Bhagirathi III: Erstbegehung im Alpinstil
W. Hölzler und J.Pflugmacher am 24.05.2004 - 13:00 Uhr
Der Bhagirathi III wurde über den direkten Südwestpfeiler bezwungen: Walter Hölzler und Jörg Pflugmacher konnten zuletzt bei anhaltend guten Bedingungen weitere Höhenmeter ihrer Route erschließen, gestern wagten sie den Durchstieg und erklommen schließlich den Gipfel.
Liebe Freunde ...
... das große Ziel ist erreicht: Die knapp 1600 Meter hohe Westwand des Bhagirathi III, auch 'Göttin des Himmelsstromes' genannt, haben wir über den vorher unbestiegenen, direkten Südwestpfeiler im Alpinstil bezwungen! Nach den Anstrengungen der monatelangen Vorbereitungen und insbesondere der letzten Wochen hier in Indien macht sich eine herrliche Zufriedenheit in uns breit. Wir sind überglücklich - und gesund, was das wichtigste ist!
Zurück im Basislager
Nun gönnen wir uns einen Tag der Besinnung und brechen das Basislager ab, ehe es zusammen mit den Trägern zwei Tage Fußmarsch zurück nach Gangotri zu bewältigen gilt. Von dort aus werden wir mit dem Bus über Riskikesh nach Delhi fahren, möglichst tags darauf in den Flieger steigen und hoffentlich bald nach Hause zurückkehren. Da wir aber etwa zwei Wochen vor dem eigentlichen Zeitlplan liegen, muss sich erst noch herausstellen, ob sich das alles kurzfristig so, wie wir es uns vorstellen, umsetzen lässt. Vielleicht müssen wir auch noch ein paar Tage in Delhi warten, bevor uns ein Flieger in die Heimat bringt.
Durchstieg
Nachdem es uns relativ schnell gelungen war, große Teile der Route zu inspizieren, haben wir uns entschieden, den Durchstieg zu wagen. Die Wetterprognose deutete auf einen Korridor hin, in dem es uns schließlich möglich war, das Meisterstück abzuliefern.
Gemeinsamkeit
Was 2001 noch aufgrund schlechten Wetters hatte scheitern müssen, konnten wir dieses Mal zu einem guten Ende bringen: Das Westwandbecken des Bhagirathi wird uns ewig in Erinnerung bleiben.
Detaillierter Bericht folgt
Wie wir die Zeit im Basislager verbracht, die Wand inspiziert und schließlich den Durchstieg geschafft haben, werden wir in aller Ausführlichkeit berichten, wenn wir wieder zurück sind - länger andauernde Mitteilungen über das Satellitentelefon ruinierten uns andernfalls völlig. Bis bald!
Viele Grüße senden Walter und Jörg
Expeditionsbergsteigen
Ausführliche Berichte - auch über die Bhagirathi-Expedition 2001 - sind unter
www.expeditionsbergsteigen.de zu finden.
Homepage Walter Hölzler
Über seine sonstigen Vorhaben und zurückliegende Unternehmungen berichtet Walter auf seiner Homepage
www.walter-hoelzler.de.
Bhagirathi III - besonderer Berg im Himalaya
Der Bhagirathi III (6454 Meter), auch 'Göttin des Himmelsstromes' genannt, gehört zu den heiligsten Bergen Indiens. An seinem Fuße entspringt der Fluss Ganges. Die etwa 1600 Meter hohe Westwand mit ihren markanten Stützpfeilern gehört zu den eindrucksvollsten Felswänden des gesamten Himalayagebirges. Auf den Gipfel selbst gibt es keine einfache Route, was dem Mythos eines heiligen Berges noch mehr Eindruck verleiht. Die 'leichtesten Wege' stellen der Nordgrat und der Südostgrat dar.
Gescheiterter Versuch 2001
Hölzler hatte mit einer anderen Mannschaft, darunter
Robert Jasper, bereits 2001 versucht, den direkten Südwestpfeiler des Bhagirathi III vom Westwandbecken aus zu bezwingen; die Expedition ist aufgrund schlechten Wetters gescheitert. Dieses Mal geht es um die Vollendung des Erstbegehungsversuches von 2001: Im Alpinstil wollen die beiden erfahrenen Alpinisten den noch unbestiegenen direkten Südwestpfeiler im Rotpunktstil, also ohne technische Fortbewegungsmittel, erklettern.
Sponsoren
Unterstützt wird diese Expedition vom
Deutschen Alpenverein und den Firmen
Petzl,
Salomon,
ICO Alpin Event Training,
Hilti,
Powerbar,
Optik Kössel,
Craft,
Beal,
Outdoor-Consulting GmbH sowie
Christoph Bucher Kletterwände.
Zurück