
Markus Hoppe

Markus Hoppe

Andre Borowka

Peter Würth

Jonas Baumann (GER)

Kilian Fischhuber (AUT)
Boulder-Weltcup Hall: Aus Sicht von Markus Hoppe
Markus Hoppe am 02.05.2007 - 14:56 Uhr
Hall i.T. - etwa zehn Autominuten von Innsbruck entfernt, war dieses Städtchen schon oft Austragungsort internationaler Veranstaltungen im Bouldern. Ein altes Salzlager dient hier als Location. Über 100 Boulderer waren nach
Tirol gekommen, um beim nunmehr dritten Weltcup der Saison ihre Kräfte zu messen. Unter ihnen auch der gesamte deutsche Boulderkader.
Alle deutschen Top-Boulderer dabei
Der erste Wettkampftag beginnt entspannt. Die Qualifikation der Herren ist erst für 15 Uhr angesetzt und so bleibt genug Zeit, in den Tag zu finden. Diejenigen Boulderer, die in der Weltrangliste geführt werden, eröffnen den Wettkampf. Da dieser Umstand für alle deutschen Kletterer gilt, können sie im ersten Drittel starten. Aric, wie schon so oft, gleich als Erster, gefolgt von Markus (10), Peter (11), Karsten (19), Andre (24) und Jonas (33).
Die Qualifikation:
Gerade bei einem großen Starterfeld sind die 20 Plätze im Halbfinale heiß umkämpft. Frühe Startplätze können da in sofern einen kleinen Vorteil bedeuten, als dass die Griffe zu Beginn noch relativ rau und griffig sind. Denn die Reibungswerte der Griffoberflächen können im Laufe eines Durchgangs mitunter schon stark nachlassen.
Die Chefroutensetzer Laport (FRA) und Fichtinger (AUT) stellten den Aktiven sechs sehr interessante Boulderprobleme, die alles beinhalteten, was das Kletterer- / Bouldererherz begehrt: diffizile Kanten- und Plattenkletterei, kraftraubende Überhänge und pressige Schieber und Mantle an schwer in den Griff zu bekommenden Strukturelementen. Boulder 1, 2 und 4 stellen sich schnell als die "gangbaren Probleme" heraus, die jeder, der sich Chancen auf die nächste Runde ausrechnete, klettern sollte. Die deutschen Starter waren mit zwei (Karsten) bzw. drei (Aric, Andre, Jonas, Markus, Peter) gekletterten Bouldern eigentlich gar nicht so schlecht unterwegs, allerdings sollten die benötigten Versuche den Ausschlag geben. Drei Boulder, in sieben oder weniger Versuchen, reichten, um sich für das Halbfinale zu qualifizieren. Leider überstanden, trotz durchaus vergleichbarer Leistung, nur Andre (19) und Peter (20) die Vorrunde. Die anderen (Jonas, als undankbarer 21., Markus 28., Aric 30. und Karsten 32.) mussten ihre Plätze auf der Zuschauertribüne einnehmen.
Das Halbfinale:
Die zweite Runde – es galt, wie immer, vier Probleme in maximal sechs Minuten zu lösen. Schnell wurde klar, dass da keinem etwas geschenkt wurde. Schon der erste Boulder, eine Platte mit kompliziertem Sprung zum Topgriff, hatte es verdammt in sich. Wie zu erwarten wurden die folgenden Boulder nicht leichter. Andre belegte mit drei erreichten Zonengriffen am Ende Platz 16, Peter, mit zwei erreichten Zonen, Platz 19. Dennoch muss man neidlos anerkennen: die späteren Finalisten kletterten mindestens drei der vier Boulder in wenigen Versuchen Top!
Das Finale:
Selbst für den kundigen Zuschauer vermittelten die vier Finalboulder auf den ersten Blick nichts "Gangbares". Boulder 1, ein kompliziertes Sprungproblem, Boulder 2, eine senkrechte Wand, deren Lösung am Ende sehr verblüffte, Boulder 3, der Standard - wenige Minigriffchen in leicht überhängender Wand, das am leichtesten zu erschließende Problem. Und mit Boulder 4 ein, vor allem am Ende des Durchganges, physisch sehr anspruchsvolles Problem im Überhang. Kilian Fischhuber (AUT) setzte sich am Ende knapp gegen Jorg Verhoeven (NED) und Akiro Matsushima (JAP) durch, gefolgt von David Lama (AUT), Gabriele Moroni (ITA) und Cedric Lachat (SUI), der aber im Nachgang wegen "grob unsportlichen Verhaltens" disqualifiziert wurde.
Trotz dieses vor allem sportlich unschönen Randereignisses wieder ein sehr gut organisierter Wettkampf, fest in der Hand der allzeit starken österreichischen Kletterer, der Lust auf mehr macht - vielleicht schon im nächsten Jahr!
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