
Markus Hoppe

Markus Hoppe

Elbsandsteingebirge

Route-Le Minimum

Rote Flüh -Spiderman-

Biographie 8c+

Großer Falkenweg
Markus Hoppe erreicht sein bisher bestes Weltcupergebnis
Walter Hölzler am 22.05.2006 - 20:48 Uhr
Dass Markus Hoppe aus Dresden schon einige Jahre zur absoluten Spitze der Deutschen Kletterer gehört, weiß eigentlich nur die Insiderszene. Im Jahre 2002 und 2005 wurde er Deutscher Bouldermeister. 2002 verpasste er knapp das Double und wurde hinter Christian Bindhammer auch noch Deutscher Vizemeister im Schwierigkeitsklettern. Seit mehreren Jahren nimmt er regelmäßig als Mitglied der deutschen Sportkletternationalmannschaft an Weltcupveranstaltungen teil. Mit Ergebnissen zwischen Platz elf und 15 machte er auch dort auf sich aufmerksam. Doch immer war er bisher einen "kleinen Schritt" vom Finale der besten acht Kletterer entfernt.
Nie verlor er den Willen und seinen Ehrgeiz, das große Ziel, in die absolute Weltklasse vorzudringen, aus den Augen. Beim ersten Schwierigkeitsweltcup in seiner Heimat am 21. Mai 2006 in Dresden sollte es endlich klappen. Mit Platz fünf bewies Markus Hoppe, dass er derzeit zu den Spitzenkletterern weltweit zählt.
In den Jahren 2002 bis 2004 war Markus unter meiner Obhut als Spitzensportler in der Sportfördergruppe der Bundeswehr in Sonthofen stationiert. Natürlich wollte sich der etablierte Elbsandsteinkletterer auch mal am Kalkfels der Alpen versuchen. Viel hatte er schon davon gehört, doch die Reise als junger Student war leider nicht finanzierbar.
Seine erste alpine Kletterroute hakte er an der berühmten Schüsselkarspitze im Wettersteingebirge ab. Die anspruchsvolle Linie "Super Nova" vom Gebietsspezialist Heinz Zack gehört mit 9/9+ zu den wirklichen Toprouten im Wetterstein und ist nicht gerade übermäßig abgesichert. Im Tannheimer Tal gelangen ihm auf Anhieb meine schwierigsten alpin Routen. "Ikarus" 9-, "Gelbfieber" 9- und "Spiderman" 9. Der jeweilige Rotpunktdurchstieg im ersten Anlauf fordere ihm zwar alles ab, doch die Grenze seiner Leistungsfähigkeit musste er selten antasten.
Im "Schweizer Dach" 9-/9 an der Westlichen Zinne Nordwand (Sextner Dolomiten) klemmte er sich in der fast nur mit Normalhaken gesicherten Route den Meniskus ein. Trotz heftiger Schmerzen ließ er sich auch diese on sight Begehung nicht nehmen. "Ich weiß ja nicht, wann ich hier mal wieder her komme", war seine Aussage am Gipfel mit Schmerz verzerrtem Gesicht. Statt einer anschließenden Begehung der "Diretissima" 8+ an der Großen Zinne Nordwand an einem Tag, musste er im Krankenhaus operiert werden.
Zu dieser Zeit gelangen ihm auch schwierigste Kletterrouten in verschiedenen Gebieten Europas bis zum Schwierigkeitsgrad 8c+ (11-).
Ich wünsche dem sympathischen Dresdner weiterhin viel Erfolg in seiner Karriere als Spitzenkletterer und freue mich immer wieder, wenn er bei uns im Oberallgäu sein Trainingslager aufschlägt und dabei nie vergisst, seine Freunde zu besuchen.
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