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Jonas Baumann (GER)

Boulder-Weltcup 2007 in Erlangen

Athletenpräsentation

Athletenpräsentation

Olga Shalagina (UKR)

Mykhaylo Shalagin (UKR)

Juliette Danion (FRA)

Kilian Fischhuber (AUT)

Chloé Graftiaux (BEL)

Jonas Baumann (GER)

Silvie Rajfova (CZE)

Nalle Hukkataival (FIN)

Natalija Gros (SLO)

Gareth Parry (GBR)

Sabine Bacher (AUT)

Matthias Müller (SUI)

Jonas Baumann

Kilian Fischhuber

Juliette Danion (FRA)

Markus Hoppe

Mykhaylo Shalagin

Boulder-Weltcup Erlangen: Jonas Baumann klettert auf's Podest

M2b Redaktion am 02.04.2007 - 10:00 Uhr

Riesiger Jubel am Samstagabend (31. März) in Erlangen: vor vollem Haus schaffte der Dortmunder Jonas Baumann bei seiner ersten Finalteilnahme in einem Weltcup den Sprung auf's Treppchen - sein dritter Platz ist gleichzeitig der erste deutsche Podestplatz bei einem Boulder-Weltcup überhaupt.

Ukrainisches Geschwisterpaar freut sich über den Sieg
Freude strahlend und unter großem Jubel nahm der 20-Jährige seinen Pokal bei der Siegerehrung entgegen - neben ihm der Tagessieger Mykhaylo Shalagin aus der Ukraine, und der Zweitplatzierte Kilian Fischhuber aus Österreich. Bei den Damen freute sich Shalagin's Schwester Olga Shalagina über den ersten Platz; Zweite wurde die Französin Juliette Danion vor Chloé Graftiaux aus Belgien.

Baumann wächst über sich hinaus
Jonas Baumann hatte an diesem Kletterwochenende einfach einen riesigen Lauf: schon in der Qualifikation erkämpfte er sich unter den 52 teilnehmenden Herren den zehnten Platz, womit er souverän ins Halbfinale einzog. Sein Ziel für diesen ersten Boulder-Weltcup des Jahres hatte er damit bereits erreicht, so dass er in der Folge ganz befreit und ohne Druck aufklettern konnte - und auf Platz sechs liegend dann auch noch den Sprung ins Finale schaffte.

Hier wuchs Jonas Baumann vor heimischem Publikum regelrecht über sich hinaus: den ersten Boulder konnte er unter den lauten Anfeuerungsrufen der knapp 1.000 Zuschauer im dritten Versuch toppen - ein gelungener Einstand in die Finalrunde. Doch auch die anderen fünf Herren zeigten, dass sie nicht zu Unrecht im Finale standen: Mykhaylo Shalagin (UKR), Kilian Fischhuber (AUT), Gareth Perry (GBR) und Matthias Müller (SUI) schafften Boulder 1 jeweils im Flash; Nalle Hukkataival (FIN) wie Baumann im dritten Versuch.

Boulder 3 ganz schwer zu knacken
Grandios dann Jonas Baumann an Boulder 2: ohne groß zu zögern legte der Dortmunder los, und wurde mit dem einzigen Flash in dieser Runde belohnt. Die anderen Finalisten benötigten zwei bis fünf Versuche für dieses Problem; Matthias Müller hatte keine Lösung gefunden. An Boulder 3 bissen sich anschließend alle Herren die Zähne aus - bis auf Mykhaylo Shalagin, der das Problem flashen konnte. Jonas Baumann gelang es zuvor, den Bonusgriff im ersten Versuch zu erreichen - alle anderen Starter konnten an dieser Stelle gar keine Punkte erzielen.

Baumann nicht mehr vom Podest zu verdrängen
Die Entscheidung um die Rangfolge sollte schließlich am letzten Boulder fallen, und wie gehabt eröffente Jonas Baumann diese neue Runde - mit einem lupenreinen Flash. Die Halle tobte - auch umso mehr, als klar wurde, dass Baumann unabhängig von den Ergebnissen der nachfolgenden Athleten nicht mehr vom Podest zu verdrängen sein würde.

Finalisten geben zum Abschluss noch einmal alles
Die anderen Fünf legten anschließend ebenfalls Top-Begehungen im ersten Versuch hin - so dass der starke Ukrainer Mykhaylo Shalagin am Ende mit vier Tops in fünf Versuchen den Tagessieg holte, und sich Kilian Fischhuber (AUT) mit drei Tops in vier Versuchen noch vor Baumann schob - der Deutsche war mit seinen drei Tops in fünf Versuchen aber nicht mehr vom Bronzeplatz zu verdrängen. Vierter wurde Vize-Europameister Nalle Hukkataival (FIN), Fünfter Gareth Parry (GBR) und Sechster Matthias Müller (SUI).

Größter Einsatz bis zum Schluss bei den Damen
Auch die Damen schafften es im Finale, die Halle zum Kochen zu bringen: alle gaben sie nie auf, und wenn der Weg zum Top nicht im ersten Versuch gelang, wurde so lange gefightet, bis die sechs minütige Zeit pro Boulder um war.

