Französischer Doppelerfolg bei der 33. Sci Alpinistica Dolomiti di Brenta
M2b Redaktion am 17.04.2007 - 13:00 Uhr
Mit einem französischen Doppelsieg durch William Bon Mardion und Laetitia Roux ging der diesjährige Weltcup Single am 15. April 2007 in Madonna di Campiglio zuende. Die Gesamtwertung schloss das italienische Duo Dennis Brunod und Roberta Pedranzini auf dem ersten Platz ab.
Drei Anstiege, zwei Abfahrten
Das traditionsreiche Rennen "Sci Alpinistica Dolomiti di Brenta" kam in seiner 33. Auflage am Sonntag erstmals zu Weltcup-Ehren, und man durfte gleich das Finale der Single-Serie 2007 - nach den Weltcups "Traca Catalane" in Frankreich und dem "Dachstein Xtreme" in Österreich - im Trentino austragen. Für die 50 am Weltcup teilnehmenden Damen und Herren galt es bei diesem Wettkampf, eine Strecke von 16,5 Kilometern Länge zu überwinden. Enthalten waren drei Anstiege mit einer Höhendifferenz von 1.864 Metern, sowie zwei Abfahrten von rund 1.500 Metern.
Athleten hoch motiviert
Vor dem Rennen konnten sich sowohl bei den Damen als auch bei den Herren mehrere Athleten Hoffnungen auf den Gesamtsieg im Weltcup machen, so denn das Ergebnis in Italien stimmen würde. Dazu zählten zuvorderst Dennis Brunod (ITA), Florent Troillet (SUI), Manfred Reichegger (ITA) sowie Gloriana Pellissier (ITA), Roberta Pedranzini (ITA), Laetitia Roux (FRA) und Francesca Martinelli (ITA) - entsprechend motiviert ging es beim Saisonabschluss zur Sache.
Bon Mardion erkämpft sich den Sieg
Nach dem Start des Rennens übernahm der Franzose Patrick Blanc zunächst die Führung, und stieg als Erster zum Gipfel des Cima Grostè (2.850 Meter) auf - gefolgt vom Schweizer Florent Troillet und den Italienern Dennis Brunod und Manfred Reichegger. Am Cima Sella setzte sich dann das italienische Duo in Front - vor Patrick Blanc und dessen Landsmann William Bon Mardion, der sich mittlerweile bis auf Position vier vorgekämpft hatte. Die Entscheidung des Rennens fiel schließlich in der letzten Abfahrt: dank seiner exzellenten Technik gelang es Bon Mardion, den Tagessieg in einer Zeit von 1:50:53 h zu erringen - knapp vor Dennis Brunod, der zehn Sekunden später nach 1:51:03 h das Ziel überquerte. Als Dritter folgte Manfred Reichegger (1:51:45 h).
Laetitia Roux nicht zu schlagen
Bei den Damen wurde das Rennen zu einer - abermals - beeindruckenden Show von Laetitia Roux: die 22-jährige Französin, noch für die Espoirs startberechtigt, führte den Wettkampf von Anfang bis Ende souverän an. Die Ziellinie überquerte sie nach 2:12:22 h; sieben Minuten vor der Zweitplatzierten Italienerin Roberta Pedranzini (2:19:29 h). Dritte wurde Gloriana Pellisier (ITA, 2:24:16 h). Als einzige deutsche Athletin war Silvia Treimer am Start- sie wurde mit einer Zeit von 2:45:29 h Zehnte.
Krönung einer erfolgreichen Saison
Beide Sieger, Bon Mardion und Roux, konnten mit diesem Erfolg ihre überaus guten Saisons abschließen. Besonders zuletzt trumpfte das französische Duo groß auf: beim Weltcup am Dachstein wurde Bon Mardion Zweiter, bei der EM im eigenen Land gewann er Bronze im Einzel und Silber im Team. Laetitia Roux war bei ihren letzten Einsätzen überhaupt nicht zu schlagen - sie gewann das Dachstein Xtreme, und holte bei der EM Gold im Einzel und im Vertical Race (beides bei Espoirs und Senioren).
Gesamtsiege gehen nach Italien
Die Weltcup-Gesamtsiege 2007 gingen aber dennoch an zwei andere Athleten: mit je 285 Punkten platzierten sich der Italiener Dennis Brunod und seine Landsfrau Roberta Pedranzini im Ranking ganz vorne. Beide konnten in der Weltcup-Serie je einen Sieg, einen zweiten und einen dritten Platz einfahren. Auf den weiteren Rängen folgen Manfred Reichegger (ITA, 271) und Florent Troillet (SUI, 264), beziehungsweise Gloriana Pellissier (ITA, 280) und Laetitia Roux (FRA, 276).
Weitere Infos
Im Mountains2b-Eventspecial Weltcups Skibergsteigen 2007 finden Sie Infos zu allen Weltcup-Veranstaltungen dieser Saison.
Rennbericht aus österreichischer Sicht - verfasst von Karl Posch:
"Am vergangenen Sonntag ging in Italien das letzte Weltcup-Rennen der laufenden Saison im Tourengehen über die Bühne. Im berühmten Skiort Madonna di Campiglio galt es, bei strahlendem Sonnenschein eine Wettkampfstrecke von 16,5 Kilometern zu bewältigen.
Höchst erfreulich: auch drei Österreicher waren am Start: Urgestein Alex Lugger, der frisch gebackene Österreichische Meister Andi Ringhofer und der 16-jährige Martin Walder aus Ausservillgraten reisten nach Italien. Walder, der in der vergangenen Saison das erste Mal auf sich aufmerksam gemacht hatte, wollte sich dem internationalen Vergleich noch einmal stellen - sehr lobenswert, schließlich ist der Nachwuchs in Österreich wichtig, um in der Zukunft punkten zu können.
Nachdem unsere Österreicher schon am Freitag angereist waren und die Strecke inspiziert hatten, lief das Rennen dann sehr gut. Den Start erwischten alle gut; beim ersten Anstieg war Ringhofer in der Spitzengruppe mit dabei, Lugger in der Verfolgergruppe. Im Laufe der ersten Abfahrt und des zweiten Anstieges drehte sich das Bild der Österreicher um, und schließlich beendete Lugger das Rennen als Achter, Ringhofer als Elfter.
Als Sieger gingen einmal mehr die Franzosen Laetitia Roux bei den Damen und Wiliam Bon Mardion bei den Herren über die Ziellinie. Beachtlich die Zeiten unserer Österreicher: die Siegerzeit von Bon Mardion lag bei 1:50:53 h, Lugger markierte 1:55:55 h, Ringhofer 1:58:06 h. Unser Nachwuchsathlet im Tourenski-Rennsport, Martin Walder, belegte in der offenen Klasse der Jugendlichen den hervorragenden vierten Rang.
Im Single-Weltcup, der mit diesem Rennen abgeschlossen wurde, sind nun zwei Österreicher gelistet: in der Klasse Senior Alex Lugger als Fünfter, in der Klasse Espoir Wolfgang Krenn als Zehnter. Im Europacup ist Martin Walder in der Klasse Cadet als 14. gelistet. Wenngleich unsere Sportler aus der Alpenrepublik immer noch nur beschränkt an internationalen Bewerben mitwirken können, so zeigen diese Ergebnisse doch eines: es gibt riesiges Potential!"