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Cover: "Zwei Esel auf dem Jakobsweg"

"Zwei Esel auf dem Jakobsweg"

M2b Redaktion am 27.10.2005 - 12:00 Uhr

Nicht erst seit Papstwahl und "Benedetto"-Anfeuerungsrufen erlebt die Massenbewegung des Mittelalters eine unerwartete Renaissance: Immer mehr Menschen werden zu Pilgern, immer mehr Menschen begeben sich auf Wallfahrt. Nach Rom oder Moresnet. Nach Lourdes oder Kevelaer. Oder – besonders populär – nach Santiago de Compostela, wo sich das Grab des Apostels Jakobus befinden soll.

In der Tradition Franz von Assisis
Die meisten erwandern den Jakobsweg, viele nehmen auch das Rad, ein paar Exzentriker jedoch wollen es besonders authentisch und wählen in der Tradition Franz von Assisis einen Esel als Begleiter. So wie der englische Reisejournalist Tim Moore, hierzulande vor allem durch seinen Tour-de-France-Selbstversuch "Alpenpässe und Anchovis" bekannt. In "Zwei Esel auf dem Jakobsweg" erzählt er nun, was passiert, wenn ein recht unbeholfener Mann versucht, durch ein sehr großes Land zu laufen, und dabei ein ziemlich großes Tier an seiner Seite hat, das dazu nur äußerst wenig Lust verspürt.

Das etwas andere Pilgerbuch
Tim Moore ist erneut ein urkomischer Reisebericht gelungen, der aberwitzige Erlebnisse und historische Anekdoten in trockenem Humor vereint. Das etwas andere Pilgerbuch – lustig, warmherzig, inspirierend.

Keinerlei Kompromisse
In Begleitung eines französischen Esels namens Shinto begibt sich Tim Moore auf heiliges spanisches Terrain, um auf historischen Pfaden zu den vermeintlichen Gebeinen St. Jakobs in der Kathedrale von Santiago de Compostela zu wandeln. Ohne ein Wort Spanisch zu sprechen. Ohne auch nur etwas Talent im Umgang mit dem einzigen Nutztier zu haben, das keinerlei Kompromisse kennt. Aber ausgestattet mit einem Pilgerführer aus dem zwölften Jahrhundert, ein paar Eseltipps des "Schatzinsel"-Autors Robert Louis Stevenson und der vagen Hoffnung, das Abenteuer Jakobsweg könne das pechschwarze Krebsgeschwür des Zynismus austreiben, das seit Jahren an seiner skeptischen Seele frisst.

Ungleiches Duo
Ob sie an innerstädtischen Zebrastreifen für einen Ausbruch plötzlicher "Shintomanie" sorgen oder deutschen Politessen durch eine von der Sonne versengte Ebene hinterherschlurfen, das ungleiche Duo weiß immer wieder aufs Neue ein Lächeln auf das Gesicht der Einheimischen am Wegesrand zu zaubern. Und nicht aus jedem Grinsen spricht nur der scham- und verständnislose Spott.

Die längste Psychiater-Couch der Welt
Der Jakobsweg erwartet Moore mit dauerhaft extremem Wetter, dem ständigen Kampf wider den tierischen Starrsinn und mit unglaublich durchgelegenen Mehrstockbetten in überfüllten Schlafsälen. Und im Laufe der mehr als 800 Kilometer Fußmarsch erfährt der Mann, der sich mit einer ganzen Reihe illustrer Reiseabenteuer einen Namen als charmantes Lästermaul gemacht hat, am eigenen Leib: Diese Wallfahrt ist für die multinationale Combo von Exzentrikern, die den Mythos Santiago mit zumeist verschrobener Inbrunst am Leben hält, längst kein Unternehmen gottergebener Selbstkasteiung mehr. Moore entdeckt den Jakobsweg vielmehr als längste Psychiater-Couch der Welt.

Der Autor
Tim Moore wurde 1964 in Chippin Norton geboren. Nach einem unter suspekten Umständen beendeten Studium fand er einen Job als Journalist: Er verdiente seinen Lebensunterhalt, indem er Menschen interviewte, von denen er nie zuvor etwas gehört hatte, und über Themen schrieb, von denen er nicht die geringste Ahnung hatte.

1998 schiffte er durch Zufall zu einer Seereise in die Arktis ein. Das Resultat war "Frost on my Moustache", ein allseits mit Beifall aufgenommener Reisebericht, der seinen Titel verzeihenswerter Weise einem nicht ganz jugendfreien Witz verdankte. Es folgte "Continental Drifter", ein Buch, in dem sich Tim Moore auf die Spuren der ersten Touristen macht.

Dann setzte sich Tim Moore aufs Rennrad und nahm seine Leser mit auf eine exzentrische Abenteuerfahrt über die "Alpenpässe und Anchovis" der Tour de France. Zuletzt legte er mit "Do Not Pass Go" eine Geschichte der Stadt London vor – gesehen aus der Perspektive der 22 Straßen auf dem Monopoly-Spielbrett. Tim Moore berichtet von seinen Reisen auch für den "Daily Telegraph", den "Observer", die "Sunday Times", "Esquire" und "Conde Nast Traveller".
Er lebt mit seiner Frau und einer ganzen Menge Kinder im Westen von London.

Steckbrief
- Erscheinungsdatum: September 2005
- Broschur, 379 Seiten
- Format: 21 x 14,8 Zentimeter
- Preis: 14,80 Euro
- ISBN: 3-936973-18-0

Leseprobe
Eine Leseprobe ist in Form eines PDF-Dokumentes unter dem Text verlinkt.

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Quelle und Kontakt
Covadonga Verlag
Rainer Sprehe
Spindelstr. 58
D-33604 Bielefeld
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