Shalagina und Danion toppen alle Boulder
Am souveränsten trat die amtierende Boulder-Weltmeisterin Olga Shalagina (UKR) auf, die alle Finalboulder toppen konnte - zwei davon im Flash, zwei im jeweils zweiten Versuch. Damit sicherte sie sich den Tagessieg - vor Europameisterin Juliette Danion (FRA). Die Französin konnte zwar auch alle vier Boulder Top gehen, hatte allerdings an Boulder 1 erst mit ihrem elften und letzten Versuch vor Ablauf der Zeit Erfolg.

Der dritte Platz ging an die Belgierin Chloé Graftiaux, knapp vor der 17-jährigen Tschechien Silvie Rajfova. Beide Damen hatten zwar mit zwei Flashs und einem weiteren Bonusgriff das gleiche Finalergebnis erzielt, Graftiaux benötigte aber im Halbfinale einen Versuch weniger als die Konkurrentin. Fünfte wurde Natalija Gros aus Slowenien, Sechste Sabine Bacher aus Österreich.

Bunt gemischtes Teilnehmerfeld
Insgesamt waren 52 Herren und 30 Damen aus 17 Nationen am 30. und 31. März in Erlangen am Start. Ein buntes Teilnehmerfeld schaffte es am Ende auch ins Finale: sowohl bei den Damen als auch bei den Herren kamen die jeweils sechs Finalisten aus sechs unterschiedlichen Ländern. Etwas überraschend schaffte es vom stark besetzten französischen Team keiner der fünf männlichen Halbfinalisten in die Runde der letzten Sechs; dennoch sicherte sich Frankreich mit den meisten Punkten den Sieg in der Teamwertung.

Aus deutscher Sicht...
... war der Weltcup-Auftakt im Bouldern ein voller Erfolg. Am meisten Freude bereitete sicherlich allen Beteiligten der dritte Platz von Jonas Baumann, denn damit hatte im Vorfeld wohl niemand gerechnet. Mit ihm fieberten im Finale auch seine deutschen Team-Kollegen mit - die ebenfalls mit guten Leistungen in Erlangen aufwarten konnten: Markus Hoppe aus Dresden schaffte wie Baumann den Sprung ins Halbfinale, und wurde am Ende guter Elfter. Peter Würth aus Stuttgart, ebenfalls im Halbfinale, kam auf Platz 18. Bei den Damen war Sonja Schade aus Bielefeld im Halbfinale vertreten, und beendete ihren ersten Weltcup auf Rang 19. In der Qualifikation waren der 33-Jährigen ganze fünf Flashs gelungen.

Knapp am Halbfinale vorbei - trotz fünf Tops - schrammte die 16-jährige Juliane Wurm in ihrem ersten Boulder-Weltcup - sie kam auf Rang 23. Die Platzierungen der weiteren deutschen Teilnehmer: 31. Andre Borowka, 32. Aric Merz, 44. Karsten Borowka, 48. Torsten Schuldt.

Rahmenprogramm kommt gut an
Am ersten Abend zeigten Holger Heuber und Kurt Albert noch eine eindrucksvolle Diashow über ihre Expedition nach Venezuela, am zweiten Abend gab es nach der Siegerehrung zudem eine große Abschlussfeier, bei der alle auf die gelungene Veranstaltung und die hervorragenden sportlichen Leistungen der Athleten anstoßen konnten.

Großes Lob für perfekte Organisation
Die Organisation des Weltcups wurde schließlich von allen Seiten gelobt: der Zeitplan konnte von Anfang bis Ende ganz genau eingehalten werden, was auch der tollen Leistung der Routenschrauber zu verdanken war: das Team um die Gebrüder Christian und Andreas Bindhammer, Laurent Laporte (FRA) und Reini Fichtinger (AUT) legte zum Teil Nachtschichten ein, um alle Touren planmäßig zu kreieren. Die Routen wiederum gefielen den Athleten vom Anspruch und von der Abwechslung her sehr - lediglich die Qualifikationsrouten der Damen waren etwas zu wenig selektiv.

Besonderen Einsatz zeigte die ausrichtende Alpenvereins-Sektion Erlangen mit den Hauptakteuren Detlef Baehr und Holger Heuber, die mit unzähligen Helfern für einen reibungslosen Ablauf des Events sorgte. Immer waren freundliche Helfer zur Stelle, und besonders das perfekte Catering verdient ein großes Lob.

Der Deutsche Alpenverein DAV als Hauptveranstalter dieses Weltcups und Projektleiter Wolfgang Wabel können somit auf eine mehr als gelungene Veranstaltung zurück blicken, die sicherlich allen in guter Erinnerung bleiben wird. Der große Arbeitseinsatz während der aufwendigen Vorbereitung und an den beiden Wettkampftagen hat sich gelohnt - hoffentlich auf ein Neues in der Sporthalle des Sportinstitutes der Uni Erlangen!

Weitere Infos
Alle weiteren Infos rund um den Boulder-Weltcup in Erlangen finden Sie auf der Mountains2b-Sonderseite "Boulder-Weltcup 2007 Erlangen". Veröffentlicht bislang: verschiedene Bildergalerien, alle Ergebnisse, Berichte zu den Entscheidungen, Interviews und weitere Infos. Mehr folgt im Laufe dieser Woche!

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