2006/2007?

Martin Bader: Durch die anfängliche Schneearmut des heurigen Winters war die Wettkampfsaison leider etwas kürzer als normalerweise. Trotzdem bin ich mit meiner Leistung recht zufrieden. Ich konnte mich im Vergleich zum letzten Jahr wieder steigern, und näher an die österreichischen Spitzenathleten heran rücken.

Der schönste Erfolg war mit Sicherheit der Gesamtsieg beim 1. Imster Skitourenrennen. Es war mein Ziel, heuer bei den Tiroler Rennen um die Stockerlplätze mitlaufen zu können - und dass es dann zum Gesamtsieg gereicht hat, war natürlich schön.

Schade war, dass ich beim zweiten Teil der Tiroler Meisterschaften, dem Sellraintaler Skitourenmarathon, aufgrund einer voran gegangenen Erkältung auf der Streckenhälfte aufgeben musste, und somit keine Chance mehr auf eine gute Platzierung hatte.


ASTC: Eines der letzten bedeutenden Rennen in Österreich war der Fritschi Dachstein Xtreme. Insofern bedeutend, weil dieser Bewerb ja in diesem Jahr erstmals als Weltcuprennen ausgetragen wurde. Wie waren deine Eindrücke?

Martin Bader: Der Fritschi Dachstein Xtreme ist mit keinem anderen Wettkampf in Österreich zu vergleichen. Im Moment ist es so ziemlich das einzige Rennen, das es verdient, der Austragungsort der Österreichischen Meisterschaften im Skibergsteigen zu sein. Durch die selektive und technisch extrem anspruchsvolle Streckenführung wird hier wirklich der beste Skibergsteiger Österreichs ermittelt. Ich persönlich würde mir wünschen, dass es in Zukunft mehr Wettkämpfe ähnlichen Charakters gibt. Heuer hat das Wetter leider nicht mitgespielt, aber trotz der verkürzten Strecke hat der Bewerb seinen alpinen Charakter behalten.

Dadurch, dass der Dachstein Xtreme heuer auch zum Weltcup beziehungsweise Europacup gezählt hat, war das Starterfeld extrem gut besetzt, und so bin ich mit meiner Leistung als bester Österreicher in der U23-Wertung und Neunter in der österreichischen Meisterschaft absolut zufrieden.

Ich hoffe, dass der Bewerb in den nächsten Jahren ein Fixtermin im Rennkalender bleiben wird.


ASTC: Kommen wir nun aber wieder zu dir: du hast ja schon relativ früh mit der Ausübung von Ausdauersportarten angefangen und auch bereits gleich nach dem Eintritt ins Wettkampfgeschehen Erfolge erlangt. Kannst du uns kurz über deinen Werdegang aufklären?

Martin Bader: Mit dem Tourengehen begonnen habe ich, als ich etwa 15 war. Wettkampfsport war für mich aber zu dieser Zeit nie ein Thema - der Sport war einfach eine schöne Freizeitbeschäftigung, die mir Spaß machte. Erst als ich 18 war und gerade meinen Grundwehrdienst leistete, begleitete ich als Zuschauer meinen Bruder Matthias bei seinem ersten Tourenskirennen. Es reizte mich, selbst einmal mitzulaufen, und so nahm ich am nächsten Bewerb teil und gewann auf anhieb die Jugendklasse. Durch das Bundesheer und dem damit verbundenen Grenzeinsatz blieb es bei dem einen Start. Erst mit 19 begann ich, regelmäßig mit meinem Bruder bei den Tiroler Wettkämpfen teilzunehmen.


ASTC: In anderen europäischen Ländern ist Wettkampf-Skibergsteigen bereits eine angesehene Disziplin. In Österreich hingegen haben wir diesen Standard leider noch nicht erreicht. Wie siehst du als junger Nachwuchssportler die Situation in unserem Land?

Martin Bader: Leider ist unsere Sportart, was das allgemeine Interesse betrifft, immer noch eine Randsportart. Von den Leistungen und Trainingsumfängen der Top-Athleten her kann das Skibergsteigen aber mit jeder anderen Profisportart im Ausdauersektor mithalten.

Zu meiner persönlichen Situation muss ich sagen, dass ich zu den wenigen Glücklichen in Österreich zähle, die durch einen Sponsor unterstützt werden: Dynafit hat einen großen Anteil daran, dass ich mein derzeitiges Leistungsniveau erreicht habe. Ohne das Engagement von Dynafit, junge Athleten zu fördern und optimal auszurüsten, hätte ich wahrscheinlich nicht die Motivation, so viel Zeit und auch Geld in diesen Sport zu stecken, und ihn auf diesem Niveau auszuüben.


ASTC: Inwieweit glaubst du, wird Österreich in der Zukunft in diesem Punkt aufholen müssen, um einen ebenbürtigen Standard mit den anderen Nationen zu erreichen?

Martin Bader: Im internationalen Vergleich ist Österreich strukturell noch weit hinter anderen Nationen. Es kann nicht sein, dass es in der Ski-Nation Österreich nicht einmal ein Nationalteam gibt, während zum Beispiel Spanien bereits eigene Schulen hat, die speziell auf das Wettkampf-Skibergsteigen ausgerichtet sind. Als junger Athlet wird man da schon etwas neidisch, wenn man den Standard in den anderen Ländern sieht. Wenn sich in Österreich speziell bei der Nachwuchsarbeit nicht bald etwas tut, werden wir bei internationalen Rennen nicht mehr viel mitzureden haben, denn der Nachwuchs aus Nationen wie Spanien oder Frankreich wird das derzeitige Leistungsniveau enorm nach oben schrauben.


ASTC: Nachdem sich nun auch bald der letzte Schnee verabschieden wird, muss ich dir natürlich noch die klassische Frage stellen: wie sieht dein Sommerprogramm aus?

Martin Bader: So lange noch Schnee auf den Bergen liegt, bin ich natürlich weiterhin mit den Tourenski unterwegs. Ansonsten trainiere ich im Sommer hauptsächlich mit dem Mountainbike oder gehe Laufen. Da ich im Berglauf bislang recht erfolgreich war, werde ich auch in diesem Sommer wieder bei einigen Bewerben an den Start gehen.


ASTC: Dann werden wir in den nächsten Monaten sicherlich auch einiges von dir zu hören bekommen. Ich wünsche dir dabei alles Gute und bedanke mich für das Gespräch.


Quelle
Anna Spielbüchler
17. April 2007
www.astc.at

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