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Jonas Baumann

Angelica Lind (SWE)

Johannes Lau

Juliane Wurm

Stefan Danker

Lisa Knoche

Luisa Neumärker

Großes Kletterwochenende in Heilbronn bringt viele Entscheidungen

M2b Redaktion am 05.03.2007 - 15:30 Uhr

Die nationale Wettkampfsaison ist mit einem Super-Wochenende am 03. und 04. März in Heilbronn weiter gegangen: Mit dem Deutschen Bouldercup und dem Deutschen Speedcup am Samstag, sowie der Deutschen Jugend-Bouldermeisterschaft am Sonntag, standen gleich drei spannende Entscheidungen und hochkarätiger Klettersport in der kletterarena auf dem Programm.

Die Sieger
Den zweiten Bewerb im Rahmen des Deutschen Bouldercups konnten Angelica Lind (Allgäu-Immenstadt), die ihren ersten Deutschlandcup überhaupt bestritt, sowie der amtierende Deutsche Bouldermeister Jonas Baumann (Wuppertal) für sich entscheiden. Juliane Wurm (Wuppertal) und Johannes Lau (Frankenthal) gewannen am Abend den Auftakt des Deutschen Speedcups.

Die neuen Deutschen Jugend-Bouldermeister heißen Luisa Neumärker (SBB) und Lars Proske (Bielefeld) in der Kategorie Jugend A, sowie Lisa Knoche (Freising) und Stefan Danker (Landshut) bei Juniorinnen und Junioren.


  • Deutscher Bouldercup


  • Wichtige Entscheidungen
    Knapp 60 Teilnehmer waren beim Bouldercup in Heilbronn zugegen. Zum einen war diese zweite Etappe der Cup-Serie wichtig für den Weg zur Deutschen Meisterschaft 2007, zum anderen ging es für den Deutschen Boulderkader um die Tickets zur EM 2007, die in zwei Wochen in England stattfinden wird.

    Wiederum für andere ging es darum, Wettkampfluft auf nationaler Ebene zu schnuppern, und sich auf die geforderten Leistungsansprüche einzustellen. Aus dieser Mixtur von Zielen wurde ein anspruchsvoller und spannender Wettkampf, dem die Sektion Heilbronn und die kletterarena einen sehr schönen und bestens organisierten Rahmen gab.

    Anspruchsvolle Qualifikation
    Die Routenschrauber um Bundestrainer Christoph Finkel und Philipp Magin platzierten den Teilnehmern in der Qualifikation einige schwere Probleme in die Boulderwände der Kletterarena.

    Es entstand ein richtiges Boulder-Happening, bei dem auch die Besten ins Schwitzen kamen. Zwar wurden alle Boulder geklettert, den schwersten der gesamten Herren-Quali konnte allerdings nur Markus Hoppe (SBB) bewältigen. So waren alle Teilnehmer bis zum Ende der zweistündigen Qualifikationszeit gut beschäftigt, um einen der 20 Halbfinalplätze zu ergattern.

    Für die zehn teilnehmenden Damen war die Qualifikation hingegen eher eine Art Warm-Up, denn sie zogen so oder so allesamt ins Halbfinale ein.

    Boulderkader in beachtlicher Form
    Nach ihrer schwierigen Qualifikation fanden die Herren dann vergleichsweise einfache Halbfinalboulder vor, so dass es nun darauf ankam, alle Boulder in möglichst wenigen Versuchen zu klettern. Die sechs Finalplätze ergatterte schlussendlich der gesamte Boulderkader, der sich - ob der Entscheidung um die EM-Teilnahmen - extrem motiviert und bestens in Form präsentierte.

    Im Finale waren die Boulderprobleme dann erneut einen Tick zu leicht, so dass es auch bei dieser Entscheidung wenige Versuche ging. Am Ende stand der amtierende Deutsche Meister Jonas Baumann (Wuppertal) als Sieger fest, denn ihm waren als einzigem alle vier Boulder im ersten Versuch gelungen.

    Peter Würth (Ludwigshafen) meldete sich mit dem zweiten Platz in der nationalen Spitze zurück, während Markus Hoppe (SBB) ganz knapp Dritter wurde, sich aber in bestechender Form präsentierte.

    Auch Andre Borowka (SBB) und Aric Merz (Schwäbisch Gmünd) schafften alle vier Boulder, und benötigten wie Markus Hoppe sechs Versuche dafür - was die knappe Entscheidung und die Leistungsdichte der Herren unterstreicht. Karsten Borowka (SBB) ließ es, als er für sich keine Siegeschance mehr sah, etwas ruhiger angehen: Er wurde Sechster mit zwei komplett gekletterten Bouldern.

    Erste Teilnahme - erster Sieg!
    Die Damen fanden im Halbfinale sehr selektive Routen vor - und hier kam es zu kleineren Überraschungen bei den Finalteilnahmen: So erreichten Luisa Neumärker (SBB) und Sonja Schade (Bielefeld) die Runde der letzten Sechs dieses Mal nicht.

    Dafür zeigte sich ein neues Gesicht im Wettkampfgeschehen: Angelica Lind, die für die Sektion Allgäu-Immenstadt am Start war. Ihr gelangen drei der vier Finalboulder, so dass sie am Ende gar auf dem obersten Treppchen stand. Zweite in der Damenwertung wurde Juliane Wurm (Wuppertal; auch drei Boulder, aber neun Versuche), Dritte die Siegerin des Auftaktbewerbes in München, Julia Winter (SBB; zwei Boulder in drei Versuchen).


