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Von der Idee bis zur Expedition

M2b Redaktion am 13.02.2007 - 15:33 Uhr

Die Idee zur Arctic Summits Expedition entstand 2005. Danach musste das Vorhaben geplant werden. Zahlreiche Genehmigungen galt es zu beantragen und im Training mussten die nötigen körperlichen Voraussetzungen geschaffen werden.

Planung:
Die Idee für die Arctic Summits Expedition wurde im Dezember 2005 geboren. Mit der Festlegung des Expeditionszeitraumes auf April/Mai 2007 verblieben Georg Csak und Dominik Rind damit 16 Monate zur Planung und Vorbereitung ihres Vohabens. Auch wenn dies lang erscheint, ist dieser Zeitraum in Anbetracht der Komplexität der Expeditionsvorbereitungen keinesfalls zu großzügig bemessen, denn die Expedition ist von Grund auf selbst organisiert. Inklusive der nicht zu vernachlässigenden Nachbereitung wird die Expedition zwei Jahre lang einen Großteil der Zeit der Expeditionsteilnehmer in Anspruch nehmen.

Grundsätzlich haben sie ihren Projektplan in acht Phasen gegliedert, welche sich zeitlich überlappen und jeweils eine Vielzahl von arbeitsintensiven Unterpunkten beinhalten:
- Konzeption und Durchführbarkeitsanalyse
- Präsentation und Sponsorengewinnung
- Detailplanung
- Genehmigungsverfahren
- Ausrüstungszusammenstellung
- Training und Ausrüstungstests
- Expeditionsdurchführung
- Nachbereitung

Genehmigungen:
Eine Expedition auf Grönland bedarf einer Genehmigung des Danish Polar Center in Kopenhagen. Zur Erteilung des Permits müssen folgende Nachweise und weitere Genehmigungen vorgelegt werden.

Versicherungsnachweis
Eine Such- und Rettungsaktion in der Arktis kann enorme Kosten verursachen. Aus diesem Grund schreibt das Danish Polar Center den Abschluss einer Expeditionsversicherung mit einer garantierten Deckungssumme von 1.000.000 DKR (ca. 134.000 EUR) zwingend vor.

Radio License
Das Mitführen eines zertifizierten Notsenders (PLB) ist für Expeditionen abseits bewohnter Gebiete ebenfalls vorgeschrieben. Dafür wird eine Radio License der TELE Greenland benötigt. Diese wiederum wird erteilt, wenn eine gültige Funklizenz, und das Herstellerzertifikat sowie gegebenenfalls der Registrierungscode des PLB (bei 406 MHz Geräten) vorgelegt werden.

Fire Arm Permit
Je nach Region muss mit der Begegnung von Eisbären gerechnet werden. Für den äußersten Notfall und als letztes Mittel der Verteidigung wird durch das DPC das Mitführen eines Gewehrs dringend empfohlen. Dies Bedarf der Genehmigung des Chief Constable of Greenland, P.O. Box 1006, DK 3900 Nuuk, Greenland.

Desweiteren sind die Zoll-, Polizei- und Telekommunikationsbestimmungen der Drittländer, durch welche die Anreise erfolgt, sowie die des Heimatlandes zu berücksichtigen. Dies gilt insbesondere für die Funkausrüstung und den Waffentransfer. Beides bedarf weiterer Bewilligungen.

Das Genehmigungsverfahren ist in seiner Gesamtheit mit einem erheblichen Aufwand verbunden. Der rechtzeitige Beginn aller Beantragungen - deutlich vor der 3-Monats-Deadline der Antragstellung beim DPC - kann nur dringend empfohlen werden.

Voraussetzungen:

Kondition
Grundvoraussetzung für die Expedition sind eine solide Kondition. Csak und Rind planen mit einer durchschnittlichen Marschleistung von 20 km pro Tag in flachem und welligem Gelände und einer Höhendifferenz von 1.200 bis 2.000 Höhenmeter pro Tag bei unseren Bergbesteigungen. Dabei gilt es im Flachen einen Schlitten von circa 85 kg zu ziehen und am Berg einen Rucksack von 25 kg zu tragen. Die durchschnittliche Tagesleistung soll einer Zehn-Stunden-Tour entsprechen.

Technik
Unsere Bergbesteigungen in Grönland werden reine Gletscher- und Eistouren sein. Die technischen Schwierigkeiten werden dabei meist im Schwierigkeitsgrad AD (ziemlich schwierig, Eis bis 50 Grad) liegen. Zur Überwindung der langen Anmarschwege werden im Flachen bei günstigen Winden Kites eingesetzt. Voraussetzung hierfür ist der sichere blinde Umgang mit den Kites auf Skiern.

Weitere
Während die zu erwartenden Anstrengungen in den Bergen Grönlands beachtlich sein werden, erfordern die verglichen mit dem Himalaja oder den Anden eher niedrigen Höhen (bis zu 3.700 m) für den normalen Alpenbergsteiger keine besondere Akklimatisation. Ein besonderes Augenmerk gilt jedoch den Umständen der völligen Abgeschiedenheit und der permanenten Kälte. Diese stellen nicht nur besondere Anforderungen an das Material, die logistische Planung sowie die körperliche Leistungsfähigkeit sondern in besonderem Maße auch an die psychische Belastbarkeit der Gruppe. Letzteres darf bei einer Expedition fernab jeglicher Zivilisation keinesfalls unterschätzt werden. Csak/Rind sind froh, dass sie als eingespieltes Team auf mehrere Jahre gemeinsamer Grenzerfahrungen zurückblicken können und in Bezug auf die Homogenität des Teams nicht ein Experiment à la Messner und Fuchs eingehen müssen.

Training

Kondition
Unser "normaler" Lebensstil beinhaltet ein gehöriges Maß an Ausdauertraining. Für die Expedition werden wir dies nochmals steigern. Ausgedehnte Rennradtouren (100 km bis 200 km), sowie permanentes Lauftraining sollen bereits ein Jahr zuvor für eine solide Grundausdauer sorgen. Über den Winter werden ausgedehnte Skitouren in den Alpen unternommen, sowie unsere Muskulatur an das Ziehen der schweren Schlitten gewöhnen. Sie hoffen dabei nicht allzu merkwürdige Blicke zu ernten, wenn sie sich mit einer Pulka hinter sich durchs verschneite Oberbayern bewegen werden.

Technik
Ihr alpines Training wird Hochtouren im Sommer und Herbst sowie ausgedehnte Skitouren im Winter und Frühjahr umfassen. Auf dem Plan stehen Glocknergruppe, Monte Rosa und Berner Oberland. Ziel hier ist das Festigen der technischen Fertigkeiten im steilen Firn und Eis. Die Nutzung der Windkraft zur Fortbewegung mit den Kites ist für sie technisches Neuland. Im Herbst begannen sie deshalb mit dem Kite-Training. Im Winter sollte das Kiten auf Skiern und in der Folge auch das Kiten auf Skiern mit einer Pulka hinter sich erlernt werden.


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