Es ist vollbracht - drei Mitglieder der deutsch-schweizerischen 'Jubiläumsexpedition Everest 2003' haben am Montag, den 26. Mai 2003 zusammen mit einem Höhensherpa den Gipfel erreicht (Tom Zwahlen, Chrigel Rossel, Eike Mrosek und Sherpa Tensang) und sind wohlauf wieder in Lager IV angekommen.
Everest South Side Expedition:
Unter der Leitung von Eckhard Schmitt (56 Jahre) aus Schaftlach (Deutschland) wurde das Expeditionsziel erreicht und der Mount Everest erfolgreich bezwungen - seine Crew besteht aus acht erfahrenen Bergsteigern, darunter zwei Ärzte. Die Jubiläumsexpedition orientierte sich an der Route der Erstbesteiger.
Zwei Teams:
Der erfolgreiche Vorstoß geschah in zwei Gruppen - ein Dreier- und ein Viererteam. Das Dreierteam musste aufgrund eintretender Schneeblindheit eines der Teilnehmer umkehren; die beiden Begleiter entschieden sich, den Betroffenen hinunter ins Lager IV zu begleiten. Das Viererteam schaffte den Aufstieg.
Pokerspiel:
Der Erfolg der Gruppe schien in den Tagen zuvor unwahrscheinlich - Höhenwinde machten einen Aufstieg unmöglich. In Begleitung eines Höhensherpas entschieden sich die Schweizer und Deutschen dann aber offenbar für das richtige Zeitfenster und die richtige Startposition für den Gipfelsturm: "Lieber einen Tag länger in Lager II warten, als im Basecamp", sagte Eike Morsek. Auch Tom Zwahlen, technischer Leiter der Expedition, befand, dass man in dem vorgeschobenen Basislager auf 6400 Meter Höhe näher am Geschehen dran sei, falls die Winde früher abnehmen - genau so ist es dann gekommen. Nachdem sich die gefürchteten Jet-Streams nach China verlagert hatten gelang der Aufstieg.
Expeditionsleiter Eckhard Schmitt:
Eckhard Schmitt ist seit über zwölf Jahren begeisteter Bergsteiger. Sein größter Erfolg ist die Besteigung des sechsthöchsten Berges der Welt, dem Cho Oyu (8201 Meter), in Tibet im Jahre 1999.
Im 'normalen' Leben ist Eckhard Schmitt Hotelier und leitet das Hotel 'Tölzer Hof' in Bad Tölz, das für viele Bergsteiger Anlaufstelle und Treffpunkt ist.
Die Berge Europas erklommen:
Schmitt durfte von vielen namhaften Gipfeln der Alpen wie Matterhorn, Watzmann Ostwand, Piz Palü, Großglockner, Weißhorn, Mont Blanc herabblicken und einige Kletterklassiker und Überschreitungen, wie Windlegergrat, Louroihorn-Jungfrau oder Biancograt genießen.
Das Expeditionsteam:
Initiator und Organisationsleitung
Eckhard Schmitt
Wiesseerstr. 21
83666 Schaftlach
Koordination und Logistik
Anita Rossel (
)
Dr. Eike Mrosek (
)
Technische Leitung
Thomas Zwahlen, Bergführer (
)
Medizinische Betreuung
Dr. Peter Becker (Basecamp) (
)
Dr. Eike Mrosek (Hochlager) (
)
Wissenschaftliche Projektleitung
Prof. Dr. Dr. F. Grimminger (
)
Dr. A. Ghofrani
(
)
Dr. Eike Mrosek (
)
Dr. Peter Becker (
)
Geplanter Ablauf der Expedition:
31.03.2003 - Abflug der Vorhut (Oliver Häusler, Eckhard Schmitt, Dr. Eike Mrosek und Frank Everts)
04.04.2003 - Abflug des restlichen Teams (Dr. Peter Becker, Christian Rossel, Thomas Zwahlen, Roland Brand, Alex Eberhöfer) sowie Prof Dr. Friedrich Grimminger, Dr.Frank Reichenberger, Dr. Markus Kohstall, Dr. Ardeschir Ghofrani und Timon Seeger von der Universität Gießen
07.04.2003 - Flug nach Lukla (2800m). Yaks beladen, Träger sondieren usw.
08.04.2003 - Trekking nach Phakting 2600m
09.04.2003 - Trekking nach Namche Bazar 3440m
10.04.2003 - Ruhetag, Aklimatisationstag, Medizinisch-wissenschaftlicher Studientag
11.04.2003 - Ruhetag, Aklimatisationstag, Medizinisch-wissenschaftlicher Studientag
12.04.2003 - Trekking nach Tengpoche 3850m
13.04.2003 - Trekking über Pangboche nach Pheriche 4243m
14.04.2003 - Trekking nach Lobuche 4910m
15.04.2003 - Trekking über Gorak Shep zum Everest Base Camp 5364m
16.04.2003 - Medizinisch-wissenschaftlicher Studientag
17.04.2003 - Medizinisch-wissenschaftlicher Studientag
Anschließend - Sieben Wochen Zeit, um die Besteigung des Mt. Everest vorzubereiten und die Besteigung zu realisieren.
