
Der relativ enge Platz von Lager I mit Tiefblick zu den Gipfeln um den Concordia Platz

Kurz vor Erreichen des Concordia Platzes ist der Broad Peak am besten zu sehen

Das Basislager des Normalwegs am Broad Peak auf dem Godwin-Austen-Gletscher

Das letzte Gratstück zum Vorgipfel des Broad Peak

Broad Peak - Schlussaufstieg zum Hauptgipfel

Broad Peak - in der Einstiegsrinne zwischen BC und Lager I

Broad Peak - vor Beginn des Gipfelgrats

Broad Peak - Kurz vor Lager III

Im Aufstieg kurz vor Lager III
Broad Peak (8.047 Meter) - Karakorum
M2b Redaktion am 01.06.2007 - 11:48 Uhr
Der
Broad Peak erhielt seinen Namen bereits im Jahre 1892 von W. Martin Conway, einem Mitglied einer britischen Erkundungsexpedition. Die Einheimischen nennen ihn "Falchan Kangri" - eine direkte Übersetzung des englischen Namens. Mit einer Höhe von 8.047 Metern ist er der zwölfthöchste Berg der Erde.
Imposante Gestalt
Der
Broad Peak liegt im Karakorum, teils auf pakistanischem und teils auf chinesischem Hoheitsgebiet. Sein breites Horn dominiert den Zwischenraum zwischen dem K2 und dem Gasherbrum, die imposante und massige Gestalt des Bergs sticht sofort ins Auge. Er besteht aus mehreren Gipfeln: dem 7.550 Meter hohen Nordgipfel, dem Mittelgipfel (8.012 Meter) und dem Hauptgipfel mit einer Höhe von 8.047 Metern.
Durch die scheinbare Eigenständigkeit des Mittelgipfels wurden Stimmen laut, den selbigen als eigenen Gipfel und damit als 15.
Achttausender anzusehen. Um als eigenständiger Berg zu gelten, ist eine Schartendifferenz von mindestens 500 Metern nötig. Der Pass zwischen Mittel- und Hauptgipfel unterschreitet jedoch die Höhe von 7.800 Metern nicht, so dass nur eine Schartendifferenz von etwa 200 Metern vorliegt.
Seine exponierte Lage - am Anmarsch des K2 vom Konkordiaplatz aus - sorgte dafür, dass man den
Broad Peak bereits früh erwähnte und studierte. Eine intensive Erkundung wurde von der Dyhrenfurthschen Internationalen Himalaya-Expedition 1934 durchgeführt, dabei wurde der Berg aufgrund seiner Steilheit als "nahezu unersteigbar" klassifiziert und bis ins Jahr 1954 blieben weitere Besteigungsversuche aus.
Erstbesteigung 1957
Die erste gezielte Expedition fand im Herbst 1954 statt: Geleitet von Karl-Maria Herrligkoffer sollte der
Broad Peak bestiegen werden. Ursprünglich war die Expedition zum Gasherbrum I aufgebrochen - Unstimmigkeiten und die berühmte deutsche Bürokratie verzögerten jedoch den Beginn der Expedition so stark, dass der ursprüngliche Plan zugunsten des
Broad Peak aufgegeben wurde. Doch auch für diesen war die Zeit zu knapp. Erst gegen Ende Oktober konnte das Basislager eingerichtet werden, am 6. November musste die Besteigung auf etwa 7.000 Meter Höhe wegen einsetzender Winterstürme und extremer Kälte aufgegeben werden.
1957 gelingt dann die Besteigung: eine kleine Expedition, bestehend aus den vier Österreichern Marcus Schmuck, Hermann Buhl, Kurt Diemberger und Fritz Wintersteller erreicht am 9. Juni den Gipfel. Die Expedition der vier Bergsteiger begann mit Schwierigkeiten. Auf den letzten Kilometern zum Basislager streikten die Träger, so dass das Team das gesamte Material selbst in mehreren Tagesmärschen ins Lager bringen musste. Der erste Versuch am 29. Mai bringt die Österreicher nur auf den Vorgipfel des Hauptgipfels, die späte Tageszeit verhindert den weiteren Aufstieg. Am 9. Juni erreichen zunächst Schmuck und Wintersteller, kurz darauf auch Diemberger den Gipfel. Buhl, behindert durch seine am Nanga Parbat erlittenen Erfrierungen bleibt zurück, kämpft sich aber zusammen mit Diemberger, der bereits auf dem Abstieg ist, sich aber noch einmal Buhl anschließt, auf den Gipfel des
Broad Peak.
Der Mittelgipfel (8.016 Meter) wurde zum ersten Mal im Jahre 1975 von einer polnischen Expedition erreicht. Fünf polnische Bergsteiger erreichten am Abend des 28. Juli den Mittelgipfel nach 16 1/2 Stunden Aufstieg. Ein Expeditionsteilnehmer stürzte auf dem Rückweg zum Sattel in einem heftigen Schneesturm - die Suche am nächsten Tag blieb erfolglos. Im weiteren Abstieg stürzten drei der noch verbliebenen vier Bergsteiger - zwei davon verunglückten bei dem Sturz tödlich.
Überschreitung von Nord-, Mittel- und Hauptgipfel
In einer weiteren polnischen Expedition erreichten die Alpinisten Jerzy Kukuczka und Wojciech Kurtyka 1982 den Gipfel. Diese Besteigung war jedoch nicht offiziell gestattet - den beiden Polen lag nur die Erlaubnis der pakistanischen Regierung zur Besteigung des K2 vor. Daher kehrten Kukczka und Kurtyka zwei Jahre später an den
Broad Peak zurück, um ihre Besteigung zu bestätigen.
Großes Aufsehen erregten sie dabei mit der ersten Überschreitung von Nord-, Mittel- und Hauptgipfel des
Broad Peak. Würde also der Mittelgipfel, der
Broad Peak Central als eigenständiger Berg anerkannt, dann wäre Jerzy Kukuczka der bislang einzige Besteiger aller dann 15
Achttausender. Einen Tag nach den beiden Polen stand auch ein weiterer Altbekannter auf dem Broad Peak: Kurt Diemberger erreichte 27 Jahre nach der Erstbesteigung mit seiner Partnerin Julie Tullis den Gipfel.
Im letzten Jahr, am 7. Juli 2006, erreichte der österreichische Extrembergsteiger Markus Kronthaler im Rahmen der Expedition "Auf den Spuren von Hermann Buhl" den Gipfel. Der Österreicher konnte diesen Erfolg nicht lange feiern - er verstarb noch während des Abstiegs, am Morgen des 8. Juli an Erschöpfung. Sein Bergkamerad, Sepp Bachmeier, erreichte das Lager III mit letzten Kräften. Im Juni diesen Jahres soll die Leiche des Österreichers geborgen werden.
Technisch anspruchsvoller Achttausender
Der
Broad Peak wird zu den technisch anspruchsvolleren, niederen Achttausendern gezählt, hier steht er in einer Gruppe mit dem
Dhaulagiri, dem Manaslu und dem Gasherbrum I. Der gesamte Anstieg bewegt sich in zumeist 35-40 Grad steilem Firn- und Eisgelände. Trotzdem sind größere technische Schwierigkeiten nicht zu erwarten: es gibt nur einige kurze, sehr steile Kletter- und Eispassagen.
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