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Anatoli Boukreev (1948 - 1997)

Anatoli Boukreev

Mount Everest

Mount Everest

Der Gipfel des Mount Everest

Mount Everest

Cho Oyu

Cho Oyu

Portrait Anatoli Boukreev

Thomas Mitterer am 27.05.2004 - 12:30 Uhr

Anatoli Boukreev zählte zu den besten russischen Bergsteigern und zu einem der bemerkenswertesten Alpinisten überhaupt. Im Dezember 1997 wurde Anatoli Boukreev während der Besteigung des Annapurna von einer Lawine getötet.

Zahllose Gipfel
Der Russe stand allein auf dem Everest vier Mal, über 30 Siebentausender stehen in seinem Gipfelbuch. 1996 zählte er zu den Überlebenden der Everest-Tragödie.

Elf Achttausender
Boukreev bestieg elf der 14 Achttausender. Wenn nicht anders notiert, wurden alle der folgenden Gipfel ohne Flaschensauerstoff bestiegen.

Auszug aus dem Gipfelbuch
- 1970 Erste Bergtouren im Ural
- 1974 Erste Erfahrungen mit dem Höhen-Bergsteigen im Tien-Shan (5000 Meter)
- 1980 Peak Lenin, 7137 Meter; erster Siebentausender
Peak Communismus, 7495 Meter
- 1981-1993 Über dreißig Gipfel über 7000 Meter.
Zweihundert Besteigungen im Tien Shan, Pamir und im Kaukasus mit dem Kletterteam der USSR und Kasachstan.
- 1987 Peak Lenin in 14 Stunden vom Basislager zum Gipfel und wieder zurück.
- 1988 Erste Überschreitung des Pobeda-Massivs vom Westgipfel zum Peak Topografov.

1989
- 15. April: Kanchenjunga, 8556 Meter über eine neue Route
- 30. April bis 2. Mai: Kanchenjunga, 8556 Meter über neue Route. Erste Überschreitung der vier über 8000 Meter hohen Gipfel des Kanchenjunga-Massivs (Ylung-Khang bis Südgipfel). Gebrauch von Flaschensauerstoff auf Anweisung des Expeditionsleiters.

1990
- Februar: Peak Pobeda, 7400 Meter, erste Winterbesteigung
- April: Mt. McKinley. Geführte Besteigung, erste geführte Tour über die Cassin-Grat Route
- Mai: Mt. McKinley, erste Solobesteigung von Westen in zehneinhalb Stunden
- August: Khan Tengri, 7005 Meter, erste Solo Speed Besteigung; Peak Pobeda, 7400 Meter, erste Solo Speed Besteigung

1991
- 10. Mai: Dhaulagiri, 8176 Meter. Neue Route durch die Westwand, erste Himalaya-Expedition aus Kasachstan
- 7. Oktober: Mt. Everest, 8848 Meter. Aufstieg über den Normalweg. Erste Russisch-amerikanische Expedition.

1993
- 14. Mai: Mt. McKinley. Geführte Tour mit einem 70-jährigen Amerikaner
- 1. bis 3. Juli: K2, 8611 Meter, Internationale Deutsche Expedition
1994
- 29. April: Makalu, 8460 Meter. Geführte Tour auf den ersten Gipfelturm
- 15. Mai: Makalu, 8476 Meter. Besteigung des Hauptgipfels in 46 Stunden

1995
- 17. Mai: Mount Everest, 8848 Meter. Aufstieg über den Nordgrat
- 30. Juni: Peak Abai, 4010 Meter. Führung für den Präsidenten von Kasachstan
- 8. Oktober: Dhaulagiri, 8176 Meter, Besteigung in 17 Stunden und 15 Minuten
- 8. Dezember: Manaslu, 8156 Meter. Winterbesteigung

1996
- 10. Mai: Mount Everest, 8848 Meter. Normalweg
- 17. Mai: Lhotse, 8505 Meter. Alleingang in 21 Stunden und 16 Minuten
- 25. September: Cho-Oyu, 8201 Meter Nordflanke, Alleingang
- 9. Oktober: Shisha Pangma, 8008 Meter, Alleingang

1997
- 23. April: Mount Everest, 8848 Meter, Bergführer der indonesischen Everest Expedition. (mit Flaschensauerstoff)
- 23. Mai: Lhotse, 8505 Meter
- 7. Juli: Broad Peak, 8047 Meter, Alleingang
- 14. Juli: Gasherbrum II, 8035 Meter. Alleingang in 9,5 Stunden vom Camp (5800 Meter) zum Gipfel
- Im Dezember 1997 wurde Anatoli Boukreev während der Besteigung der Annapurna von einer Lawine getötet.

Touren als professioneller Führer
- 1997 Kletterführer bei der Nationalen Everest Expedition von Indonesien
- 1996 Bergführer der Mount Everest Expedition von Mountain Madness, Seattle Washington
- 1995 Bergführer der Mount Everest Expedition von tibetanischer Seite, Edinburgh, Schottland
- 1994 Kletterführer für Condor Adventures, Denver, Colorado
- 1990 Kletterführer am Mt. McKinley, Fantasy Edge Mountain Guides, Telluride, Colorado
- 1990 bis 1996 Bergführer im Tien-Shan und Pamir
- 1982 bis 1993 viele Aufgaben als Ausbilder und Leiter in Kasachstan

Rekorde und Auszeichnungen
- 1997 David Sowles Award für seinen Einsatz bei der Rettungsaktion am Everest im Mai 1996.
- 1996 Lhotse-Besteigung in Rekordzeit: 21 Stunden und 16 Minuten vom Basislager zum Gipfel.
- 1995 Dhalagiri-Besteigung in Rekordzeit: 17 Stunden und 15 Minuten vom Basislager zum Gipfel.
- 1990 Peak Pobeda (erste Winterbesteigung, erste Solo-Speed-Besteigung), Khan Tengri (erste Solo-Speed-Besteigung), Mt. Elbrus (Rekordbesteigung in 1:40 Std.
- 1989 Erster Platz beim Mt. Elbrus Speed Ascent, 5642 Meter, "Master of Sport with Honors and Order of Personal Courage", ausgezeichnet durch den damaligen Präsidenten der UdSSR Gorbatschow.

Ausbildung
- 1979 Abschluss (Bachelor) in Physik an der Chelabinsk Universität für Pädagogik in Chelabinsk, Russland.
- 1979 Abschluss als Lehrer für Cross-Country Skiing an der Chelabinsk Universität für Pädagogik in Chelabinski, Russland.
- 1975 Abschluss an der High-School Korkino, Russland.

Bücher
- 'Der Gipfel. Tragödie am Mount Everest': (Weston Dewalt als Ko-Autor), Taschenbuch - 300 Seiten (1998) Heyne München; ISBN: 345315052X, interessant geschrieben, eine der besten Schilderungen der 96er-Tragödie!
- 'Über den Wolken. Aus den Tagebüchern eines Extrem- Bergsteigers': Broschiert - 288 Seiten (2003) - Heyne, ISBN: 3453861264


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