  • Deutscher Speedcup


  • Spannende Vertikalsprints
    Im Anschluss an den Bouldercup fand dann der Auftakt zum Deutschen Speedcup statt. Die Disziplin wird mittlerweile in einer eigenen Serie vom DAV veranstaltet, und ab diesem Jahr wird zum ersten Mal ein Preisgeld ausgelobt.

    Bei den Damen lässt die Teilnehmerzahl noch zu wünschen übrig - dennoch kam es zu einem spannenden Finish im Finale. Juliane Wurm (Wuppertal) setzte sich mit zwei gleichmäßig schnellen Routen (je circa 18,5 Sekunden) gegen Lisa Knoche (Freising) durch. Dritte wurde Jule Winter (SBB) im kleinen Finale gegen Gerlind Scholich (SBB).

    Knapp 1,3 Meter pro Sekunde
    Die schnellsten Herren (Johannes Lau, Matthias Conrad, Jonas Baumann) kletterten die 14 Meter hohe Route in etwas über elf Sekunden: macht knapp 1,3 Meter pro Sekunde. Nicht vielen gelingt es, eine Leiter in diesem Tempo hoch zu klettern.

    Für Spannung war auch gesorgt. Als Johannes Lau (Frankenthal) im Finale nach der ersten Route knapp eine Sekunde hinter Matthias Conrad (Zweibrücken) lag, schienen die Chancen nicht mehr sehr groß zu sein. Lau machte jedoch seinem Namen als erfahrener Speedkletterer alle Ehre und riss das Ruder noch rum, um am Ende 5/100 Sekunden Vorsprung zu haben.


  • Deutsche Jugend-Bouldermeisterschaft


  • Meister der Jugend A und der Junioren gekührt
    Auch die Deutsche Jugend-Bouldermeisterschaft am 04. März in der kletterarena war ein voller Erfolg - insgesamt 56 Nachwuchsathleten kämpften bei bester Stimmung um die Titel. Nach der Qualifikation ging es hier direkt mit den Finals der einzelnen Altersklassen weiter. Besonders erfreulich war, dass sich einige neue Gesichter bei diesem Wettkampf sehen ließen.

    In der weiblichen Jugend A war Luisa Neumärker (SBB) am Sonntag am besten aufgelegt: Sie konnte alle vier Finalboulder im ersten Versuch Top gehen und sicherte sich den Titel. Juliane Wurm (Wuppertal) blieb damit nach drei Tops nur der zweite Platz, während sich Milena Krämer (Rosenheim) Rang drei sicherte. Die Rosenheimerin hatte in der Qualifikation, in der es fünf Boulder zu begehen galt, als einzige alle Probleme im ersten Versuch geknackt.

    Bei den Juniorinnen konnte erwatungsgemäß Lisa Knoche (Freising) den Sieg nach einer souveränen Vorstellung mit vier Flashs einfahren. Zweite wurde Johanna Patz (Landshut), das Podest komplettierte Frederike Förster (Dortmund).

    Die männliche Jugend A gewann Lars Proske (Bielefeld) aus dem Jugendkader, während Lukas Schiffer (Rosenheim) als Neuling gleich Zweiter wurde. Platz drei ging an Marcel Dippon (Oberer Neckar).

    Bei den Junioren war Stefan Danker (Landshut) am erfolgreichsten unterwegs, und knackte als einziger alle vier Finalboulder - und das jeweils im Flash. Christian Heckmann (Heidelberg) wurde Zweiter, Tim Baumann (Wuppertal) fuhr Platz drei ein.


    Kompliment an die Organisatoren
    Ein großartiger Wettkampftag ging schließlich mit einer Vorführung der Damen-Weltmeister im Kunstradfahren und einer würdigen Siegerehrung durch den Oberbürgermeister von Heilbronn zu Ende. Ein großes Kompliment gebührt dem Team der kletterarena und der Sektion Heilbronn für die bestens organisierte Veranstaltung. Der Vorstand der Sektion signalisierte, dass einer Wiederholung einer solchen oder ähnlichen Veranstaltung nichts im Wege steht.


    Wer fährt zur EM?
    Bezüglich der Startplätze für die Boulder-EM 2007 in Birmingham (16. bis 18. März) wurde im Anschluss an den Bouldercup Heilbronn auch eine Entscheidung gefällt: Aufgrund ihrer zuletzt extrem starken Leistungen in Wettkampf- und Trainingseinheiten haben Bundestrainer Christoph Finkel und der DAV fünf Athleten nominiert - nach England fahren werden Jonas Baumann, Markus Hoppe, Peter Würth, Aric Merz und Karsten Borowka. Andre Borowka hatte seine Teilnahme bei der EM im Vorfeld aufgrund einer leichten Verletzung ausgeschlossen.


    Ausblick
    Der abschließende Wettkampf des Deutschen Bouldercups 2007 findet am 14. Juli in Überlingen statt. Die Speedsaison geht am 06. Oktober in Wuppertal weiter (zusammen mit dem Deutschen Sportklettercup), und findet am 11. November in Frankenthal ihren Abschluss (dort wird zusätzlich die Deutsche Meisterschaft und die Deutsche Jugendmeisterschaft 2007 im Sportklettern ausgetragen).

    Weitere Infos
    Auf der Mountains2b-Sonderseite "Deutscher Bouldercup 2007" stehen Ihnen weitere Infos zum Deutschen Bouldercup zur Verfügung. Eine Sonderseite zum Speedcup geht in Kürze online. Außerdem finden Sie Infos beim Deutschen Alpenverein DAV.

    In den nächsten Tagen stellen wir Ihnen noch eine Bildergalerie, Interviews und Videoclips vom Boulder- und Speedcup in Heilbronn zur Verfügung! Vollständie Ergebnislisten sind an diesen Text angehängt.

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