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Der richtige Name? Gar nicht so leicht!

Rolf Majcen am 13.02.2004 - 10:19 Uhr

Der Wettkampfsport, bei dem man mit Hilfe von Tourenskiern und Steigfellen in den Bergen Höhenmeter erklimmt und vielfach dann auch wieder abfährt, findet seinen Ausdruck in der deutschen Sprache in unterschiedlichen Bezeichnungen: da ist oft von Tourenskirennen, Tourenski-Rennen, Skitourenrennen, Skitouren-Rennen, Skitourenmarathon, Tourenskimarathon, Skialpinismus, Skibergsteigen, Wettkampf-Skibergsteigen, Tourenski-Wettkampf, Skitourenwettkampf, Skirally, Rally, Skitourennachtmarathon, Tourenskilauf, Skitourenlauf, oder auch zum Beispiel von Skimarathon, Tourenlauf, Tourenskikriterium oder Fellrennen die Rede. Schreibt man statt 'Ski' auch noch 'Schi', können fast noch einmal so viele Varianten daraus geschaffen werden.

Der Name im internationalen Vergleich:
Welche Bezeichnung ist die Richtige? Welche ist falsch? Das soll nicht die Frage sein, interessant ist vielmehr der Name dieser Sportart im internationalen Vergleich!
Im Wortlaut des 'International Ski Mountaineering Council' (ISMC), immerhin der diese Sportart leitende, offizielle Weltverband in der UIAA, findet sich ein guter Anhaltspunkt zur Lösung des 'Problems', bedeutet doch 'Ski mountaineering' auf deutsch 'Ski-Bergsteigen'. Und wenn das ganze in Wettkampfform ausgeübt wird, liegt man mit 'Wettkampf-Skibergsteigen' wohl nicht falsch. 'Tourenski' dagegen wird im Englischen mit 'Touring ski' übersetzt, 'Alpinismus' mit 'alpinisme'.

Reglement der ISMC:
Das internationale Reglement der ISMC normiert 'Competition ski mountaineering', also Wettkampf-Skibergsteigen, wie folgt: "Competition ski mountaineering is a timed displacement on the mountain, mainly with skis, and is combined with mountaineering techniques: The route is established in advance. In distance, at least 85% of it must be done on skis, a maximum of 5% on foot (i.e. paths, forest tracks ...), and a maximum of 10% in ridges, couloirs.” (UIAA).
Demnach wird Skibergsteigen als Wettkampf definiert, als "ein zeitlich begrenztes Fortbewegen im Gebirge, hauptsächlich auf Ski, kombiniert mit bergsteigerischen Techniken. Die Route ist im Voraus eingerichtet. Die Strecke muss zu mindestens 85% auf Ski, zu maximal 5% zu Fuß (Wege, Forststrassen) und zu maximal 10% auf Graten und durch Couloirs verlaufen“.

Zum Sprachgebrauch in Frankreich:
In Frankreich wird diese Sportart seit 2002 als 'ski de montagne' bezeichnet. Früher verwendete der französische Verband, die FFME, die Bezeichnung 'ski-alpinisme', ist davon allerdings ganz offiziell nach der Weltmeisterschaft 2002 abgerückt (La FFME est fédération délégataire pour le Ski de montagne (anciennement ski-alpinisme), aus: www.ffme.fr).

Tschechien und Slowakei:
In Tschechien und der Slowakei bezeichnet man diesen Sport vornehmlich als 'Skialpinismus' (siehe zum Beispiel: www.skialpinismus.cz), in Italien als 'sci alpinismo' oder 'sci alpinistica' und auch in Deutschland tendiert man stärker zum Wort 'Skialpinismus' (siehe Deutscher Alpenverein), wenngleich dort auch der 'Skitourencup' ausgetragen wird.
In Österreich verwendet der nationale Verband, VAVOE, die Bezeichnung 'Skibergsteigen' (siehe VAVOE) und die österreichischen Meistertitel werden im 'Skibergsteigen' vergeben; doch auch in der Alpenrepublik gibt es einen 'Skitour Cup'.
In der Schweiz ordnet man diese hochalpine Sportart ebenfalls zum überwiegenden Teil dem Begriff 'Ski Alpinismus' zu (siehe: SAC).
In Slowenien werden hochalpine Wettkämpfe gerne als 'Rally' bezeichnet (siehe zum Beispile Skirally), in Spanien wiederum tendiert man mit dem Ausdruck 'Esqui de montagna' mehr in Richtung 'Skibergsteigen'.
Und in den USA und Kanada ist neben der Bezeichnung 'ski mountaineering competition' auch die Verwendung von 'randonee rally' oder 'randonee racing' nicht unüblich.

Das große, gemeinsame Ziel:
Wohl unbestritten ist, dass 'Skibergsteigen' eine der Formen des Skialpinismus ist und sich 'Bergsteigen' nicht nur auf das 'Hinaufsteigen' beschränkt.
Sei es wie es ist, ein jeder Interessierte weiß, wovon die Rede ist: von einem Sport, der es anstrebt, olympische Disziplin zu werden. Eines der größten Ziele, die sich die ISMC setzt, ist die Internationalisierung der Sportart 'ski mountaineering competition', also 'Wettkampf-Skibergsteigen', so wie ich es frei übersetzt bezeichne.

Gute Entwicklung:
2003 war diesbezüglich wieder ein sehr erfolgreiches Jahr, denn weltweit hat sich sowohl die Zahl der Wettkämpfer als auch die Anzahl der Rennen erhöht, besonders in Kanada und den USA, aber auch in Argentinien und Chile.
In Argentinien wurden im vergangenen September erstmals nationale Meisterschaften ausgetragen und auch in Japan und Korea konnte die ISMC wichtige Kontakte knüpfen. Und irgendwann wird sich wohl auch ein einheitlicher Name durchsetzen, dem allerdings keine Verwechslungsgefahr zu 'Ski-Alpin' anhaften sollte ...


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