Patrouille des Glaciers: Faszination Rosablanche Couloir
Rolf Majcen am 05.04.2004 - 13:20 Uhr
Viele Stunden der Anstrengung vergehen ...
Die Dunkelheit ist seit vielen Stunden vorbei, der Start um Mitternacht in Zermatt, der eisige Sturm am Tete Blanche (3650m), der einem harte Schneekristalle ins Gesicht gejagt hat, diese unangenehme Mischung aus nassem Schweiß und Kälte. Das Seil ist bereits im Rucksack verstaut, der Riedmatten Pass mit seiner aufregenden Felspassage lange bewältigt, die ewig erscheinende Ebene zum Dix-Stausee passiert.
Rosablanche Couloir:
Doch noch immer hat die Patrouille des Glaciers eine Herausforderung zu bieten, eine Hürde, schmerzhaft und faszinierend zugleich: das Rosablanche Couloir! Es ist mythisch, eindrucksvoll, atemberaubend, umrahmt von wilder Felsszenerie, steil und eng. 600 Höhenmeter Aufstieg, großteils mit Ski am Rucksack geschnallt, muss man hinaufsteigen.
Ein besonderer Ort:
Eine Schneestufe folgt der anderen. Wenn die Mittagssonne erbarmungslos brennt, kommen auch noch Muskelkrämpfe auf. Das Couloir will nicht enden. Nur langsam kann man dem Talboden entkommen. Doch irgendwann nimmt jeder Teilnehmer plötzlich wahr, dass eine unglaubliche, bunte Kette beim Ausstieg auf knapp 3000 Meter über den Felsabbrüchen im Schnee zu liegen scheint. Es ist die Silhouette der Menschen in ihren farbigen Anoraks, Zuschauer, die hier, beim wohl eindrucksvollsten Streckenabschnitt der Patrouille des Glaciers auf dem Thron sitzen, der wie ein Adlerhorst in die Natur gebaut zu sein scheint.
Emotionen beflügeln:
Verschwunden ist das Gefühl der Anstrengung, denn eine geheimnisvolle Kraft treibt die Beine wieder an und es ist, als ob man der Scharte nun entgegenschweben würde, getragen von den Emotionen, die plötzlich auf einen einwirken. Dann ist man oben und jubelt mit den beiden Seilgefährten, denn die letzte Hürde auf dem langen Weg von Zermatt nach Verbier ist endlich geschafft. Was folgt, sind lange Abfahrten und ein kurzer Gegenanstieg und die Freunde, dem Ziel der Patrouille des Glaciers nun endlich sehr, sehr nahe zu sein.
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