Die Teilnehmer - Eike Mrosek:
Der Freiburger Arzt Eike Mrosek ist mit 29 Jahren der Jüngste im Expeditionsteam. Der Mount Everest wird sein erster Achttausender sein. Vor drei Jahren konnte der Bergsteiger und Ex-Triathlet bei seiner Anden-Expedition den Alpamayo und den 6768 Meter hohen Huascaran besteigen. Eike Mrosek wird das Team in den Hochlagern medizinisch versorgen.
"Für mich ist der Mount Everest ein wichtiger Wendepunkt in meinem Leben."
Eckhard Schmitt:
Matterhorn, Weißhorn und Mont Blanc, von vielen der Viertausender in den Alpen hat der 56-jährige Hotelfachmann aus Bad Tölz bereits heruntergeschaut. Eckhard Schmitt hat die Expedition ins Leben gerufen. In den Jahren zuvor konnte der Bergsteiger ganz in der Nähe des Everest seine größten Erfolge verbuchen: die Besteigungen des Cho Oyu (8201 Meter) und des Ama Dablam, einem der schönsten Berge im Himalaja.
"Wenn ich auf dem Gipfel stehe, wünsche ich mir, dass schönes Wetter ist und dass ich mir ganz klar bewusst bin, dass ich auf dem höchsten Punkt der Erde stehe, dass alles unter mir liegt."
Frank Everts:
Der Siemens-Projektkaufmann aus der Nähe von Karlsruhe verwaltet die Finanzen der Expedition und durfte mit mehr als 100.000 US-Dollar in der Tasche nach Katmandu fliegen. Pik Lenin in Kirgisien (7134 Meter) und der Cho Oyu (8201 Meter) gehören zu den höchsten Bergen, auf deren Gipfeln der 42-jährige Ex-Seemann stand.
"Für mich war der Mount Everest schon lange ein Wunsch, aber nie so ganz realistisch."
Christian Rossel:
Der Lokomotivführer aus Hausen bei Brugg im Kanton Aargau geht seit mehr als 20 Jahren in die Berge. Als Übungsleiter hat der 35-jährige Alpinist viel Erfahrung in der Bergsteigerausbildung von Jugendlichen. Seine beeindruckendsten Erlebnisse in den Bergen waren die Besteigungen des Mount McKinley in Alaska, einer der kältesten Berge der Welt, und des Muztagh Ata (7546 Meter) in China.
"Wenn ich oben bin, stehe ich auf dem höchsten Punkt der Erde, aber ganz oben sein werde ich nie."
Tom Zwahlen:
Der Bergführer Tom Zwahlen übernimmt auf der Expedition die technische Leitung. Der 37-jährige Leiter der Alpinschule Bergfalke in Thun im Berner Oberland hat bereits die Eigernordwand und mit der "Nose" eine der schwierigsten Routen im Yosemite-Nationalpark bestiegen und Expeditionen in Südamerika, Afrika und Alaska organisiert. Der 8201 Meter hohe Cho Oyu war bisher sein höchster Berg.
"Ich bin vor zwei Jahren bis knapp unter den Gipfel gekommen, dann hat das Wetter umgeschlagen und ich musste umdrehen. Ich weiß, dass ich es schaffen kann."
Roland Brand:
Der Abteilungsleiter Bauwesen aus Uffenheim in der Nähe von Würzburg ist einer der erfahrensten Achttausender-Bergsteiger des Teams. Den Broad Peak (8047 Meter) und den Cho Oyu (8201 Meter) hat der 51-jährige Bergsteiger bereits bestiegen. Am Nordgrat des Mount Everest musste er vor drei Jahren umdrehen. Am Shisha Pangma (8027 Meter) kam er bis kurz unter den Gipfel.
"Der Gipfel ist wichtig, aber wichtig ist auch der Weg dorthin. Wenn man das beachtet, ist die Enttäuschung nicht so groß, wenn man es nicht schafft."
Alex Eberhöfer:
Als Skilehrer hatte sich Alex Eberhöfer aus Films im Kanton Graubünden jahrelang sein Geld verdient - bis er die Faszination der Berge entdeckte. Vor sechs Jahren beendete der 36-jährige Schweizer seine Bergführerausbildung. Neben vielen Alpenwänden beeindruckten ihn besonders Klettertrips nach Alaska und Jordanien. Die Besteigung des Ama Dablam war bisher sein größter Erfolg.
"Berge dieser Höhe haben etwas Magisches. Nicht umsonst werden sie von den Einheimischen göttlich verehrt. Dieses Phänomen interessiert mich."
Peter Becker:
Der niedergelassene Allgemeinmediziner aus Bad Tölz hat mit seinen 16- und 35-Millimeter-Filmkameras alle Kontinente der Welt bereist. Wie viele andere Expeditionen zuvor wird er das Everest-Team als Arzt im Basislager begleiten und betreuen. Der Hobby-Filmemacher übernimmt außerdem die Dokumentation der Expedition im Basislager.
Information und Kontakt:
Eckhard Schmitt
Tölzer Hof
Rieschstraße 21
83646 Bad Tölz
mail:
Anita Rossel
fon: 0041 79 217 98 74
mail: