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Streckenrekorde bei der Patrouille des Glaciers 2006 - DAV-Damenteam mit Podestplatz!

M2b Redaktion am 03.05.2006 - 14:00 Uhr

Die 12. Patrouille des Glaciers in den Walliser Alpen ist mit neuen Streckenrekorden erfolgreich beendet worden: Nach sechs Stunden, 18 Minuten und 48 Sekunden erreichte das französisch-italienische Siegerteam um Patrick Blanc, Stéphane Brosse und Guido Giacomelli das Ziel in Verbier und unterbot damit den Rekord auf der langen Strecke (Zermatt-Verbier, 53 Kilometer, 4.000 Meter Höhenunterschied) von 2004 um fast 13 Minuten.

Auch das zweitplatzierte Swiss Team um Didier Moret, Christian Pittex und Alexander Hug konnte die vor zwei Jahren aufgestellte Bestmarke mit einer Gesamtzeit von sechs Stunden, 27 Minuten und 54 Sekunden übertreffen.
Bei den Damen gewann das Swiss Team mit Catherine Mabillard, Séverine Pont und Gabrielle Magnenat in neuer Rekordzeit von acht Stunden, 15 Minuten und 50 Sekunden. Auf der kurzen Strecke von Arolla nach Verbier (26 Kilometer) schaffte das junge französische Team Français William Bon-Mardion, Nicolas Bonnet und Didier Blanc erstmals eine Zeit unter drei Stunden (zwei Stunden, 59 Minuten, 58 Sekunden) auf dieser Distanz.

"Start-Ziel-Sieg" für Blanc/Brosse/Giacomelli
Das größte Skitourenwettrennen der Welt wurde von Anfang an vom Trio Blanc/Brosse/Giacomelli dominiert. Nach dem ersten Stück zu Fuß konnte das Team schon einen Vorsprung von mehr als einer Minute auf die Schweizer Taramarcaz/Rey/Masserey herausholen. Jean-Daniel Masserey, krank in den Wettlauf gegangen, musste in Arolla schließlich aufgeben.
Der Kampf um Platz zwei wurde in der Folge zwischen den weiteren Schweizer Teams Yannick Ecoeur/Florent Troillet/Rico Elmer sowie Alexander Hug/Didier Moret/Christian Pittex fortgeführt. Am Ende erwies sich die Erfahrung von Hug, Moret und Pittex als entscheidend für den Gewinn der Silbermedaille. Ecoeur, Troillet und Elmer belegten den dritten Rang.

Gute Chancen auf Rang vier besaß zunächst das internationale Team Alex Lugger (AUT), Oliver Nägele (LIE) und Toni Sbalbi (FRA). Schlussendlich reichte es bei ihnen für Rang sechs.

Erster deutscher Podestplatz durch DAV Damenteam!
Bei den Damen konnte Catherine Mabillard ihren vierten Sieg (neunte Teilnahme) bei der Patrouille des Glaciers verbuchen, in diesem Jahr gemeinsam mit zwei der besten Frauen der "neuen Generation" - Gabrielle Magnenat und Séverine Pont. Ein anderes Favoritenteam musste hingegen schon bei Halbzeit der Strecke die Segel streichen: Nach hohem Zeitverlust beim ersten Aufstieg erfüllte das italienische Team um Francesca Martinelli, Roberta Pedranzini und Glorina Pellissier das Zeitlimit in Arolla nicht.

Den zweiten Platz bei den Damen holten sich die Französinnen Nathalie Bourillon, Veronique Lathuraz und Corinne Favre in einer Zeit von acht Stunden, 47 Minuten und 46 Sekunden. Mit Rang drei machte schließlich das DAV-Team um Judith Grassl, Stefanie Koch und Silvia Treimer den ersten deutschen Podestplatz in der Geschichte der Patrouille des Glaciers perfekt. Ihre Zeit: Neun Stunden, 18 Minuten und 47 Sekunden.

Das Abschneiden der deutschen Starter
Die deutschen Athleten dürfen sich insgesamt über gelungene Auftritte bei der Patrouille des Glaciers 2006 freuen. Besonders erfreulich natürlich ist der Podestplatz des DAV Damenteams. Dabei wurde das Trio erst sehr spät für die Patrouille nominiert und konnte keine optimale Vorbereitung absolvieren. Zunächst wurde ihnen ein wildcard-Startplatz für Freitag, 22:00 Uhr, zugeteilt, was ein fast vollständiges Laufen in der Dunkelheit bedeutet hätte. Auf Bitten des DAV konnten Koch, Grassl und Treimer dann um 01:00 Uhr ins Rennen gehen - eine optimale Startzeit. Während des Wettlaufes ergänzte sich das Trio sehr gut. Von Vorteil war auch, dass Treimer die Strecke in der Woche zuvor bereits komplett besichtigen konnte.

Höchst zufrieden mit ihrem Abschneiden waren auch Toni Steurer, Franz Grassl und Martin Echtler vom DAV Herrenteam I. Mit neuer deutscher Bestzeit erreichte man nach sieben Stunden, zehn Minuten und 57 Sekunden als Siebter das Ziel. Insgesamt lief es sehr gut bei den Dreien, wenn gleich jeder seinen kleinen Tiefpunkt erlebte: Ein etwas schwererer Sturz von Grassl, ein kurzer Durchhänger von Steurer im Rosablanchecouloir und ein fast zu schnelles Anfangstempo für Echtler auf die Tete Blanche. Wie es sich aber für eine Seilschaft gehört, half man sich immer gegenseitig, was der Schlüssel für diesen hervorragenden Platz war. Laut Echtler wäre beim nächsten Mal eine Zeit unter sieben Stunden möglich - vorausgesetzt, die Betreuung läuft wieder so optimal und die Streckenverhältnisse sind gut.

Immer noch unter acht Stunden kam das DAV Team II mit Georg Nickaes, Tim Stachel und Wolfgang Palzer in sieben Stunden, 58 Minuten und 42 Sekunden in Verbier an und belegte Platz 17. Dabei legte der Top-Allrounder Palzer ein taktisch kluges Tempo auf die Tete Blanche vor und sein alpines Gespür kam ihm in der Dunkelheit zu Gute. Nickaes trug immer das Seil, immerhin 1,9 Extrakilogramm, was sich am Ende des Rennens spürbar machte. Stachel ergänzte das Team sehr gut, obwohl er beim Rosablanche-Couloir etwas "Federn lassen musste". Nickaes meinte, die "Sieben" auf der Stoppuhr sei das Ziel gewesen und dieses wurde erreicht. Ob er noch einmal die PDG laufen wird, wisse er indes nicht - die Anstrengung sei einfach brutal, und ebenso die Vorbereitung...

Fazit
Die 12. Patrouille des Glaciers vom 26. bis zum 30. April konnte mit sehr guten Schnee- und Wetterbedingungen, über 3.700 Teilnehmern (und einer Warteliste von mehr als 1.000 Rennern) sowie einer perfekten Organisation aufwarten. Insgesamt schafften 132 Patrouillen am Freitag (1. Start Donnerstag auf Freitag) und 229 Patrouillen am Samstag (2. Start Freitag auf Samstag) die lange Strecke über 110 Leistungskilometer von Zermatt nach Verbier. Die kurze Strecke von Arolla nach Verbier über 53 Leistungskilometer absolvierten 321 beziehungsweise 404 Dreier-Teams erfolgreich.

Vollständige Ergebnislisten
Start- und Ranglisten sind unter www.pdg.ch einsehbar.

Hintergrundinfos
Infos rund um die Geschichte der Patrouille des Glaciers, das diesjährige Streckenprofil und die Organisation des Rennens erhalten Sie in der Vor-Berichterstattung auf Mountains2b.com.

Quellen
www.pdg.ch
www.alpenverein.de
www.skimountaineering.org
www.sac-cas.ch
www.astc.at

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