TourNatur 2007: Wandernd zu Gott und sich selbst finden - Deutsche Pilgerwege
M2b Redaktion am 03.08.2007 - 10:30 Uhr
Das Nötigste zusammenpacken und loslaufen, allein mit sich und der Natur – Ruhe finden. Hape Kerkeling hat es vorgemacht und viele machen es nach: Es gibt einen neuen Trend zum Pilgerwandern. Die Meisten denken beim Stichwort "Pilgern" vor allem an den Jakobsweg in Frankreich und Spanien. Es gibt aber auch zahlreiche Pilgerwege in Deutschland. Neben dem Ostbayrischen, dem Schwäbisch-Fränkischen oder den Pfälzer Jakobswegen, zum Beispiel die Bonifatius-Route oder Pilgerwege im Sankt Wendeler Land
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Deutsche Jakobswege: Beten mit den Füßen
Ein Teil des weitverzweigten Netzes der historischen Jakobswege durchzieht auf dem Weg nach Santiago de Compostela auch Deutschland. Jahrhundertealte Wege gesäumt von zahlreichen, dem heiligen Jakobus geweihten Kapellen, Kirchen und Kreuzen, die den heutigen Pilgerer ebenso wie seine Vorgänger in tagelangen Märschen mit der Natur in Berührung bringen, zur Besinnung anregen und zu sich selbst finden lassen. Typisch für die Jakobswege ist dabei die Mischung aus Stille, Abgeschiedenheit und herausragenden Kulturdenkmälern. Das gilt für die Pfälzer Jakobswege, die von Speyer ausgehend in 148 Kilometer bzw. 137 Kilometer auf einer Nord- und einer Südroute zum Kloster Hornbach führen, ebenso wie für den Ostbayrischen Jakobsweg, der von Eschlkam an der tschechischen Grenze über Regensburg und Eichstätt nach Donauwörth verläuft und insgesamt 270 Kilometer lang ist.
Moderne Altäre und Kreuze des Künstlers Sieger Köder schmücken den Fränkisch-Schwäbischen Jakobsweg von Rothenburg bis Ulm. In acht Etappen geht es 189 Kilometer durch den Schwäbischen Wald und hinauf auf die Alb. Das Ziel in Ulm ist gleichzeitig Ausgangspunkt für den nächsten Jakobsweg, die nächste Etappe auf dem Weg nach Compostela. Markiert sind die Jakobswege durch eine weiße bzw. gelbe Muschel auf blauem Untergrund.
Bonifatius-Route: Von Mainz nach Fulda
Seit Sommer 2004 gibt es einen neuen Pilgerweg in der Region Vogelsberg: Über 185 Kilometer in neun Etappen folgt die Bonifatius-Route der Strecke des Trauerzugs, der im Jahr 754 den Leichnam des heiligen Bonifatius von Mainz nach Fulda brachte. Dort erhebt sich heute über der Grablege der barocke Dom. Nach dem Vorbild klassischer Pilgerwege lassen sich auf der Route Unterwegssein und Innehalten, Wandern und Naturerlebnis mit den Zeugnissen einer in Jahrhunderten gewachsenen Kulturlandschaft verbinden. Die Bonifatius-Route führt aus dem Ballungsraum Rhein-Main heraus, vorbei an der Mainmündung, durch die sonnigen Weinberge des Rheingaus und schließlich hinauf in den Vogelsberg und ins Fuldaer Land. Informationstafeln am Weg verweisen auf besonders interessante Stellen und Sehenswürdigkeiten an der Strecke.
Momente zum Innehalten im Sankt Wendeler Land
Gleich vier Pilgerwege laden im Sankt Wendeler Land zum Wandern und zur Besinnung ein und verknüpfen die Jahrhunderte alten Pilgerstätten St. Wendel, Tholey und Marpingen. Der eigentliche Wendelinus-Pilgerweg (15 Kilometer) führt von St. Wendel nach Tholey. An diesen Hauptweg schließen sich drei Rundwege an: der Wendelinus-Rundweg um St. Wendel (8 Kilometer), der Marien-Rundweg um Marpingen (10,5 Kilometer) und der Mauritius-Rundweg um Tholey (8 Kilometer). Alle Wege sind mit dem Pilgerstab-Symbol in verschiedenen Farben ausgeschildert und von insgesamt 41 Besinnungstafeln gesäumt. Neben den Tafeln laden auch die Aussicht, wie am Missionshaus von St. Wendel, kleine beschauliche Orte und historische Kapellen, wie die Härtelwaldkapelle in Marpingen, zum Innehalten ein.
"Traumpfade" auf der TourNatur
Die vorgestellten Wege präsentieren sich vom 31. August bis 2. September bei der TourNatur in Düsseldorf. Die TourNatur ist von Freitag bis Sonntag, 31. August bis 2. September 2007, täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Weitere Informationen erhalten Sie in unserem Eventspecial zur TourNatur 2007 und auf www.tournatur.com.